Rückzug nach langem Wahlkampf

US-Vorwahlen: Bernie Sanders gibt auf - Biden wird Präsidentschaftskandidat der Demokraten

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Bernie Sanders hat sich aus dem Kandidatenwahlkampf der Demokraten zurückgezogen. Joe Biden wird Präsidentschaftskandidat der Partei.

  • Herausforderer für Wahl des Präsidenten am 03. November 2020
  • Bernie Sanders steigt aus Rennen um Kandidatur der Demokraten aus
  • Joe Biden wird Präsidentschaftskandidat der Demokraten

Alle Informationen zum „Super Tuesday“ finden Sie in unserem neuen Ticker.

Update vom Mittwoch, 08.04.2020, 17.49 Uhr: Bernie Sanders steigt um das Rennen um die Wahl als Präsidentschaftskandidat der Demokraten aus. Damit ist der Weg frei für die Kandidatur von Joe Biden. Der 77-Jährige Biden ist der letzte verbleibende Kandidat seiner Partei.

Zuvor hatte Sanders bei den letzten drei Vorwahlen in den US-Bundesstaaten Florida, Arizona und Illinois hinter Biden gelegen. Er hatte bisher 902 Delegierte auf sich versammeln können, Biden dagegen bereits 1203. Sanders war seit Anfang März der letzte verbleibende Mitbewerber neben Biden. Er galt als Gallionsfigur des linken Flügels der demokratischen Partei in den USA. Biden zählt zur Mitte der Partei. 

Buttigieg steigt aus Rennen aus

Update vom Montag, 02.03.2020, 07.15 Uhr: Pete Buttigieg zieht nach Medienberichten seine Bewerbung um die Präsidentschaftskandidatur der US-Demokraten zurück. Das meldeten US-Medien übereinstimmend unter Berufung auf Quellen aus dem Umfeld des früheren Bürgermeisters von South Bend (Indiana). Bei der Vorwahl im US-Bundesstaat South Carolina am Samstag hatte der 38-Jährige mit enttäuschenden 8,3 Prozent abgeschnitten. Auch Amy Klobuchar zog ihre Kandidatur zurück und unterstütze fortan Joe Biden

Update vom Sonntag, 01.03.2020, 07.05 Uhr: Wer hätte das gedacht? Im Rennen um die Präsidentschaftskandidatur der US-Demokraten fährt Joe Biden nach drei Niederlagen bei der Vorwahl in South Carolina einen deutlichen Sieg ein. Biden gewinnt damit erstmal eine Vorwahl - und das mit einem Kantersieg. Biden erklärte sich am Samstagabend (Ortszeit) zum Sieger der wichtigen Vorwahl im Bundesstaat South Carolina. "Wir haben gerade gewonnen, und wir haben wegen Euch deutlich gewonnen", sagte der 77-Jährige vor jubelnden Anhängern in South Carolinas Hauptstadt Columbia. 

Vorwahlen in South-Carolina: Joe Biden sieht deutlich 

Biden gehört zum moderaten Flügel der Demokraten. Nach Auszählung von mehr als 90 Prozent der Wahlbezirke in South Carolina gewann Biden vorläufigen Angaben der Wahlkommission zufolge fast 50 Prozent der Stimmen. Sanders lag demnach bei knapp 20 Prozent. In landesweiten Umfragen führt Sanders (78) das Feld der Bewerber um die Kandidatur der Demokraten weiterhin an. Sanders - der sich selber als demokratischen Sozialisten bezeichnet - hat bislang zwei Vorwahlen gewonnen. 

South Carolina war die vierte Vorwahl. Die Vorwahl in South Carolina war die letzte vor dem "Super Tuesday" am kommenden Dienstag. Dann wird in mehr als einem Dutzend Bundesstaaten gewählt. Dabei werden mehr als ein Drittel aller Delegierten vergeben, die im Sommer den Kandidaten der Demokraten bestimmen. Dieser Kandidat wird am 3. November gegen den republikanischen Amtsinhaber Donald Trump in die Wahl ziehen.

US-Vorwahlen: Hauen und Stechen zwischen den Demokraten

Update vom Montag, 24.02.2020, 10.35 Uhr: Bei den US-Demokraten beginnt so ganz allmählich das große Hauen und Stechen. Denn nach den ersten drei Vorwahlen in Iowa, New Hampshire und Nevada kann niemand mehr bestreiten, dass Bernie Sanders Topfavorit auf die Präsidentschaftskandidatur der Oppositionspartei ist – das aber gefällt nicht jedem. Immerhin hat Sanders erst vor kurzem noch behauptet, dass ihn niemand stoppen könnte, nicht das republikanische und auch nicht das demokratische Establishment. 

