„13 Schlüssel zum Weißen Haus“

US-Wahl: „Orakel“ lag seit 1984 richtig - diesen Sieg prophezeit der Mann dieses Mal

  • Franziska Schwarz
    vonFranziska Schwarz
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Der Geschichtswissenschaftler Allan Lichtman ignoriert nach eigener Aussage alle Wahl-Kampagnen, TV-Duelle und Umfragen. Er hat seine eigene Methode - und mit ihr augenscheinlich Erfolg.

  • Der US-Historiker Allan Lichtman hat ein eigenes Prognosesystem für US-Präsidentschaftswahlen* entwickelt.
  • Bei den aktuellen Kandidaten* legt er sich schon vor der Auszählung* auf einen Sieger fest.
  • Warum das Aufmerksamkeit erregt? Lichtman soll alle US-Präsidenten seit 1984 richtig vorhergesagt haben.

Washington - „Kann ein Eichhörnchen wirklich den Sieger vorhersagen?“, fragt die Chicago Tribune einen Tag vor der US-Präsidentschaftswahl 2020* etwas genervt, nachdem neben Umfragen und Kaffeesatz jetzt in der Frage offenbar auch mit Tieren gearbeitet wird. Der Historiker Allan Lichtman fragt sich gar nichts mehr. Er ist sich sicher: Joe Biden siegt. 

„Ich bleibe bei meiner finalen Vorhersage: Trump wird als erster Amtsinhaber seit 1992 nicht wiedergewählt und Joe Biden wird der nächste Präsident der Vereinigten Staaten“, twitterte er am Sonntag:

Warum Lichtman so selbstbewusst ist? Er hat mit einer selbstentwickelten Prognosemethode der Nachrichtenagentur AFP zufolge alle Präsidentschaftswahlen seit 1984 einschließlich 2016 richtig vorausgesagt. Bei seiner Methode fokussiere er sich auf Indikatoren wie Wirtschaft, Skandale oder soziale Unruhen, in seinem System insgesamt die „13 Schlüssel zum Weißen Haus“, sagte er im Gespräch mit der Bild. Wenn es bei sechs oder mehr dieser Faktoren schlecht für einen Präsidenten aussehe, könne der mit seiner Abwahl rechnen.

Dabei versuche er, seine eigenen politischen Überzeugungen aus der Prognose herauszuhalten - und damit klarzukommen, dass er sich auch Feinde machen kann: „Als ich 2016 Donald Trumps Sieg korrekt vorhergesagt hatte, machte mich das nicht sehr beliebt im zu 90 Prozent demokratischen Washington DC, wo ich an der American University lehre“, so Lichtmann zur Bild (Artikel hinter Bezahlschranke).

US-Wahlsieg-Orakel Lichtman will „die Werbung, die schmutzigen Tricks, die Sprüche“ ignorieren

Auch wenn Lichtman jetzt seinen Ruf als „Orakel“ weg hat, besteht er laut dem Bericht darauf, für niemanden in Sachen Liebe in die Zukunft zu schauen - und auch für niemanden, der Sportwetten und ähnliches spielt. Er will bei seinen Vorhersagen beim Feld der US-Präsidentschaftswahlen bleiben, auf dem sein „Geheimnis“ sei: „Ich ignoriere die Umfragen und die Experten. Ich schaue mir die täglichen Ereignisse der Wahlkampagnen nicht an – die Reden, die Debatten, die Werbung, die Spenden, die schmutzigen Tricks, die Sprüche“, so Lichtman. Wer sich dennoch für Umfragen interessiert, findet hier laufend aktualisierte Grafiken und Prognosen zur US-Wahl. (frs) *Merkur.de gehört zum Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerk.

Rubriklistenbild: © Jim Watson/ Mandel Ngan/AFP

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