+
Präsidentschaftsbewerberin Hillary Clinton und George Clooney.

Merkur-Kommentar

Clooney sammelt für Clinton: Amerikas gekaufte Politik

München - George Clooney sammelt im US-Wahlkampf Geld für Hillary Clinton. Kaum etwas zeigt deutlicher, woran die Politik in den USA krankt, findet unser Autor Friedemann Diederichs.

Update vom 19. Oktober 2016: Donald Trump polarisiert: Sowohl die US-Wähler als auch seine Partei, die Republikaner. Hier finden Sie ein Porträt von Donald Trump.

Update vom 19. Oktober 2016: Die Meinungen über die demokratische Kandidatin für das Präsidentenamt sind vor der US-Wahl 2016 gespalten. Hier finden Sie ein Porträt von Hillary Clinton.

Unser Autor Friedemann Diederichs.

Bis zu 353.400 US-Dollar, umgerechnet rund 315.000 Euro: Zehn US-Durchschnittsfamilien müssen mit diesem Betrag ein ganzes Jahr leben. Doch wenn der Gastgeber George Clooney heißt und die Rednerin die Präsidentschafts-Kandidatin Hillary Clinton ist, verlangt und bekommt die Politikerin diese Summe an einem einzigen Abend als Spende von den Teilnehmern – wobei das Ticket dann zwei Personen den Eintritt erlaubt. Kaum etwas zeigt mitten im US-Wahlkampf um das Weiße Haus deutlicher, woran die Politik in den USA krankt – und warum sich viele Bürger angewidert von „denen da oben in Washington“ in Richtung von Exoten wie Bernie Sanders oder dem selbst finanzierten Donald Trump abwenden.

Denn nur von Naivität dominierte Menschen werden davon ausgehen, dass der Spender eines solch obszön hohen Betrages keine Gegenleistungen von dem so unterstützten Gast erwartet – nicht sofort, aber irgendwann. Selbst Clooney war diese Summe offenbar unheimlich, so dass er sich jetzt von der Geld-Orgie distanzierte. Von den Clintons ist eine solche Einsicht nicht zu erwarten, denn ihr gesamtes politisches Leben beruhte schon immer auf dem „Nehmen und Geben“-Prinzip. So weiß der Bürger zumindest, wen er mit Hillary Clinton wählen würde: Eine Vertreterin des großen Geldes ohne moralische Maßstäbe, die doch tatsächlich behauptet, für Amerikas Unterschicht und Mittelklasse zu sprechen.

Sie erreichen den Autor unter

Politik@merkur.de

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Islamistengruppe löst sich nach schweren Verlusten auf
Islamistische Terrororganisationen lösen sich nur selten wegen Erfolglosigkeit auf. Noch seltener ist es, wenn sie dies in einer öffentlichen Erklärung tun.
Islamistengruppe löst sich nach schweren Verlusten auf
SPD zofft mit sich selbst: Stegner geht auf Steinbrück los
Die SPD-Spitze hat verärgert auf die Kritik von Peer Steinbrück am Wahlkampf von Martin Schulz reagiert. Der Bundesvorsitzende Ralf Stegner wurde gegenüber dem …
SPD zofft mit sich selbst: Stegner geht auf Steinbrück los
SPD verliert weiter - FDP auf Sieben-Jahres-Hoch
Berlin (dpa) - Die SPD sinkt weiter in der Wählergunst. Im aktuellen Sonntagstrend, den das Meinungsforschungsinstitut Emnid wöchentlich für die "Bild am Sonntag" …
SPD verliert weiter - FDP auf Sieben-Jahres-Hoch
Bundesregierung gibt Erdogan im Incirlik-Streit noch zwei Wochen Zeit
Die Union im Bundestag erwartet innerhalb der nächsten zwei Wochen eine Entscheidung über den Abzug der deutschen Soldaten vom türkischen Luftwaffenstützpunkt Incirlik.
Bundesregierung gibt Erdogan im Incirlik-Streit noch zwei Wochen Zeit

Kommentare