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John McCain zählt zu den prominentesten Mitgliedern des US-Kongresses und hat sich über die Parteigrenzen hinweg hohen Respekt erworben. Foto: Rahmat Gul

Urgestein der Republikaner

Hirntumor bei US-Senator McCain löst Bestürzung aus

Der Republikaner John McCain ist so etwas wie ein Urgestein im US-Senat. Auch Demokraten zollen dem Vietnam-Veteranen und früheren Präsidentschaftskandidaten größten Respekt. Jetzt kämpft McCain gegen den Krebs.

Washington (dpa) - Über Parteigrenzen hinweg bangen die USA um den prominenten republikanischen Senator John McCain: Der frühere US-Präsidentschaftskandidat leidet an einem Hirntumor.

Ärzte entdeckten das Geschwulst bei einer Operation, der sich der 80-Jährige am vergangenen Freitag wegen eines Blutgerinnsels über dem Auge unterziehen musste. Das teilte die behandelnde Klinik in McCains Heimatstaat Arizona am Mittwochabend (Ortszeit) mit. Seine Ehefrau Cindy bedankte sich auf Instagram für die große Anteilnahme.

Ihm gehe es gut, und die Familie werde jetzt gemeinsam die nächste Hürde nehmen, schrieb sie. Ihr Mann sei der zäheste Mensch, den sie kenne.

Der ehemalige Vietnam-Kriegsgefangene zählt zu den prominentesten Mitgliedern des US-Kongresses und hat sich über die Parteigrenzen hinweg hohen Respekt erworben. So trafen auch sofort nach Bekanntwerden der Nachricht über seine Erkrankung Dutzende Genesungswünsche aus allen politischen Lagern ein.

Präsident Donald Trump wies in einer schriftlichen Mitteilung darauf hin, dass McCain immer "ein Kämpfer" gewesen sei. Er und First Lady Melania beteten für ihn: "Werde schnell gesund." Ähnlich äußerte sich Trumps demokratischer Amtsvorgänger Barack Obama: "John McCain ist ein amerikanischer Held und einer der mutigsten Kämpfer die ich jemals gekannt habe. Der Krebs weiß nicht, mit wem er es hier zu tun hat."

Der Mehrheitsführer im US-Senat, der Republikaner Mitch McConnell, nannte McCain einen "Helden". Auf Twitter schrieb er, McCain sei niemals vor einem Kampf zurückgewichen und werde auch diese Herausforderung mit demselben außergewöhnlichen Mut angehen, der ihn sein Leben lang ausgezeichnet habe. "Wir hoffen alle, diesen amerikanischen Helden bald wiederzusehen."

In der Erklärung der Mayo-Klinik in Phoenix heißt es, McCain und seine Familie berieten nun mit den Ärzten über mögliche Behandlungsoptionen. Diese könnten eine Kombination aus Chemo- und Strahlentherapie beinhalten, hieß es weiter. Bisher war angenommen worden, dass sich der Republikaner einige Tage lang daheim von seiner Blutgerinnsel-Operation erholt und dann nach Washington zurückkehrt.

McCain ist seit 30 Jahren Senator und hat sich im Laufe der Zeit den Ruf eines "Maverick" erworben - eines Mannes, der der Parteiräson nicht immer folgt und auch unbequeme Meinungen vertritt. So hat er sich zusammen mit seinem Parteikollegen und persönlichen Freund Lindsey Graham zu einem der schonungslosesten republikanischen Kritiker von Präsident Trump entwickelt - besonders mit Blick auf dessen außenpolitische Vorstellungen und den Kurs gegenüber Russland.

McCain ist auch ein strikter Gegner von Foltermethoden in Verhören von Terrorverdächtigen. So hat er sich wiederholt gegen Waterboarding - simuliertes Ertränken - ausgesprochen, das nach den Anschlägen vom 11. September 2001 in geheimen CIA-Gefängnissen wiederholt angewendet wurde.

2008 trat McCain als Präsidentschaftskandidat gegen Obama an und wählte - ein spektakulärer Schritt - die auf der nationalen Bühne völlig unerfahrene Gouverneurin von Alaska, Sarah Palin, als Vize-Kandidatin. Das Duo verlor.

McCains Tochter Meghan erklärte via Twitter, die Familie sei schockiert über die Diagnose. Ihr Vater sei "derjenige, der am zuversichtlichsten und ruhigsten ist", schrieb Meghan McCain weiter. "Er ist die zäheste Person, die ich kenne. (...) Der Krebs mag ihm auf verschiedene Weise zusetzen. Aber er wird ihn nicht zum Aufgeben bringen. Nichts hat das jemals getan."

McCain war bereits im Jahr 2000 an Hautkrebs erkrankt und operiert worden, konnte die Erkrankung aber überwinden.

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