Maybrit Illner führt durch die Sendung
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Maybrit Illner führt durch die Sendung

Unternehmer plaudert über Trump-Treffen

„Trump ist ein Gewinner der Wahl“: Illner überrascht alle - Böses Gast-Urteil über Biden folgt

Donald Trump war kein „Betriebsunfall“: Bei Maybrit Illner ist Erstaunliches bis Haarsträubendes zum US-Präsidenten zu hören - positiv wie negativ.

  • Maybrit Illner debattiert am Donnerstagabend - natürlich - über die immer noch nicht entschiedene US-Wahl 2020.
  • Gottschalk kritisiert in der Runde Joe Biden: Es fehle dem Demokraten an Strahlkraft und Intellekt
  • Trumps Ex-Berater John Bolton: „Die Republikaner werden eine fundierte Debatte über Trump führen müssen“

Maybrit Illner zur US-Wahl - die Gäste:

  • Annalena Baerbock (Bündnis ’90/Die Grünen) - Parteivorsitzende
  • Thomas Gottschalk (zugeschaltet) - TV-Moderator
  • John Bolton (zugeschaltet) - Trumps ehemaliger Nationaler Sicherheitsberater
  • Martin Richenhagen - deutsch-amerikanischer Vorstandsvorsitzender des Landmaschinenherstellers AGCO
  • Sudha David-Wilp - stellvertretende Berlin-Direktorin des „German Marshall Fund of the United States“
  • Constanze Stelzenmüller (zugeschaltet) - Politikwissenschaftlerin bei der Denkfabrik „Brookings Institution“ in Washington
  • Benjamin Wolfmeier - Republicans Overseas in Deutschland

Die Stimmauszählungen in den USA dauerten während der Sendung an. In einigen Staaten könnte der ganze Prozess sogar noch einmal von vorne beginnen, falls die Gerichte Klagen aus dem Trump-Lager stattgeben. Bis ein Sieger der US-Wahl endgültig feststeht, wird noch Zeit vergehen. Doch eines ist sicher: Dem Gewinner wird - bei historisch hoher Wahlbeteiligung - bloß eine hauchdünne Mehrheit im Electoral College genügen müssen. Was bedeutet das für die älteste Demokratie der Welt?

Bei „Maybrit Illner“ sagt Bolton: „Trump wird das Weiße Haus nicht anständig verlassen“

Einen Tag nach seinem Auftritt bei „Maischberger. die woche“ wird John Bolton bei Maybrit Illner zugeschaltet, um auch dort kräftig gegen seinen Ex-Chef zu wettern. Bolton ist sicher: Trump werde das Weiße Haus verlassen - „freiwillig, aber nicht anständig“.

Bolton, betont ernsthaft im Auftreten, kündigt an: „Wir werden eine fundierte Debatte über Trump in unserer Partei haben.“ Trump stehe nicht für die USA und „ganz sicher nicht für die republikanische Partei!“ Auch die laufenden Klagen Trumps hält er für aussichtslos.

Gottschalk kritisiert Republikaner bei „Maybrit Illner“ (ZDF): „Sie haben Trump von der Kette gelassen!“

Thomas Gottschalk, aus Baden-Baden zugeschaltet, betont seine Amerika-Liebe und spart dennoch nicht mit Kritik. Er gibt zu bedenken, dass Bolton Trump anfänglich unterstützt habe und ihn jetzt als Gefahr bezeichne. Diese Leichtigkeit sei typisch amerikanisch, so Gottschalk, und weit weg von der Mentalität der Deutschen. Er liebe diese Naivität einerseits, anderseits halte er sie auch für „verwunderlich“, manchmal auch für „fahrlässig“. Gottschalk erklärt: „Die Republikaner haben Trump von der Kette gelassen und er hat ihnen gezeigt, dass sie ihn eben nicht unter Kontrolle haben.“ Wenige Minuten später sollte Trump eine weitere hochumstrittene Rede halten.

US-Wahl 2020: Bei „Maybrit Illner“ sorgt ein „Mini-Trump“ für Wut in der Runde

Ähnlich sieht es Grünen-Chefin Annalena Baerbock, die aus den vier Jahren Trump-Regierung eine Lehre für Europa zieht. Populisten dürften gar nicht erst ins Amt kommen, findet sie: „Solche Leute, die Strukturen angreifen wollen, setzen das auch durch.“

Und sie fügt hinzu: Die Republikaner hätten Trump auch ein zweites Mal als Kandidaten nominiert, wohl wissend, was er alles dem Land angetan habe. Sich rauszureden sei unglaubwürdig, sagt die Grünen-Vorsitzende.

