Joe Biden und Donald Trump während ihrer Reden in der Wahl-Nacht.
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Joe Biden (l.) und Donald Trump (r.) liefern sich ein knappes Rennen. Doch auch nachdem der Sieger feststeht, vergehen noch Wochen bis zum Amtsantritt.

Ergebnis lässt auf sich warten

US-Wahl: Wann gibt es ein Endergebnis im Trump-Biden-Duell? Das ist jetzt der Zeitplan

  • Peter Strigl
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Donald Trump und Joe Biden liefern sich in den Swing States ein erbittertes Rennen um die Präsidentschaft. Wann steht das endgültige Ergebnis fest? Und wie ist der weitere Zeitplan nach der US-Wahl?

  • Donald Trump und Joe Biden kämpfen um den Posten des Präsidenten der USA.
  • In vielen Bundesstaaten steht das Ergebnis noch nicht mit Sicherheit fest.
  • Wann ist mit dem Endergebnis zu rechnen? Und wie geht es danach weiter?

Washington - Die Präsidentschaftswahl in den USA zieht sich dieses Mal besonders in die Länge. Zwar sind alle Stimmen abgegeben, die Auszählung dauert aber momentan noch an. Grund dafür ist die Briefwahl, von der in diesem Jahr besonders viele US-Bürger Gebrauch gemacht haben. Auch die Wahlzettel mit Poststempel vom Wahltag selbst, dem 3. November, werden noch gewertet. Eine Übersicht über die Ergebnisse der US-Wahl finden Sie hier.

Daher ist das Rennen in mehreren Staaten noch offen. Da dem Sieger in einem Staat für gewöhnlich alle Stimmen der Wahlmänner angerechnet werden, kann sich das Blatt in den besonders ausgeglichenen Bundesstaaten - den sogenannten „Swing States“ - leicht wenden.

US-Wahl: Ergebnisse der Briefwahl stehen noch aus

Das macht das Ergebnis so schwer zu prognostizieren und sorgte unter anderem für die für viele überraschende Niederlage von Hillary Clinton 2016. Daher ist der demokratische Kandidat Joe Biden auch 2020 noch nicht auf der sicheren Seite, obwohl er momentan relativ deutlich führt: 264 Stimmen hat er gegenüber den 214 Stimmen des republikanischen Amtsinhabers Donald Trump. Bei 270 Stimmen gewinnt ein Kandidat.

Ein Vorteil Bidens könnte sein, dass statistisch gesehen mehr Demokraten per Briefwahl abstimmen. So hat Biden Trump im Swing State Georgia überholt. Dort sind inzwischen 99 Prozent der Stimmen ausgezählt. Dem Sieger dort fallen 16 Wahlmänner-Stimmen zu.

US-Wahl: Swing States Georgia, Pennsylvania, Nevada und Co. sind entscheidend

In Nevada dagegen sind erst 84 Prozent der Stimmen ausgezählt. Momentan liegen der Präsident und sein Herausforderer hier fast gleichauf. Ebenso knapp ist es in Pennsylvania. Hier sind 97 Prozent der Stimmen ausgezählt, hier führt Biden mit hauchdünnem Vorsprung.

US-Wahl: Präsident steht vielleicht noch lange nicht sicher fest

Doch selbst wenn Joe Biden im Laufe des Freitags zum Sieger erklärt wird, heißt das noch nicht, dass die US-Wahl 2020 bereits gelaufen ist. Dafür gibt es mehrere Gründe:

  • 1. Es können noch tagelang weitere Stimmen eintrudeln. Viele Amerikaner leben im Ausland, viele davon als Soldaten irgendwo auf dem Globus im Einsatz. Sie sind ebenso wahlberechtigt wie alle anderen US-Bürger. Ihre Stimmen können bei einem besonders knappen Ausgang (wie in Georgia) immer noch das Gesamtergebnis ändern. Hinzu kommen weitere Stimmen, deren Gültigkeit bei der ersten Auszählung nicht zweifelsfrei festgestellt werden konnte (etwa weil die Adresse im Wahlregister nicht stimmt).
  • 2. Donald Trump hat bereits angekündigt, das Ergebnis in mehreren Staaten anzufechten. Der Präsident wirft den Demokraten Wahlbetrug bei der Briefwahl vor und wollte deswegen bereits deren Auszählung stoppen lassen. Anhänger der Demokraten stimmen eher per Briefwahl ab. Trump, der sich bereits früh selbst zum Sieger erklärte, erhofft sich durch diesen Schachzug wohl ein besseres Abschneiden. Viele Amerikaner gingen deshalb im ganzen Land auf die Straße.
  • 3. Sollte Trump mit seinem Anliegen wirklich durchkommen, könnte es zu Neuauszählungen der Stimmen kommen. Dafür fehlt Trump jedoch die Handhabe, da es - jenseits seiner Behauptung - keinen Hinweis auf Wahlbetrug gibt. Trump könnte trotzdem die Stimmen neu auszählen lassen, müsste die Kosten dafür aber selbst tragen. Eine Neuauszählung könnte das Ergebnis um mehrere Monate hinauszögern. Joe Biden würde in solch einem Fall aber wohl dennoch planmäßig als der 46. Präsident der Vereinigten Staaten vereidigt werden.
  • 4. Einige Bundesstaaten geben ihr offizielles Ergebnis erst lange nach der Wahl bekannt. Etwa New York erst im Dezember. Sofern die vorläufigen Ergebnisse jedoch nicht allzu knapp sind, ändert das den Gesamt-Ausgang der US-Wahl nicht mehr entscheidend.

Zeitplan US-Wahl: So geht es in den nächsten Wochen weiter

Wenn North Carolina am 12. November sein Ergebnis verkündet, haben alle 50 Bundesstaaten abgestimmt. Sollte das Ergebnis nicht von einem oder mehreren äußerst knappen Swing States abhängen, ist die Wahl damit entschieden.

Höchstwahrscheinlich spielt das Ergebnis von North Carolina für den Gesamtausgang aber keine allzu große Rolle. Daher sollten wir spätestens am 10. November wissen, wer die USA die kommenden vier Jahre lang regiert. Dann gibt nämlich der Swing State Nevada sein Ergebnis bekannt.

Sofern es zu keinen größeren Zwischenfällen kommt (siehe oben), sieht der Zeitplan dies als nächste Schritte vor:

  • Am 14. Dezember wählen die 538 Wahlmänner und -frauen den neuen Präsidenten. Das „Electoral College“ ist eine Teil der „Checks and Balances“, die in den USA die Demokratie sichern sollen.
  • Am 6. Januar wird das Ergebnis dieser weiteren Abstimmung bekannt gegeben.
  • Am 20. Januar tritt der gewählte und bestätigte Präsident sein Amt an.

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