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Mike Pence gratuliert Donald Trump.

45. Präsident der Vereinigten Staaten

Donald Trump gewinnt die US-Wahl

Washington - Donald Trump hat die Wahl zum Präsidenten der Vereinigten Staaten gewonnen - und löste damit ein politisches Erdbeben aus.

Politisches Erdbeben in den USA: Der Immobilienmilliardär Donald Trump hat die US-Präsidentschaftswahl gewonnen. Nach einem dramatischen Kopf-an-Kopf-Rennen mit seiner Rivalin Hillary Clinton machte der 70-Jährige mit Siegen in mehreren Schlüsselstaaten jede Hoffnung der Demokratin zunichte, als erste Präsidentin ins Weiße Haus einzuziehen. Trump sagte in der Nacht zum Mittwoch vor Anhängern in Manhattan: "Ich werde Präsident aller Amerikaner sein." Die Republikaner verteidigten überdies die Mehrheit in beiden Kongresskammern.

Clinton habe ihm in einem Telefonanruf gratuliert, sagte Trump und schlug in seiner ersten Rede nach seinem Wahlsieg versöhnliche Töne an. Er kündigte an, er werde gute Beziehungen zu anderen Staaten anstreben. "Wir werden uns mit allen anderen Ländern verstehen, die willens sind, sich mit uns zu verstehen", sagte er. Über seine Rivalin, mit der er sich über Monate einen beispiellos aggressiven Wahlkampf geliefert hatte, sagte er, das Land müsse ihr dankbar sein.

Die Ex-Außenministerin war als Favoritin in die Wahl gegangen, Umfragen hatten der 69-Jährigen einen leichten Vorsprung vorausgesagt. Einen Sieg Trumps hatte aber niemand ausgeschlossen: Als der politische Quereinsteiger einen Schlüsselstaat nach dem anderen für sich entschied, schwand im Clinton-Lager die Hoffnung - bis sich schließlich pures Entsetzen breit machte.

US-Wahl 2016: Trump kam auf mindestens 288 Wahlleute

Trump kam nach Prognosen der US-Sender auf mindestens 288 Wahlleute, erforderlich sind 270. Florida leitete die Wende ein: Nachdem dort der Wahlausgang lange auf Messers Schneide stand, konnte schließlich Trump das Rennen in dem Schlüsselstaat mit 29 Wahlmännern für sich entscheiden.

Auch die Schlüsselstaaten North Carolina und Ohio gewann Trump. Florida und Ohio konnte der Republikaner auf seinem Weg ins Amt als 45. US-Präsident zurückerobern: 2012 wurde in beiden Staaten der Demokrat Barack Obama gewählt.

Der letzte Funken Hoffnung bei Clinton erlosch kurz bevor Trumps Sieg in Pennsylvania offiziell wurde, der ihn über die Schwelle von 270 Wahlleuten hob. Dabei war der Rechtspopulist auch in den traditionell demokratischen Bundesstaaten Michigan und Wisconsin überraschend stark. Wisconsin nahm er Clinton ebenfalls weg, in Michigan führte er. Clinton punktete vor allem im Nordosten und in den Westküstenstaaten.

Bereits die Aussichten auf einen möglichen Sieg Trumps sorgen für Talfahrten an den Börsen. Die US-Aktienmärkte sackten am Mittwoch im nachbörslichen Handel um mehr als fünf Prozent ab. An der Börse in London zeichnete sich bereits ein dickes Minus ab: Dort fielen die Kurse für Termingeschäfte wenige Stunden vor Handelsbeginn um mehr als vier Prozent. Auch die asiatischen Börsen waren auf Talfahrt: Die Börse in Tokio stürzte um 5,5 Prozent ab, die Börse in Hongkong gab fast drei Prozent nach.

Die mexikanische Währung fiel gegenüber dem Dollar auf ein historisches Rekordtief. Für einen Dollar waren 20,4401 Pesos fällig - und damit erstmals überhaupt mehr als 20 Pesos. Trump hatte sich im Wahlkampf immer wieder abfällig über Mexikaner geäußert.

Die Republikaner behalten nach Medienberichten auch die Mehrheit in beiden Kongresskammern, über deren Zusammensetzung parallel mit den Präsidentschaftswahlen abgestimmt wurde. Die Republikaner verteidigten wie erwartet ihre Mehrheit im 435 Sitze zählenden Repräsentantenhaus, wie die Sender ABC News und NBC News berichteten. Derzeit haben die Republikaner im Repräsentantenhaus 246 Sitze, die Demokraten 186.

Bis zuletzt hatten die Demokraten darauf gehofft, wenigstens die Mehrheit im Senat zurückzuerobern. Aber auch dort blieb die Mehrheit nach Angaben der US-Sender bei den Republikanern, so dass Trump vorerst freie Bahn beim Regieren hat. Mit der Mehrheit seiner Parteifreunde im Kongress im Rücken kann er zahlreiche von seinem Vorgänger Barack Obama durchgesetzte Reformen wieder rückgängig machen.

Acht Jahre nach der Wahl von Barack Obama zum ersten schwarzen Präsidenten erwiesen sich die USA im Wahlkampf und am Wahltag als ein tief gespaltenes Land. Sein Ansinnen, einen politischen Ausgleich zu erreichen, konnte Obama in seiner Präsidentschaft nicht in die Tat umsetzen.

Die scharfe Konfrontation zwischen dem Rechtspopulisten Trump und der demokratischen Kandidatin Clinton im Wahlkampf heizte die Spannungen zwischen den beiden großen politischen Lagern zusätzlich an. Umfragen von US-Fernsehsender zufolge genießen weder Trump noch Clinton bei einer Mehrheit der Wähler Vertrauen, im jeweils anderen Lager ist der Kandidat der Gegenseite vielen regelrecht verhasst.

Alle Informartionen rund um die US-Wahl können Sie hier nachlesen.

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