Das mag eine recht zweifelhafte Strategie sein, da der Senator aus Vermont letztlich auf die Stimmen der von ihm so scharf attackierten Partei-Elite angewiesen sein wird, um im November Donald Trump zu besiegen. Genau das ist auch eines der Hauptargumente seiner Gegner im Vorwahlkampf. Vor allem der junge Senkrechtstarter Pete Buttigieg argumentiert in diese Richtung. Ohnehin hat sich der 39-Jährige als lautstärkster Widersacher des 78-jährigen Sanders positioniert.

So hat Buttigieg inzwischen Zweifel an den Ergebnissen der Vorwahl in Nevada angemeldet und seine eigene Platzierung infrage gestellt. Nach Auszählung von mehr als 85 Prozent der Wahlbezirke liegt Buttigieg laut CNN mit rund 13 Prozent an dritter Stelle hinter Joe Biden (rund 21 Prozent) und Sanders (rund 47 Prozent). 

Buttigiegs Wahlkampfteam habe die Demokratische Partei in Nevada am Sonntag in einem Brief zur Veröffentlichung bestimmter Abstimmungsdaten und der Berichtigung von angeblichen Fehlern aufgefordert, berichteten mehrere US-Medien. „Aufgrund von Unregelmäßigkeiten und einer Reihe ungeklärter Fragen, die wir der Demokratischen Partei in Nevada gestellt haben, ist unklar, wie die Endergebnisse aussehen werden“, wurde Buttigiegs stellvertretender Wahlkampfmanager Hari Sevugan zitiert. Buttigiegs Lager zweifelt demnach nicht am Erfolg von Sanders, deutet aber an, dass Buttigieg knapp vor Biden an zweiter Stelle liegen könnte. 

Donald Trump beobachtet Vorwahl der Demokraten mit Vergnügen

Einer findet das parteiinterne Gerangel der Demokraten natürlich besonders gut: Donald Trump. Der US-Präsident, der offenbar Sanders als schwächsten Gegner ausgemacht hat, schickte gleich mal einen entsprechenden Tweet in die Welt. Ob es irgendwelche demokratischen Aktivisten gebe, vielleicht ja auch „Crooked Hillary Clinton“, die Russland, Russland, Russland für den Sieg von Sanders verantwortlich machen würden? Wenn ja, schlage er vor, einen neuen Mueller-Sonderbericht erstellen zu lassen. Bob werde dem schon auf den Grund gehen!

US-Wahl 2020: Bernie Sanders feiert klaren Sieg in Nevada

Update vom Sonntag, 23.02.2020, 07.35 Uhr: Bernie Sanders wird von vielen US-Demokraten eher skeptisch gesehen. Immerhin steht er mit dem dortigen Establishment auf Kriegsfuß und trat lange Jahre als Unabhängiger auf. Dennoch deutet immer mehr darauf hin, dass der 78-Jährige als Kandidat der Demokraten im November den amtierenden US-Präsidenten Donald Trump herausfordern wird. 

Bei der dritten Vorwahl in Nevada feierte Sanders jedenfalls einen triumphalen Erfolg. Obwohl am späten Samstagabend (Ortszeit) erst 22 Prozent der Wahlbezirke ausgezählt waren, war Sanders der Sieg nicht mehr zu nehmen. Der 78-jährige kam demnach auf 46 Prozent, dahinter folgte der frühere Vizepräsident Joe Biden mit 23 Prozent.

Sanders reklamierte den Sieg bereits für sich: Seine „Multi-Generationen- und multikulturelle Koalition“, die in Nevada gewonnen habe, werde auch „dieses Land mitreißen“, sagte Sanders, dessen Sieg auch zu beweisen scheint, dass er durchaus in der Lage ist, erfolgreich um Stimmen über die Grenzen der linken Wählerschaft hinaus zu werben. Das hatten seine Rivalen aus dem moderaten Lager wie Biden oder Pete Buttigieg oft bezweifelt.   

