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Mit einem gigantischen Aufwand wird für die Sicherheit von US-Vize-Präsident Joe Biden gesorgt.

Gigantischer Sicherheitsaufwand

US-Vize-Präsident bei Siko: Mit 40 Autos durch München

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München - Sicherheitskonferenz in München: Ständig jagt ein anderer Konvoi mit Blaulichtstaffel durch die Stadt. Wir sind in einem mitgefahren - und haben mit Ilse Aigner Joe Biden vom Flughafen abgeholt.

Die bayerische Landeshauptstadt hat ihre Gäste schon freundlicher begrüßt. Minus vier Grad hat es am Freitagabend am Münchner Flughafen, als die Air Force Two am Roten Teppich auf dem Flugfeld stoppt. Die kleinen Fahnen zappeln heftig im Wind, der die gefühlte Temperatur deutlich kälter erscheinen lässt. Ilse Aigner steigt aus ihrer warmen Limousine aus. Als Vize-Ministerpräsidentin ist es ihre Aufgabe, den neben Kanzlerin Angela Merkel wohl höchstrangigen Gast der Sicherheitskonferenz zu begrüßen: Joe Biden, Vize-Präsident der Vereinigten Staaten.

Aigner vertritt Horst Seehofer, der die Volksnähe der Weltpolitik vorgezogen hat. Der Ministerpräsident sitzt in diesem Moment bei der Fastnacht in Franken. Aigner hat sich zuvor im Auto angesehen, als was sich die Kollegen verkleidet haben. Immerhin: Sie kann als Vizepräsidentin des Landesverbandes Oberbayern im Bund Deutscher Karneval Sachverstand geltend machen.

Vize trifft Vize: Bayerns Vize-Ministerpräsident Ilse Aigner holt US-Vize-Präsident Joe Biden am Flughafen ab.

Am Flugzeug haben Polizisten ein Spalier gebildet. Es gibt keine Kapelle, nur der Wind pfeift, als Biden schließlich mit seiner Enkelin die Gangway herunter steigt. Und ein Hubschrauber knattert, der über der Air Force Two aufgestiegen ist und den Vize-Präsident bis in die Innenstadt auch aus der Luft beschützen wird. Die Zeremonie ist kurz: Aigner und der US-Generalkonsul Bill Moeller begrüßen den Gast. Der sagt artig, Bayern sei sein Lieblingsland - und damit es nicht gar so floskelhaft wirkt, erzählt er noch, das habe er denen in Brüssel eben auch schon gesagt. Aber die hätten's anders gesehen, sagt Biden und lacht. In Brüssel hat Biden zuvor den ganzen Tag Gespräche zur Ukraine und über das Freihandelsabkommen TTIP geführt. Am Samstagmittag wird es im Bayerischen Hof ein trilaterales Treffen mit Bundeskanzlerin Merkel und dem ukrainischen Präsidenten Poroschenko geben.

Es ist zu kalt am Rollfeld. Nach wenigen Minuten der Freundlichkeiten steigt Joe Biden in die gepanzerte Limousine, die bereit steht. Es folgt eine Kolonne von etwa 40 Autos. Die Amerikaner haben sogar einen eigenen Erste-Hilfe-Wagen dabei. Auch ein deutscher Krankenwagen begleitet den Tross. SEK, USK - alles ist da. Es gibt einen eigenen Wagen, der mit einer steuerbaren Kamera am Dach die ganze Fahrt filmt. Und über all dem knattert weiter der Hubschrauber. Die Fahrt geht erst über die Autobahn, dann den Mittleren Ring entlang zum Bayerischen Hof. Überall, wo der Tross durchfährt, hat die Polizei den Verkehr aufgehalten. Selbst die Autobahnparkplätze sind abgesperrt. Die Szenerie ist im Dunkeln fast etwas gespenstisch. Überall Blaulicht, auf jeder Brücke steht ein Einsatzwagen, um einen Anschlag zu verhindern. Der Aufwand ist gigantisch.

Ilse Aigner hat sich ganz hinten in der Kolonne eingereiht. Kurz hinter dem Seehaus schert ihr Wagen aus und fährt in die Innenstadt zum Platzl. Es ist inzwischen nach 22 Uhr, aber ein Termin steht noch auf dem Plan. Die Vize-Ministerpräsidentin trifft sich mit Vize-Kanzler Sigmar Gabriel - ein spannender Termin in Zeiten der umstrittenen Energiewende. Aber im Vergleich zum Vize-Präsidenten sind die beiden quasi inkognito hier. Vor den "Südtiroler Stuben" warten nur ein paar Autogrammjäger. Mit denen schwatzt Aigner ein Weilchen. Ganz ohne Polizei.

Mike Schier

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