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Der Chef der US-Umweltbehörde EPA, Scott Pruitt, gilt als erklärter Freund der Ölindustrie und hatte den menschlichen Einfluss auf den Klimawandel mehrmals angezweifelt. Foto: Pablo Martinez Monsivais/AP

Wegen Korruptionsvorwürfen

US-Umweltbehördenchef Pruitt geht nach Serie von Skandalen

Was Scott Pruitt auf dem Kerbholz hat, hätte nach Ansicht seiner Kritiker für zehn Rücktritte gereicht. Am Ende eines langen Weges mochte wohl auch Präsident Trump nicht mehr mit ansehen, was der Chef seiner Umweltbehörde trieb.

Washington (dpa) - Scott Pruitt, Chef der US-Umweltbehörde EPA, gibt nach einer ganzen Serie von Skandalen sein Amt auf. US-Präsident Donald Trump schrieb am Donnerstag auf Twitter, er nehme Pruitts Rücktritt an.

Lange hatte der Präsident eisern zu dem früheren Energielobbyisten gehalten, lag der doch umweltpolitisch voll auf seinem Kurs: Er machte sich für fossile Brennstoffe stark, negierte den Klimawandel und beschränkte den Einfluss der früher mächtigen Umweltbehörde massiv.

Am Ende aber hatte Pruitt wohl schlicht zu viele Vergehen und Vorwürfe angesammelt. Sein Rücktritt war erwartet worden, kommt nach Ansicht seiner Kritiker aber um Monate zu spät. Gegen Pruitt laufen 14 regierungsinterne Untersuchungen wegen ethischer und juristischer Verfehlungen. Dennoch hatte Trump für Pruitt auf Twitter ein abschließendes Lob übrig, habe der doch in der EPA "einen überragenden Job gemacht".

Auf Pruitt soll Andrew Wheeler folgen. Berichten zufolge stehen die politischen Ziele dieses früheren Kohlelobbyisten denen Pruitts in nichts nach. Pruitt leugnet den Klimawandel und arbeitete als Lobbyist der Energiebranche. Mehrfach verklagte er als Generalstaatsanwalt von Oklahoma die EPA. Trump zeigte sich zuversichtlich, dass Wheeler Pruitts Agenda fortsetzen werde.

Pruitts Abschiedsbrief, den der Informationsdienst "Politico" vollständig zitierte, ist eine einzige Eloge auf Trump. Zu den Rücktrittsgründen schreibt er nur, die fortgesetzten Angriffe auf seine Person und seine Familie hätten einen zu hohen Tribut gefordert. "Angriffe" auf Pruitts Familie sind allerdings nicht bekannt, sondern Berichte über Vorwürfe gegen Pruitt.

Der Scheidende schrieb Trump: "Ich glaube, dass Sie heute wegen Gottes Vorsehung als Präsident dienen. Ich glaube, dass mich die gleiche Vorsehung in Ihren Dienst gebracht hat." Pruitts Rücktritt fügt der historisch langen Liste der Abgänge unter Trump einen weiteren Namen hinzu.

Zur Liste der Vorwürfe gegen den heute 50-Jährigen gehören die massive Verschwendung von Steuergeldern, die Installation einer privaten Telefonkabine in seinem Büro für 43 000 US-Dollar und wiederholte Vetternwirtschaft. Immer wieder soll er Mitarbeiter für private Zwecke eingesetzt haben, sei es für die Suche nach einer Matratze aus einem Trump-Hotel oder nach einer speziellen Feuchtigkeitscreme. Pruitt soll astronomische Flugkosten angehäuft und zur Rechtfertigung von Erste-Klasse-Flügen Sicherheitsgründe angeführt haben.

Pruitt war bei vielen Konservativen sehr beliebt, weil er reihenweise Umweltregulierungen der Vorgängerregierung unter Barack Obama aufgehoben oder eingefroren hat. Andere Konservative rückten zuletzt von ihm ab, stehe er doch für genau jenen Sumpf, den Trump immer wieder verspricht trockenzulegen.

Die früher mächtige EPA ist unter Pruitt in ihren Kompetenzen und ihrer Wirkungskraft massiv beschnitten worden. Trump hatte im Wahlkampf angekündigt, sie ganz abschaffen zu wollen. Im Finanzjahr 2017 beschäftigte die Environmental Protection Agency mit Sitz in der Hauptstadt Washington 17 000 Menschen. Viele der Mitarbeiter wehrten sich verdeckt oder offen gegen Pruitt.

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