Buttigieg, der nur 13 Prozent der Stimmen erhielt, warnte sogleich vor dem selbsternannten „demokratischen Sozialisten“, der den „Kapitalismus als die Wurzel allen Übels“ sieht. Sanders glaube an eine unflexible, ideologische Revolution, die „die meisten Demokraten, ganz zu schweigen von den meisten Amerikanern, außen vor lässt“, sagte Buttigieg in einem überraschend rauen Ton.

Auch US-Präsident Donald Trump meldete sich im Onlinedienst Twitter zu Wort. „Sieht so aus, als ob Crazy Bernie im großen Staat Nevada gut abschneidet“ und fügte hinzu: „Herzlichen Glückwunsch Bernie, und lass dir das nicht wegnehmen!“ 

Attacken gegen Bloomberg –Demokraten werfen Milliardär „rassistische Politik“ vor

Update vom Donnerstag, 20.02.2020, 08.45 Uhr: In den vergangenen Wochen ist Michael Bloomberg im US-Vorwahlkampf der Demokraten immer stärker geworden. In landesweiten Umfragen liegt der US-Milliardär teilweise schon auf dem zweiten Platz – nur dem linken Senator Bernie Sanders hinkt er noch hinterher.

Bloomberg hat bei seinem Aufstieg von zwei Dingen profitiert. Zum einen ist der einstige Favorit Joe Biden zuletzt mächtig ins Schlingern geraten, zum anderen hat er sich mit seinen Werbemillionen immer stärker selbst ins Gespräch gebracht.

Nun nahm Bloomberg das erste Mal auch an einer TV-Debatte der Demokraten teil. Dabei ging es gleich einmal hoch her, vor allem Bloombergs wegen. Der bekam von allen Seiten sein Fett ab. So bezeichnete die Senatorin Elizabeth Warren den früheren New Yorker Bürgermeister am Mittwochabend (Ortszeit) als „arroganten Milliardär“, der in der Vergangenheit „rassistische Politik“ unterstützt und sich frauenverachtend geäußert habe. Senator Bernie Sanders warf Bloomberg vor, in seiner Bürgermeisterzeit „empörende“ Praktiken der Polizei gegen Afroamerikaner und Hispanos unterstützt zu haben.

„Ich möchte darüber sprechen, gegen wen wir antreten", sagte Warren bei der Debatte in Las Vegas: „Einen Milliardär, der Frauen als fette Tussis und pferdegesichtige Lesben bezeichnet. Und nein, ich spreche nicht über Donald Trump, ich spreche über Bürgermeister Bloomberg.“ Die Demokraten würden ein „riesiges Risiko eingehen“, sollten sie „einfach nur einen arroganten Milliardär durch einen anderen ersetzen“.

Bloomberg ist vor allem wegen der Polizeistrategie „Stop and Frisk“ (Stoppen und durchsuchen) in die Kritik geraten, bei der in New York vor allem Afroamerikaner und Hispanos ohne konkreten Anlass auf offener Straße kontrolliert worden war. Bloomberg hat sich inzwischen für das als diskriminierend kritisierte Vorgehen entschuldigt.

Vorgeworfen werden dem 78-Jährigen auch sexistische Kommentare in der Vergangenheit. Bei der von ihm gegründeten Finanznachrichtenagentur Bloomberg soll es lange Zeit eine machohafte Unternehmenskultur gegeben haben.

Bloomberg versuchte die Angriffe bei der TV-Debatte abzuwehren – und hielt selbst dagegen. Sanders habe „keine Chance“, Trump im November zu besiegen. Der Multimilliardär warf Sanders indirekt agar „kommunistische“ Vorschläge vor.

Trump-Herausforderer: Triumph für Sanders - Niederlage für Biden

Update vom Mittwoch, 12.02.2020, 09.45 Uhr: Auch Donald Trump hat zur Vorwahl der Demokraten in New Hampshire geäußert – und dabei nicht mit Spott gespart. Zum enttäuschenden Abschneiden der linken Senatorin Elizabeth Warren schrieb er auf Twitter, sie wolle wohl insgeheim aus dem Rennen aussteigen und einfach nach Hause gehen, um dort mit ihrem Mann ein Bier zu trinken.

Zu den Kandidaten Andrew Yang und Michael Bennet, die ihre Kampagnen angesichts schlechter Ergebnisse einstellten, fiel Trump nur ein, dass sie einen „sehr niedrigen politischen Intelligenzquotienten“ hätten. 

Und natürlich freute er sich auch, dass Pete Buttigieg dem „verrückten Bernie“ das Leben schwer mache.

