+
Bundeskanzlerin Merkel empfängt Diplomatisches Corps

Sanktionen treten in Kraft

Bargeld-Flüge in den Iran: US-Botschafter ruft Deutschland zu Intervention auf

  • schließen

Weitreichende Sanktionen gegen den iranischen Finanzsektor treten in den kommenden Monaten in Kraft. Das Regime in Teheran will mit einem brisanten Bargeld-Plan vorsorgen.

Update, 10. Juli, 09.22 Uhr: US-Botschafter ruft Deutschland zu Intervention auf

Der US-Botschafter in Deutschland, Richard Grenell, hat die Bundesregierung aufgefordert, eine vom Iran gewünschte Bargeld-Lieferung über 300 Millionen Euro zu verhindern. "Wir sind sehr besorgt über die Berichte, dass das iranische Regime versucht, hunderte Millionen Euro in bar von einer deutschen Bank in den Iran zu bewegen", sagte Grenell der "Bild"-Zeitung vom Dienstag. "Wir ermutigen die deutsche Regierung auf höchster Ebene, zu intervenieren und dieses Vorhaben zu stoppen."

Frisches Bargeld aus Deutschland: Iran fürchtet Folgen der US-Sanktionen

Hamburg/Teheran - Der Iran will rund 300 Millionen Euro in Bar von Deutschland nach Teheran ausfliegen, um das Geld angesichts amerikanischer Sanktionen vor einem drohenden Einfrieren von Konten zu retten. Entsprechende Informationen der „Bild“-Zeitung wurden am Montag von der Bundesregierung bestätigt.

Das werde nun geprüft, unter anderem durch die Finanzaufsicht Bafin, sagte eine Sprecherin des Finanzministeriums in Berlin. „Nach meiner Information ist es in der Form das erste Mal.“ Ein Sprecher des Auswärtigen Amtes betonte, Teil der Prüfungen sei auch, „ob Verletzungen gegen ein Sanktionsregime vorliegen.“

USA drohen Finanzinstituten

Konkret geht es darum, Guthaben der staatlichen Europäisch-Iranischen Handelsbank bei der Bundesbank in Höhe von 300 Millionen Euro auszuzahlen. Das Geld würde dann in den Iran geflogen.

Nach der Ankündigung neuer Sanktionen und einer Aufkündigung des Atomabkommens durch die USA muss das islamische Land fürchten, demnächst kaum noch an Guthaben im Ausland zu kommen. Denn die USA drohen Geldhäusern, die direkt oder indirekt Transaktionen mit iranischen Instituten unterstützen, ebenfalls mit Sanktionen.

Auf diplomatischer Ebene dürfte die Millionen-Flüge für Aufsehen sorgen. Immer wieder wird dem Regime in Teheran vorgeworfen, Terror-Organisationen finanziell zu unterstützen. Bislang gibt es jedoch keinerlei Hinweise darauf, dass das Bargeld für entsprechende Zwecke verwendet werden soll.

Lesen Sie bei merkur.de*Interview mit Iran-Experte: „Wir Europäer haben historische Chance verpasst“

lks/dpa

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

"Da tickt etwas nicht ganz ...“: Trump empört Europäer - Gespräche mit Putin beginnen hoffnungsvoll
Donald Trump und Wladimir Putin treffen sich am Montag zum mit großer Spannung erwarteten Gipfel in Helsinki. Wir berichten im News-Ticker.
"Da tickt etwas nicht ganz ...“: Trump empört Europäer - Gespräche mit Putin beginnen hoffnungsvoll
Trump kurz vor Putin-Treffen: „Dummheit der USA“ schuld an schlechten Russland-Beziehungen
Donald Trump trifft sich am Montag mit Russlands Präsidenten Wladimir Putin. Zündstoff gibt es genug - beispielsweise die russischen Hackerangriffe während des …
Trump kurz vor Putin-Treffen: „Dummheit der USA“ schuld an schlechten Russland-Beziehungen
Umfrage straft Seehofer ab - und jetzt lässt Schäuble auch noch seinen Masterplan prüfen
Bayerns Ministerpräsident Markus Söder macht Innenminister Horst Seehofer indirekt für schlechte CSU-Umfragewerte verantwortlich. In der Partei gärt es nach den …
Umfrage straft Seehofer ab - und jetzt lässt Schäuble auch noch seinen Masterplan prüfen
Abschiebe-Chaos um Bin Ladens Leibwächter: Welche Rolle spielte Seehofer?
Am Freitag wurde der frühere Bin-Laden-Leibwächter Sami A. abgeschoben - trotz gerichtlichen Verbots. Jetzt muss er nach Deutschland zurückgeholt werden. Doch das ist …
Abschiebe-Chaos um Bin Ladens Leibwächter: Welche Rolle spielte Seehofer?

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.