Als „Mini-Trump“ - der auch die locker gebundene knallrote Krawatte des Präsidenten imitiert - fällt Benjamin Wolfmeier von den „Republicans Overseas“ als einziger bekennender Fan des Präsidenten aus der Reihe. Mit falschen Behauptungen - etwa jenen, dass die Demokraten das Recht auf Abtreibung bis zur Geburt in ihr Wahlprogramm aufgenommen hätten und Hillary Clinton einen „dritten Weltkrieg“ geplant habe - sorgt er für wütenden Widerspruch: „Halten Sie doch den Mund“, fällt ihm der deutsch-amerikanische Unternehmer Martin Richenhagen ins Wort.

Unternehmer Martin Richenhagen über sein Treffen mit Trump: „Der Mann hat einen an der Waffel“

Unternehmer Richenhagen plaudert zudem aus dem Nähkästchen und erzählt von einer Begegnung mit Trump. Zuerst habe der US-Präsident ihm die Ölgemälde in seinem Privat-Jet mit der Frage vorgeführt, ob er davon beeindruckt sei. Dann habe Trump ihm - dem Glatzenträger - eine große Dose Haarspray mit Anleitung überreicht. Richenhagen: „Der Mann hat einen an der Waffel, das muss ich mal ganz klar sagen!“

Maybrit Illner gibt zu bedenken, das Donald Trump ein bestätigendes Wahlergebnis zu verzeichnen habe - „Trump ist ein Gewinner dieser Wahl“, stellt sie gar fest. Und fragt in die Runde: „Was hat er denn richtig gemacht?“

Richenhagen, Chef des US-Landmaschinen-Konzern AGCO, sieht einen Pluspunkt bei Donald Trumps Steuerreform. „Steuersenkungen sind immer gut - das war es dann aber auch.“ Die Unterstützungen für Ölindustrie und den Bergbau gingen auf Kosten der Umwelt, das sei keine nachhaltige Politik.

US-Wahl Thema bei „Maybrit Illner“: Trumps „Law and Order“ hat funktioniert

Die Politologin Sudha David-Wilp erklärt, Trump habe mit seiner „Law and Order“-Strategie bei der lateinamerikanischen und afroamerikanischen Bevölkerung punkten konnte. Noch nie hätten so viele dunkelhäutige Menschen einen republikanischen Kandidaten unterstützt.

Und die Politikwissenschaftlerin Constanze Stelzenmüller spricht aus, was viele denken, aber sich nicht zu sagen trauen: „Die Leute haben ihn gewählt, weil er das Waffengebot unterstützt und gegen Abtreibung ist - und sie sich für mehr nicht interessieren.“

Ob es Biden gelingen könne, die tiefen Gräben innerhalb des Landes zu überwinden, will Illner dann von ihren Talk-Gästen wissen.

Gottschalk im „Illner“-Talk: Biden fehlt es an Strahlkraft

Gottschalk zeigt sich kritisch. Die Politik werde immer komplexer. Barack Obama sei ein Intellektueller im Weißen Haus gewesen, dem es gelungen sei, diese Komplexität zu vermitteln. Bei Joe Biden sehe er diese Fähigkeit nicht. Der sei ein rechtschaffener, freundlicher, älterer Herr. „Aber wenn das die Spitze der amerikanischen Politik sein soll, dann gute Nacht!“. Biden fehle es an Strahlkraft.

David-Wilp vom German Marshall Fund widerspricht: Joe Biden sei der richtige Mann zur richtigen Zeit. „Er kann ein Brückenbauer sein.“. Richenhagen erhofft sich von Biden wieder mehr staatsmännisches Auftreten und die Rückkehr guter Umgangsformen. Baerbock sieht vor allem in der demokratischen Vizepräsidentschaft-Kandidatin Kamala Harris eine Person, die „Schwung“ mitbringe.

Fazit des US-Wahl-Talks bei „Maybritt Illner“

Noch ist alles offen. Auch die nächsten Tage wird die Ungewissheit bestehen bleiben, wer nun als Sieger der Wahl hervorgeht. Doch der Talk zeigte auf: Die USA sind eine große Nation, die immer wieder die Kurve zu kriegen scheint. In diesem Sinne hatte Trump vielleicht doch recht...

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