Update vom Mittwoch, 12.02.2020, 06.35 Uhr: Der linke Senator Bernie Sanders hat laut US-Sendern die Präsidentschaftsvorwahl der oppositionellen Demokraten in New Hampshire gewonnen. Dies ergaben Hochrechnungen der Sender ABC und NBC auf der Basis der Auszählung von rund 90 Prozent der Stimmen. Sanders lag in diesen Auszählungsergebnissen bei 26 Prozent, gefolgt von den moderat-pragmatischen Bewerbern Pete Buttigieg bei rund 24 Prozent und Amy Klobuchar mit etwa 20 Prozent.

Sanders: „Das ist das Ende von Trump“

„Dieser Sieg hier ist der Anfang vom Ende für Donald Trump,“ sagte der 78-jährige Sanders vor jubelnden Anhängern. Sanders ist parteilos, steht aber dem linken Flügel der Demokraten nahe. Die ebenfalls linksgerichtete Senatorin Elizabeth Warren konnte er nun in New Hampshire ebenso wie schon bei der ersten Vorwahl in der vergangenen Woche in Iowa deutlich abhängen. Warren landete in New Hampshire mit etwa neun Prozent auf dem vierten Platz.

Noch enttäuschender verlief der Abend für den früheren Vizepräsidenten Joe Biden, der mit nur rund acht Prozent auf Platz fünf rangierte. Schon in Iowa hatte der Mitte-Politiker einen Rückschlag erlebt, indem er nur auf Platz vier landete.

Das Bewerberfeld der Demokraten schrumpfte nach der Abstimmung in New Hampshire weiter zusammen. Andrew Yang und Michael Bennet erklärten ihren Ausstieg. Der Unternehmer Yang und der Senator Bennet sahen nach schwachen Ergebnissen in New Hampshire wie schon in Iowa keine Chance mehr auf die Nominierung für das Weiße Haus.

Vorwahl in New Hampshire: US-Demokraten suchen Trump-Herausforderer

Update vom Dienstag, 11.02.2020, 16.40 Uhr: Die US-Demokraten suchen weiter nach einem Herausforderer für US-Präsident Donald Trump – diesmal im US-Bundesstaat New Hampshire. In der Turnhalle der „Northwest Elementary School“ in der Stadt Manchester machten bereits am frühen Morgen Dutzende Wähler hinter blauen und roten Plastikvorhängen mit dem Konterfei der Freiheitsstatue ihre Kreuze. Pete Buttigieg begrüßte in einem schwarzen Wintermantel vor einem Wahllokal erste Wähler und posierte für Selfies im Schnee.

In Dixville Notch im Norden von New Hampshire, wo die abgegebenen Stimmen der fünf Wahlberechtigten direkt nach Mitternacht gezählt wurden, gewann überraschend der Milliardär Michael Bloomberg. Dabei stand der Ex-Bürgermeister von New York gar nicht auf den Wahlzetteln. Der 77-Jährige hatte angekündigt, die ersten Abstimmungen im Februar auszulassen, um sich auf den „Super Tuesday“ am 3. März zu konzentrieren, an dem 14 Staaten gleichzeitig Vorwahlen abhalten.

Nach Vorwahl in Iowa: Donald Trump zieht über Demokraten her

Update vom Dienstag, 11.02.2020, 09.25 Uhr: Donald Trump hatte allen Grund zur Freude. Zum Freispruch im Impeachment-Prozess gesellte sich auch noch die chaotische Vorwahl der US-Demokraten in Iowa – besser hätte die erste Februarwoche für den US-Präsidenten kaum laufen können. Natürlich ließ sich Trump die Gelegenheit, mal wieder genüsslich über die Demokraten herzuziehen, nicht entgehen.

Noch etwas anderes dürfte Trump gefreut haben: die unerwartet niedrige Wahlbeteiligung in Iowa. Während im Obama-Jahr 2008 knapp 240.000 Stimmen abgegeben wurden, waren es diesmal nur etwas mehr als 176.000. Dass die Demokraten in einem Jahr, in dem der Gegner Trump heißt, nicht so viele Menschen motivieren konnten, bereitet der Opposition schon jetzt ein wenig Sorgen. 

Doch der Präsident hat zurzeit auch eigene Sorgen. Wegen Vergehen im Zusammenhang mit der Russland-Affäre drohen Donald Trumps langjährigem Vertrauten Roger Stone viele Jahre Haft.

