Donald Trump junior bei einem Geschäftstreffen in Neu-Delhi am 23. Februar 2018.
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Die Corona-Infektionen in den USA sind auf Rekordniveau. Donald Trump Jr. sieht die Lage anders.

Sohn von US-Präsident Donald Trump

US-Wahl 2020: Donald Trump Jr. empört mit Aussage über Corona-Tote - neuer Höchstwert in den USA

  • Cindy Boden
    vonCindy Boden
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Das Coronavirus bestimmt den US-Wahlkampf 2020. Jetzt sorgt Donald Trump Jr. mit einer Aussage für Empörung, die jeden einzelnen Toten in den USA relativiert.

  • Die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus erreichen in den USA wieder einen Höchstwert.
  • Doch Donald Trump Jr. versteht nicht, warum die Medien immer wieder über dieses Thema sprechen.
  • Er erkennt aktuell ganz andere Todeszahlen.

Washington, D.C. - US-Präsident Donald Trump* ist bei weitem nicht der Einzige, der die Fakten rund um das Coronavirus gern einmal verdreht. Eigentlich hatte Donald Trump Jr. wohl geplant, die US-Politik seines Vaters rund um die tödliche Krankheit zu in einem positiven Licht dastehen zu lassen. Stattdessen lösten seine Aussagen einmal mehr einen Sturm der Entrüstung aus.

In einem Interview mit dem US-Sender Fox News am Donnerstagabend (Ortszeit) machte der Geschäftsmann und Sohn von Donald Trump eine unhaltbare Aussage. Er sprach über die Zahl der Toten in den USA, die in Folge einer Corona-Erkrankung an dem Virus gestorben sind, und lies verlauten: Die Zahl sei „auf fast nichts gesunken“. Mit einem eher ungläubigen, starren Gesichtsausdruck sieht man die Moderatorin Laura Ingraham bei diesem Statement neben ihm.

Diese Aussage könne Donald Trump Jr. treffen, da er die Daten des Centers for Disease Control and Prevention (CDC), einer Behörde des US-amerikanischen Gesundheitsministeriums, gesehen habe.

Donald Trump Jr.: Corona-Todeszahlen in den USA „auf fast nichts gesunken“

Weiter sagte Trump Jr. über das Virus: „Wir haben die Kontrolle darüber erreicht, denn wir haben verstanden, wie es wirkt.“ Die Ärzte hätten „Therapeutika, um damit umgehen zu können.“ Wie auch der US-Präsident es immer wieder betont, verstehe er ebenfalls nicht, warum die Medien immer nur über das Coronavirus sprechen würden. Der republikanische Präsidentschaftskandidat* Donald Trump selbst wurde wegen seiner Coronavirus-Infektion mit einer kostenintensiven Behandlung in einem Militärkrankenhaus versorgt.

Neuer Höchstwert an Corona-Neuinfektionen - wenige Tage vor der US-Wahl 2020

Fakt ist: Allein an diesem Tag der Aussage von Donald Trump Jr. starben mehr als 1000 Amerikaner, die mit dem Coronavirus infiziert waren. Insgesamt meldet die John-Hopkins-Universität am Samstag 229.708 Menschen, die bisher in den USA starben. Das sind mehr Menschen als in jedem anderen Land der Welt. Auch bei den Neuinfektionen gab es in den USA einen neuen Höchststand: Knapp 100.000 Menschen infizierten sich binnen eines Tages so kurz vor der US-Wahl 2020*. Auch deshalb stößt die Aussage des Präsidenten-Sohns nicht nur bei liberalen Amerikanern auf scharfe Kritik.

Die Zahl der täglichen neuen Todesfälle bleibt seit einiger Zeit ziemlich konstant, laut Washington Post in der vergangenen Woche im Durchschnitt bei 800 Fällen. Die Sterblichkeitsrate sinkt zurzeit und liegt nicht auf dem Niveau vom Anfang der Corona-Pandemie im April. Auf diese Zahl könnte sich Trump Jr. bezogen haben, doch es ist schwer vorhersehbar, ob dies ein langfristiger Trend ist. Da die Zahl der Neuinfektionen wie in vielen Ländern hochgeht, könnte verzögert auch die Zahl der Toten zukünftig wieder steigen. (cibo) *Merkur.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

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