Kritik an Wahlkampfdebatte

Regeländerung nach TV-Chaos mit Trump und Biden? Präsidenten-Team motzt mit Sport-Metapher

  • Michelle Brey
    vonMichelle Brey
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Das TV-Duell zwischen US-Präsident Donald Trump und Herausforderer Joe Biden sorgt für Aufregung. Vor den weiteren anstehenden Debatten sollen die Regeln geändert werden.

  • Das erste TV-Duell zwischen Donald Trump und Joe Biden versank regelrecht im Chaos.
  • Nun soll das Konzept für die ausstehenden Wahlkampf-Veranstaltungen angepasst werden.
  • Moderator Chris Wallace ist „traurig“ über die Debatte, das Trump-Team reagiert mit Kritik.

Update vom 2. Oktober, 9.19 Uhr: Donald Trump und die First Lady Melania wurden positiv auf das Coronavirus getestet. Welche Auswirkungen das auf den weiteren Wahlkampf* und die kommenden TV-Duelle hat, wird sich zeigen - besonders weil Donald Trump mit seinen 74 Jahren zur Corona-Risikogruppe zählt.

Regeländerung nach TV-Chaos mit Trump und Biden? Präsidenten-Team motzt mit Sport-Metapher

Update vom 1. Oktober, 21.41 Uhr: Absolut chaotische Verhältnisse bei der ersten TV-Debatte zwischen US-Präsident Donald Trump und Herausforderer Joe Biden. Dennoch ist der Amtsträger gegen geplante Änderungen am Konzept der Fernsehduelle. „Warum sollte ich der Debattenkommission erlauben, die Regeln für die zweite und dritte Debatte zu ändern, wenn ich beim letzten Mal mühelos gewonnen habe?“, schrieb Trump auf Twitter. Bei der Debatte am Dienstag war der Republikaner Trump seinem demokratischen Herausforderer Biden, aber auch Moderator Chris Wallace immer wieder ins Wort gefallen.

Auch der Sprecher von Trumps Wahlkampfteam, Tim Murtaugh, ist gegen Änderungen. „Präsident Trump war die dominierende Kraft, und jetzt versucht Joe Biden, die Schiedsrichter zu bearbeiten. Sie sollten nicht mitten im Spiel die Torpfosten versetzen und die Regeln ändern“, teilte er mit. Traditionell werden die Regeln vor den Debatten mit den Wahlkampfteams abgesprochen.

US-Wahlkampf 2020: Nach TV-Chaos mit Trump und Biden - Moderator kündigt neue Regeln an

Ursprungsartikel vom 1. Oktober: Washington - Die erste TV-Debatte zwischen Präsident Donald Trump und seinem Herausforderer Joe Biden sorgte für reichlich Gesprächsstoff. Auch im Nachgang lässt das die denkwürdige Chaos-Veranstaltung, die vor allem das Volk als großen Verlierer offenbarte, weiter aufhorchen.

So bezeichnete Biden den Auftritt des Präsidenten als „Peinlichkeit für das Land“. Trump erklärte sich indes selbst zum Sieger der ersten von insgesamt drei Debatten. „Mühelos“ habe man gewonnen. Doch damit nicht genug: wie der Veranstalter ankündigte, soll das Konzept der Duelle abgeändert werden. Am 3. November findet die US-Wahl 2020 statt.

US-Wahl 2020: TV-Duell versinkt im Chaos - jetzt soll das Konzept angepasst werden

Das erste der drei TV-Duelle zwischen Donald Trump und Joe Biden war von Chaos und persönlichen Angriffen dominiert. Die Stimmung? Mindestens vergiftet. Besonders Trump fiel seinem Kontrahenten Biden, aber auch Moderator Chris Wallace immer wieder ins Wort. Der Tenor der amerikanischen Presse ist indes mehr als deutlich: „Trump bulldozert sich durch die Debatte“ oder „Die schlimmste Debatte seit Gedenken“. Sogar das Trump-Lager tobte nach dem TV-Duell.

Nun kündigten die Veranstalter Änderungen am Konzept der TV-Duelle an. So habe der Ablauf deutlich gemacht, „dass das Format der verbliebenen Debatten zusätzliche Struktur braucht, um eine geregelte Diskussion über die Themen sicherzustellen“, teile die Kommission für Präsidentschaftsdebatten mit. Joe Biden hatte die Hoffnung geäußert, dass in Zukunft nur das Mikrofon des Redenden angeschaltet sei. Das Wahlkampfteam von Donald Trump kritisierte indes die Pläne und warf der Kommission vor, „die Regeln mitten im Spiel“ zu ändern.

TV-Duell zwischen Trump und Biden: Moderator Wallace „einfach traurig“

Chris Wallace, Moderator der Debatte und des konservativen Senders Fox News, äußerte sich indes enttäuscht über den Verlauf. Bei einem geordneteren Ablauf hätte es „ein viel nützlicherer Abend“ werden können, wie er am Mittwoch gegenüber der „New York Times“ sagte. „Ich bin einfach traurig darüber, wie sich die letzte Nacht entwickelt hat“, so Wallace.

Hinsichtlich Trumps Unterbrechungen fügte er hinzu, ihm sei nicht klar gewesen, „dass das die Strategie des Präsidenten sein würde, nicht nur für den Beginn der Debatte, sondern für die gesamte Debatte. Noch währenddessen habe er sich gedacht: „Ich bin ein Profi. So etwas habe ich noch nie durchgemacht.“ „Verzweiflung“ habe er gefühlt, als er die Kandidaten zu weniger Unterbrechungen aufforderte. Schließlich brachte er auf den Punkt: „Ich hätte mir nie träumen lassen, dass es so aus dem Ruder laufen würde.“

Trump und Biden: Regeln sollen geändert werden - Mikrofone einfach abdrehen?

Zwei weitere Duelle sind für den 15. Oktober in Miami (Florida) und am 22. Oktober in Nashville (Tennessee) geplant. Wie genau die Regeln der Debatte geändert werden, ist noch nicht bekannt. Gegen Vorschläge, den Moderatoren bei den nächsten Duellen zu ermöglichen, den Kandidaten die Mikrofone abzudrehen, sprach sich Chris Wallace jedoch aus.

„Praktisch hätte der Präsident, selbst wenn sein Mikrofon abgeschaltet gewesen wäre, weiterhin unterbrechen können“, sagte er. Wallace riet den Moderatoren der nächsten Debatten, Steve Scully vom Sender C-Span und Kristen Welker vom Sender NBC, zu einer schnelleren Reaktion, als es bei ihm der Fall war. „Ich hatte diese Vorwarnung nicht“, sagte Wallace. (dpa/mbr).

Indes wurde auch bei „Maischberger. Die Woche“ angeregt über das TV-Duell diskutiert. Ein Talkshow-Gast verglich dabei Donald Trump mit dem FC Bayern.

Rubriklistenbild: © Olivier Douliery/Pool AFP/AP/dpa

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