Bernie Sanders geht als Favorit in US-Vorwahl in New Hampshire

Die Demokraten hoffen nun darauf, dass bei der zweiten Vorwahl am Dienstag (11.2.) in New Hampshire alles besser läuft als in Iowa. Als Favorit gilt diesmal der linke Senator Bernie Sanders, der in den Umfragen vorne liegt.  Dicht auf den Fersen dürfte ihm ihm im nordöstlichen Bundesstaat New Hampshire der neue GeheimfavoritPete Buttigieg folgen. Danach dürften Elizabeth Warren, Joe Biden und Amy Klobuchar um Platz drei kämpfen.

Auch wenn in New Hampshire nur 24 Delegiertenstimmen vergeben werden, dürfte die Wahl vor allem für Joe Biden wichtig werden. Der frühere Vizepräsident, der in landesweiten Umfragen lange vorne lag, hat seine Anhänger bereits vor einem schlechten Abschneiden gewarnt. Biden macht inzwischen auch der Vormarsch von Mike Bloomberg zu schaffen, der in Iowa und New Hampshire gar nicht antrat. Bloomberg konzentriert sich auf eine Kandidatur in den größeren Bundesstaaten, die bedeutend mehr Delegiertenstimmen vergeben.

Die ersten Wahllokale in New Hampshire sollen um 6.00 Uhr (12.00 Uhr MEZ) öffnen, die letzten um 20.00 Uhr (2.00 Uhr MEZ Mittwoch) schließen. Im Anschluss wird mit ersten Ergebnissen gerechnet.

Vorwahlen USA: US-Demokraten bestätigen offiziell Sieg von Buttigieg in Iowa

Update vom Montag, 10.02.2020, 06.25 Uhr: Die erste Vorwahl der US-Demokraten in Iowa verlief chaotisch. Wer eigentlich gewonnen hat, blieb lange unklar. Nun aber haben die Demokraten ein offizielles Ergebnis verkündet und dabei den Sieg von Pete Buttigieg bestätigt. Allerdings willBernie Sanders die Ergebnisse aus einigen Wahlbezirken überprüfen lassen. Das kündigte sein Wahlkampfmanager Faiz Shakir nach Angaben des TV-Senders CNN an. 

Hintergrund ist eine technische Panne bei der Übermittlung der Ergebnisse, weswegen es Zweifel an ihrer Korrektheit gibt. Den bislang veröffentlichten Ergebnissen zufolge kommt Buttigieg auf 14 nationale Delegierte, die zum entscheidenden Nominierungsparteitag im Sommer entsendet werden - zwei mehr als Sanders. Auf die drittplatzierte SenatorinElizabeth Warren entfallen acht Delegierte. Der ehemalige Vizepräsident Joe Biden steht mit sechs Delegierten an vierter Stelle.

Update vom Samstag, 08.02.2020, 13.08 Uhr: Sieben Kandidaten der Demokraten haben sich in einer TV-Runde in Manchester im US-Bundesstaat New Hampshire einen Schlagabtausch geliefert. In New Hampshire stehen am Dienstag, 11. Februar, die nächsten Vorwahlen an. Wie der Spiegel berichtet, wurden vor allem Pete Buttigieg und Bernie Sanders, die sich bei der Vorwahl in Iowa ein Kopf an Kopf rennen geliefert hatten, von anderen Kandidaten angegriffen.

Vorwahlen USA: Biden enttäuscht in Iowa

Buttigieg wurde vor allem seine Unerfahrenheit und seine geringe Unterstützung unter den Afroamerikanern und Latinos vorgeworfen. US-Senatorin Klobuchar warf Sanders dagegen vor, er könne die Menschen im Land nicht mitnehmen. Sanders entgegnete, dass es eine Agenda brauche, die für die Menschen da ist und nicht nur einzelnen Milliardären nütze.

Biden, der in Iowa nur auf einem enttäuschenden vierten Platz landete, sagte, er werde wohl in New Hampshire wieder eine Niederlage erleiden. Er aber im langen Rennen der Vorwahlen noch aufholen könne. Das enttäuschende Ergebnis in Iowa versuchte er herunterzuspielen. Die US-Vorwahlen gehen noch bis in den Juni. Biden lag zuletzt in nationalen Umfragen vor seinen Kontrahenten.

