Kommentar von Alexander Weber

Duell Trump gegen Clinton: Die Chance des Underdogs

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Tatsächlich hat sich bei den US-Republikanern mit Donald Trump der unwahrscheinlichste Kandidat durchgesetzt. Er nutzt die Chance des Underdogs. Ein Kommentar. 

Eine Fußball-Weisheit hat sich auch im Vorwahlkampf der US-Republikaner bestätigt: Jedes Spiel muss erst gespielt werden. Es kommt nicht darauf an, wer die beste Papierform hat, sondern wer beim Abpfiff vorn liegt. Und so hat sich in der Grand Old Party tatsächlich der unwahrscheinlichste Kandidat, Donald Trump, durchgesetzt. Es wäre Amerika und dem Rest der Welt zu wünschen, dass seine demokratische Konkurrentin Hillary Clinton den Fehler der Republikanischen Partei nicht wiederholt und den Polit-Raufbold unterschätzt.

Es mag ja sein, dass die Demokraten darauf hoffen können, dass Trump es bis zur Präsidentschaftswahl nicht schafft, die Republikaner hinter sich zu einen. Und es stattdessen vom christlichen Fundamentalistenflügel bis tief ins Partei-Establishment zu Wahlenthaltung und „I’m with her“-Bewegungen pro Hillary kommt. Doch Trump hat bewiesen, dass er trotz aller rationalen Einwände das Bauchgefühl vieler Menschen ansprechen und für sich gewinnen kann. 

Merkel und Clinton: Das doppelte Lottchen?

Mit seinen Pöbeleien gegen Einwanderer, Muslime und Mexikaner findet er vor allem in jener Bürgerschaft Anklang, die sich als Teil einer vom sozialen Abstieg bedrohten weißen Mittelschicht fühlt. Um deren Rückhalt nicht zu gefährden und weiter bisherige Nichtwähler zu mobilisieren, wird Trump vermutlich nicht vollständig Kreide fressen und nur noch den Staatsmann spielen. Er wird weiter im Stile des Underdogs gegen das politische Establishment anstürmen - und Hillary als dessen Galionsfigur vorführen. Ein Trump ändert sich nicht mehr.

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