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Christine Novotny

Super Tuesday steht bevor

Kommentar zur US-Wahl: Trump for President? Bitte nicht!

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"Wie kann man nur wollen, dass Donald Trump Präsident der USA wird?" Vor dem Super Tuesday ist diese Frage aktueller denn je. Ein Kommentar von Christine Novotny.

Kürzlich war ich in Panama. Dort habe ich ein amerikanisches Pärchen aus dem Bundesstaat Kentucky kennengelernt. In den USA besitzen sie eine Pferdefarm, der Mann ist leidenschaftlicher Jäger und Waffenbesitzer. Beide sind streng gläubig. In Panama haben sie sich ein großes Apartment mit Meerblick gekauft. Warum ich über dieses Pärchen schreibe? Weil sie Anhänger von Donald Trump sind. Als ich das erfahren habe, haben sich meine Haare aufgestellt: “Waaasss?? Wie kann man nur?? Das muss doch ein Witz sein?“ Das waren Fragen, die mir durch den Kopf gingen. Gestellt habe ich dem Pärchen diese Fragen nicht. Wahrscheinlich aus Angst ihre Privatsphäre zu verletzen. Seitdem geht mir das Thema aber nicht aus dem Kopf: Wie kann man nur wollen, dass Donald Trump zum amerikanischen Präsidenten gewählt wird?

Ich finde Trump unsympathisch, arrogant, lächerlich, einfach nicht ernst zu nehmen. Er hetzt ordentlich gegen Migranten mit Sätzen, die unter die Gürtellinie gehen. Auf keinen Fall ist er ein Mann, den ich mir als Präsidenten der USA vorstellen kann. Und ich denke ich bin mit dieser Meinung nicht alleine.

Dennoch räumt der Milliardär Donald Trump in den USA einen Staat nach dem anderen ab. Die Vorwahlen in New Hampshire, South Carolina und Nevada hat er bereits gewonnen. Aber wie kann das sein?

Vielleicht muss man sich zu allererst vor Augen führen, dass die meisten Trump-Anhänger Gegner von Barack Obama sind und zutiefst enttäuscht von ihrem Land sind, wie es momentan regiert wird. Sie wollen eine radikale Veränderung. Und da scheint Trump genau der richtige Mann zu sein.

Die Argumente von Trump sind einprägsam und polarisierend.

Trump ist anders.

Trump sagt was er denkt.

Trump ist konservativ.

Trump ist ein guter Christ.

Trump ist gegen die derzeitige Politik aus Washington.

Trump lässt sich von niemandem kleinkriegen.

Trump ist für das Waffenrecht und gegen Abtreibung.

Trump ist unbestechlich.

Trump kennt sich mit der Wirtschaft aus.

Trump wird Amerika wie ein Business führen.

Trump ist als Milliardär unabhängig vom Geld der Lobbyisten.

Trump setzt sich für die Sicherung der US-Grenzen ein.

Trump will die USA wieder groß machen (Sein Slogan: „Make America Great Again!“).

Leider, leider gibt es in den USA sehr viele Bürger, die sich von diesen simplen Argumenten überzeugen lassen. Er spricht das an, was sich viele schon lange denken. Mit seinen oberflächlichen Floskeln blendet er viele US-Wähler. Bei der letzten TV-Debatte der Republikaner kam allerdings deutlich zum Vorschein, dass hinter der politischen Agenda von Trump nicht besonders viel steckt.

Es wird interessant, was am Dienstag, dem Super Tuesday, passiert. Dann finden in zwölf Bundesstaaten der USA Vorwahlen statt. Wenn Donald Trump gegen seine verbleibenden republikanischen Mitbewerber gewinnt, wird er am 8. November 2016 vielleicht zum 45. Präsidenten der USA gekürt. Und etwas Schlimmeres, könnte dem Land politisch gesehen wohl kaum passieren.

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