Vorwahlen in Iowa: 

Update vom Freitag, 07.02.2020, 06:37 Uhr: Mittlerweile haben die US-Demokraten das Endergebnis ihrer Präsidentschaftsvorwahl 2020 nach tagelanger Verzögerung im Bundesstaat Iowa veröffentlicht. Demnach schlug der pragmatisch-moderate Ex-Bürgermeister Pete Buttigieg den linksgerichteten Senator Bernie Sanders denkbar knapp. Wie die Regionalsektion der Demokraten in Iowa am Donnerstagabend (Ortszeit) mitteilte, kam Buttigieg auf 26,2 und Sanders auf 26,1 Prozent der Stimmen. Senatorin Elizabeth Warren, ebenfalls linksgerichtet, erreichte mit 18 Prozent den dritten Platz. Die moderaten Kandidaten Joe Biden (15,8 Prozent) und Senatorin Amy Klobuchar (12,3 Prozent) belegten die restlichen Plätze. 

Bisher erklärten weder die Demokraten, noch die US-Medien einen Kandidaten zum Sieger. Laut AFP liegt das am knappen Ergebnis. Auch deshalb forderte die Parteizentrale der Demokraten eine erneute Überprüfung der Ergebnisse. "Genug ist genug", schrieb Parteichef Tom Perez auf Twitter. Das Vertrauen der Öffentlichkeit in das Ergebnis müsse mit einer erneuten Überprüfung sichergestellt werden. 

Update vom Donnerstag, 06.02.2020, 17.48 Uhr: Nach Auszählung fast aller Stimmen der ersten Vorwahl der US-Demokraten in Iowa liegen der Ex-Bürgermeister Pete Buttigieg und der Senator Bernie Sanders praktisch gleichauf. Buttigieg kam nach Auszählung von 97 Prozent der Stimmen am Donnerstag auf 26,2 Prozent und lag damit nur 0,1 Prozentpunkte vor Sanders. Drittplatziert war die Senatorin Elizabeth Warren mit 18,2 Prozent. Der in Umfragen führende Ex-Vize-Präsident Joe Biden lag mit 15,8 Prozent nur auf dem vierten Platz.

Das gute Abschneiden Buttigiegs hatte Beobachter des US-Wahlkampfs überrascht. Der 38-jährige ehemalige Bürgermeister der 100.000-Einwohner-Stadt South Bend in Indiana war vor der Verkündung seiner Bewerbung um die Präsidentschaftskandidatur vor knapp einem Jahr kaum bekannt. Er gilt neben Biden als moderater Kandidat, während Sanders und Warren weiter links stehen.

Vorwahlen in Iowa: Biden verzeichnet „Schlag in die Magengrube“ 

Der 77-jährige Biden bezeichnete sein schwaches Ergebnis als „Schlag in die Magengrube“, erklärte jedoch, dass er trotz der Niederlage weitermachen wolle. Am kommenden Dienstag findet in New Hampshire die nächste Vorwahl der US-Demokraten statt.

Update vom Mittwoch, 05.02.2020, 11.52 Uhr: Der Ex-Bürgermeister Pete Buttigieg liegt bei der ersten Vorwahl der Demokraten im US-Präsidentschaftsrennen vorne. Buttigieg kam nach Auszählung von 62 Prozent aller Wahlbezirke im Bundesstaat Iowa auf die meisten Delegiertenstimmen - gefolgt vom linken Senator Bernie Sanders, wie die Demokratische Partei in Des Moines am Dienstag nach langem Warten mitteilte. Chaos bei der Auszählung hatte die Verkündung von Ergebnissen extrem verzögert. „Ich habe noch nie so sehr an unsere Kampagne, an unser Team und an unsere Vision geglaubt, die uns an diesen Punkt gebracht hat“, sagte Buttigieg in Laconia im Bundesstaat New Hampshire. 

Die Senatorin Elizabeth Warren rangiert demnach auf Platz drei. Der als einer der Favoriten gehandelte ehemalige US-Vizepräsident Joe Biden belegt einen schwachen vierten Platz. 

Wahl-Chaos in Iowa: Schwere Pannen bei den Demokraten, Schadenfreude beim Präsidenten

Update vom Dienstag, 04.02.2020, 16.21 Uhr: Die Demokratische Partei in Iowa hat inzwischen einen Programmierfehler als Grund für das Chaos bei der Auszählung der Vorwahlergebnisse genannt. Sie will die Wahl-Resultate aber baldmöglichst im Laufe des Tages veröffentlichen. 

