+
Donald Trump bei der Arbeit.

Neu-Präsident erntet Ablehnung

US-Umfrage: Trump macht sich im Rekordtempo unbeliebt

  • schließen

Washington - Donald Trump ist ein Präsident der Superlative. Nicht zuletzt der negativen: Noch nie hat ein US-Staatsoberhaupt so schnell an Zustimmung eingebüßt wie er.

Gemessen an der reinen Anzahl der Wählerstimmen hatte Donald Trump schon bei der US-Präsidentenwahl im November trotz seines Wahlsieges keine Mehrheit erhalten - mit diesem Kuriosum steht er allerdings nicht alleine da. Auch George W. Bush kam dank des komplexen US-Wahlrechts 2001 als Wunschkandidat einer Wählerminderheit in Amt und Würden.

Auch eingedenk dieser schwierigen Ausgangslage hat Trump nun aber einen beachtlichen Negativ-Rekord aufgestellt: Laut einer Erhebung des renommierten Meinungsforschungsinstituts Gallup war nie zuvor ein US-Präsident so kurz nach Amtseinführung so unbeliebt, wie es jetzt Trump ist.

Einsamer Rekord bei der Ablehnungsrate

Der Umfrage zufolge sind aktuell nur 43 Prozent der befragten US-Bürger mit Trumps Arbeit zufrieden. Vor rund einer Woche waren es noch 45 Prozent gewesen. Laut Gallup hatte seit Beginn der Umfragen im Jahr 1953 noch nie ein Präsident so wenige Tage nach Amtsantritt weniger als 50 Prozent der Wähler hinter sich versammeln können.

Sogar noch frappierender scheint ein zweiter Rekord. Wie stark Trump polarisiert, das zeigt sich an einer Welle expliziter Ablehnung in der jüngsten der täglich durchgeführten Erhebungen. Rund 51 Prozent der Befragten erklärten zuletzt, sie seien unzufrieden mit der Arbeit des neuen Präsidenten. 

Donald Trump verspielt die Sympathien am schnellsten

Zum Vergleich: George Bush senior hatte nach Amtsantritt im Jahr 1989 zwar auch nur eine Zustimmungsrate von 51 Prozent - musste aber auch nur 6 Prozent Ablehnung einstecken. 43 Prozent der Befragten hatten damals „keine Meinung“. Den bisherigen Minus-Rekord hielt Bushs Sohn George W.: Er sah sich zu Beginn seiner Präsidentschaft 2001 mit 25 Prozent Ablehnung unter den Befragten konfrontiert.

Trumps Beliebtheits-Misere lässt sich auch noch auf anderem Wege darstellen. Denn während sich die meisten US-Präsidenten im Laufe ihrer Amtszeit einer ablehnenden Bevölkerungsmehrheit gegenüber sehen, hat noch nie ein Staatsoberhaupt das Land so schnell gegen sich aufgebracht: Bei Trump dauerte es 8 Tage bis zu diesem Moment. Der bisherige „Rekordhalter“ Bill Clinton überschritt die magische Grenze von 50% Ablehnung laut Gallup erst nach 573 Tagen im Amt.

Auf Twitter hatten jüngst US-Wähler auch reihenweise öffentlich bereut, ihre Stimme für Trump abgegeben zu haben.

Trumps Rückhalt: Weiße, ältere, weniger gebildete Bürger

Ein genauerer Blick auf die aktuellen Daten zeigt zudem eine deutliche Spaltung der US-amerikanischen Gesellschaft. Gute Zustimmungsraten erntete Trump bei einer ausführlichen Auswertung vom 23. Januar vor allem bei Menschen im Alter über 65 Jahren (53 Prozent) und bei der weißen Wählerschaft (56 Prozent). Zudem unterstützten 49 Prozent der Menschen ohne Universitätsabschluss Trump.

Umgekehrt ist der am 20. Januar vereidigte US-Präsident offenbar bei jungen Volljährigen unter 30 Jahren, bei „nicht-weißen“ Wählern und bei Inhabern eines College-Abschlusses besonders unbeliebt. In diesen Gruppen lehnten jeweils zwischen 54 und 64 Prozent der Befragten Trumps Politik ab. Zwischen Männern und Frauen zeigte sich lediglich ein vergleichweise kleiner Unterschied in der Bewertung von Trumps Politik.

Umfragewerte schwanken noch stark

Allerdings relativierten die Meinungsforscher von Gallup die augenscheinlich eindeutigen Ergebnisse auch wieder ein wenig. So hätten sich Trumps Umfragewerte seit Anfang Januar zwischenzeitlich wieder verbessert: Trumps Auftreten in der Übergangsphase vor der Amtseinführung hatten ebenfalls 51 Prozent der befragten US-Amerikaner ablehnend bewertet, ehe sich die Werte kurzzeitig erholten.

Die Abwesenheit „meinungsloser“ Umfrageteilnehmer könne zudem auch an Veränderungen in der Berichterstattung in den vergangenen Jahren liegen, hieß es.

fn

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Iran reagiert gelassen auf saudischen Hitler-Vergleich
Teheran (dpa) - Der Iran hat gelassen auf die Äußerungen des saudischen Kronprinzen Mohammed bin Salman reagiert. Der hatte Irans obersten Führer Ajatollah Ali Chamenei …
Iran reagiert gelassen auf saudischen Hitler-Vergleich
SPD nimmt Kurs auf Große Koalition - das wird teuer
Noch freut sich die Union, dass der Bundespräsident die SPD weichgekocht hat. Doch eine Große Koalition dürfte teuer werden. Kostet sie vielleicht sogar die Kanzlerin …
SPD nimmt Kurs auf Große Koalition - das wird teuer
Zoff in der AfD: Abgeordneter Fiechtner verlässt Partei
Bereits ihren dritten Abgeordneten verliert die AfD im Stuttgarter Landtag - seit der Wahl im März 2016. Überraschend kommt der Schritt von Heinrich Fiechtner aber …
Zoff in der AfD: Abgeordneter Fiechtner verlässt Partei
EU gibt London weitere zehn Tage für Brexit-Zugeständnisse
Die EU sieht Bewegung bei den bislang sehr zähen Verhandlungen über den geplanten Austritt Großbritanniens. Von außen ist der Fortschritt allerdings sehr schwer zu …
EU gibt London weitere zehn Tage für Brexit-Zugeständnisse

Kommentare