Die bisherigen Untersuchungen hätten ergeben, dass es bei der Eingabe der Daten aus den einzelnen Bezirken über eine App keine Probleme gegeben habe, hieß es am Dienstag in einer neuen Stellungnahme der Partei, über die US-Medien übereinstimmend berichteten.

Demokraten und Republikaner in Iowa hatten am Montagabend (Ortszeit) bei Hunderten Parteiversammlungen darüber abgestimmt, wen sie für den besten Präsidentschaftskandidaten ihrer Partei halten. Für die chaotische Wahl ernteten sie Spott vonseiten der Republikaner. 

Vorwahlen in Iowa: Donald Trump spottet über Wahl-Chaos der Demokraten 

Update vom Dienstag, 04.02.2020, 14.06 Uhr: US-Präsident Donald Trump hat die von einer schweren Panne überschattete Vorwahl der Demokraten im Bundesstaat Iowa als „völliges Desaster“ bezeichnet. 

„Nichts klappt, genauso wie sie das Land regiert haben“, schrieb Trump mit Blick auf die oppositionellen Demokraten am Dienstag auf Twitter. Unter Bezug auf die parallel erfolgte republikanische Vorwahl in Iowa schrieb der US-Präsident, er sei der einzige, der einen „sehr großen Sieg“ für sich in Anspruch nehmen könne.

Update vom Dienstag, 04.02.2020, 13.06 Uhr: Nach dem chaotischen Start der Demokraten bei den US-Vorwahlen gibt es nun spöttische Kommentare aus dem Lager der Republikaner. Der Wahlkampfmanager von Donald Trump, Brad Parscale, schrieb über Twitter, dass die Demokraten nicht einmal eine Vorwahl ausführen könnten, aber die Regierung übernehmen wollen. 

Die demokratischen Kandidaten für das Amt des Präsidenten traten am Montagabend vor ihren Anhängern in Iowas Hauptstadt Des Moines auf, ohne das Ergebnis der Vorwahl zu kennen. Sie nutzten die Zeit, um US-Präsident Donald Trump zu attackieren. 

Vorwahlen in Iowa: Münzwurf entscheidet bei Wahl-Chaos

Update vom Dienstag, 04.02.2020, 11.45 Uhr: Der Start der Vorwahlen in Iowa war mehr als chaotisch. Obwohl es noch kein Ergebnis gab, erklärten sich mehrere Kandidaten zum Sieger, darunter auch der linksgerichtete Senator Bernie Sanders. Er hat laut Zahlen seines Wahlkampfteams die Vorwahl der Demokraten im US-Bundesstaat Iowa für sich entschieden. Der 78-Jährige liege nach Auszählung von knapp 40 Prozent der Stimmen mit gut 28,6 Prozent vor dem früheren Bürgermeister Pete Buttigieg, der auf 25,7 Prozent komme, teilte Sanders' Wahlkampfteam am frühen Dienstagmorgen unter Berufung auf interne Berechnungen mit.

Ein Pressevertreter wartet auf die Verkündung der Ergebnisse. 

Die linke Senatorin Elizabeth Warren landete demnach mit 18,4 Prozent auf Platz drei. Ex-Vizepräsident Joe Biden erreichte nur den vierten Platz. Er kam auf 15,1 Prozent. Umfragen hatten Biden auf Platz zwei hinter Sanders gesehen.

Problematisch war vor allem die Übermittlung der Wahlergebnisse. Stunden warteten die Kandidaten der Demokraten auf die Stimmen der US-Bürger. Die Organisation vor Ort reagierte hilflos, die Kandidaten empört. In einigen Wahllokalen wurde das Ergebnis sogar per Münzwurf entschieden, wie ein Video des Anbieters „KameraOne“ berichtet. 

Update vom Dienstag, 04.02.2020, 6.00 Uhr: Nach der Präsidentschaftsvorwahl der US-Demokraten im Bundesstaat Iowa verzögert sich die Bekanntgabe der Wahlergebnisse. Die Demokratische Partei begründete dies am Montagabend (Ortszeit) mit „Unstimmigkeiten“ bei drei verschiedenen Datensätzen zu den Wahlergebnissen, wie US-Medien berichteten. Neben dem technischen System zur Erfassung der Resultate gibt es demnach auch Fotos der Abstimmungsergebnisse sowie schriftliche Unterlagen.

Es solle nun sichergestellt werden, dass die Ergebnisse vor einer Veröffentlichung korrekt seien, erklärten die Demokraten.

Mehrere der Bewerber traten schon vor Veröffentlichung der Ergebnisse vor ihre Anhänger und versicherten, sie hätten erfolgreich abgeschnitten. So äußerten sich der linksgerichtete Senator Bernie Sanders, der in Umfragen für Iowa in Führung gelegen hatte, Vizepräsident Joe Biden sowie die Senatorinnen Elizabeth Warren und Amy Klobuchar.

Derweil gewann US-Präsident Donald Trump die Vorwahl in Iowa, wie seine Republikaner mitteilten. Das hatte als reine Formsache gegolten: Der Amtsinhaber hatte keine aussichtsreichen Herausforderer.

Eine Illustration mit der Darstellung des US-Präsidenten Trump ziert die Wand eines Gebäudes.

Erstmeldung vom Monatg, 03.02.2020, 11.30 Uhr: Des Moines – Iowa macht den Auftakt: In dem US-amerikanischen Bundesstaat im Mittleren Westen steht am Montagabend (19.00 Uhr Ortszeit/Dienstag 2.00 Uhr MEZ) die erste Vorwahl im US-Präsidentschaftsrennen an. In Parteiversammlungen, die über den ganzen Staat verteilt sind, stimmen Demokraten und Republikaner darüber ab, wen sie für den besten Kandidaten für das Amt des US-Präsidenten halten. Für die Republikaner wird der amtierende Präsident Donald Trump antreten.  

Vorwahlen in Iowa: Großes Bewerberfeld bei den Demokraten 

Im Gegensatz zu den Demokraten hat Donald Trump* nur wenig Konkurrenz. Für die Demokraten waren es fast 30 Anwärter, 17 sind bereits ausgestiegen, 11 bleiben noch übrig. Ein Führungstrio liegt dabei vorne: der moderate Ex-US-Vizepräsident Joe Biden sowie die beiden linken Senatoren Bernie Sanders und Elizabeth Warren.

In Iowa lag Biden über lange Strecken hinweg auf Platz eins. Bernie Sanders konnte aber zuletzt an ihm vorbeiziehen und sicherte sich damit die Favoritenrolle. Die demokratischen Präsidentschaftsbewerber absolvierten in Iowa bis zum Schluss Wahlkampfveranstaltungen im Akkord. Biden warnte dabei vor vier weiteren Jahren mit Donald Trump. Warren betonte, wer auch immer von den Demokraten nominiert werde: „Wir haben ein Ziel: Wir werden Donald Trump besiegen!“

Vorwahlen in den USA: Iowa macht den Auftakt um das Präsidentschaftsrennen 

Iowa ist mit seinen drei Millionen Einwohnern im Vergleich zu anderen Bundesstaaten ein kleines Licht und schickt im Sommer nur wenige Delegierte zu den Nominierungsparteitagen von Demokraten und Republikanern. In dem kleinen Staat hat sich aber in der Vergangenheit oft gezeigt, wer am Ende als Kandidat seiner Partei das Rennen macht. Die Signalwirkung ist also groß. Die nächste Vorwahl folgt am 11. Februar 2020 in New Hampshire. Am 3. November 2020 beginnen die  eigentlichen Präsidentschaftswahlen.

Erst kürzlich bewies Donald Trump geografische Schwächen. Er gratulierte den Gewinnern des diesjährigen Super Bowls - und blamierte sich*. Davor hatten Shakira und Jennifer Lopez Trumps Migrationspolitik kritisiert.

Donald Trump pöbelt gegen Oscar-Gewinner „Parasite“ aus Südkorea: Vor Anhängern in Colorado hat US-Präsident Donald Trump gezeigt, dass sein Nationalismus auch vor der Filmwelt keinen Halt macht.*

Der Ex-Vizepräsident der USA, Joe Biden, scheint sich nicht sicher zu sein, wofür er kandidiert. Konkurrenten machen Favorit Bernie Sanders bei der TV-Debatte der Demokraten Vorwürfe.*

Ronny Jackson war Chefarzt im Weißen Haus und damit auch für US-Präsident Donald Trump zuständig. Er wollte den Präsidenten dazu bringen, abzunehmen – und scheiterte. 

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Rubriklistenbild: © picture alliance/Charles Krupa/AP/dpa

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