Joe Biden US Sieg Wahl 2020 Rede
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Joe Biden erklärt seinen Sieg noch nicht, kündigt ihn aber an.

Kampf um die letzten offenen Staaten ist zu Ende

Wer ist der nächste US-Präsident? Das Ergebnis steht fest - Biden mit starkem Statement nach dem Sieg

  • vonTim Althoff
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Die Auszählung der Wahl-Stimmen in den USA zog sich über mehrere Tage. Nun steht das Ergebnis und somit der nächste US-Präsident nach neuen Zahlen fest.

  • Die US-Präsidentschaftswahl 2020 zwischen Donald Trump und Joe Biden war ein Kopf-an-Kopf-Rennen.
  • Joe Biden hat in den vergangenen Tagen einige Swing States zu seinen Gunsten gedreht.
  • Joe Biden ist der nächste US-Präsident.
  • Der Text wird laufend aktualisiert.

Update vom 8. November, 13.12 Uhr: Joe Biden steht als nächster Präsident der USA fest. Seine Vize-Präsidentin wird Kamala Harris. Der amtierende US-Präsident Donald Trump will die Niederlage allerdings immer noch nicht einsehen. Sein Team droht mit zahlreichen Klagen. Der Präsident spricht nach wie vor von Betrug bei den Wahlen. Seit der Sieg Bidens von den Medien verkündet wurde, trat Trump noch nicht vor die Presse, sondern äußerte sich nur über Twitter.

Update vom 8. November, 3.17 Uhr: In der Nacht von Samstag auf Sonntag hält Joe Biden zum ersten Mal eine Rede als gewählter Präsident der Vereinigten Staaten. Er beschwor in seiner Rede mit starken Worten Einheit und Kooperation. Als zentrale Programmpunkte für die nächsten Jahre nennt er den Kampf gegen systemischen Rassismus, gegen den Klimawandel und die Corona-Pandemie. Er wolle jedem US-Amerikaner „seine Chance“ verschaffen.

Wer wird Präsident der USA? Biden gewinnt die Wahl nach neuen Stimmen aus Pennsylvania

Update vom 7. November, 17.52 Uhr: Der nächste US-Präsident steht fest: Es ist Joe Biden - das verkündete CNN und AP. Nach neuen Zahlen aus Pennsylvania wurde dieser Staat Biden zugeordnet, wodurch er auf 273 Wahlmänner kommt und sich den Sieg sichert.

Wer wird Präsident der USA? Für Trump wird es eng - Biden baut Vorsprung in Swing States aus

Update vom 7. November, 13.55 Uhr: Auch am Samstagnachmittag bleibt ein offizielles Ergebnis der US-Präsidentschaftswahl weiter aus. Die Momentaufnahme der gezählten Stimmen verstärkt jedoch die Prognosen der vergangenen Stunden. Joe Biden führt in den noch umkämpften Bundesstaaten Arizona, Georgia, Pennsylvania und Nevada vor Donald Trump. Vor allem in den entscheidenden Bundesstaaten Georgia und Pennsylvania konnte der Herausforderer der Demokraten seinen Vorsprung weiter ausbauen.

Wie schon am gestrigen Freitag klar war (Siehe Update vom 6. November, 15.32 Uhr), kann Donald Trump die Wahl nicht gewinnen, wenn er auch nur einen der beiden Oststaaten verliert. Holt Biden Pennsylvania, wird er der 46. Präsident der Vereinigten Staaten. Holt der 77-Jährige Georgia, kann Donald Trump lediglich noch ein Patt erlangen, wenn er alle weiteren verbleibenden Staaten gewinnt. Die Chancen, dass Joe Biden im Januar 2021 ins Weiße Haus einzieht, steigen also weiter an.

US-Wahl 2020: Bidens Chancen auf Wahlsieg steigen - Vorsprung in Georgia und Pennsylvania

Update vom 6. November, 15.32 Uhr: Erst Georgia, jetzt Pennsylvania: Joe Biden überholt in zwei wichtigen Staaten Donald Trump. Laut CNN steht es in Pennsylvania nun 49,4 Prozent zu 49,3 Prozent, mit 5587 Stimmen Unterschied für Biden. Doch die Wahlhelfer zählen weiter Stimmen aus. Sollte Donald Trump keinen dieser beiden Oststaaten der USA für sich gewinnen können, kann er nach aktuellem Stand nicht mehr als Gewinner erneut ins Weiße Haus einziehen. Bidens Chancen steigen damit weiter.

US-Wahl: Trump sieht „Diebstahl“ seines Wahlsieges

Erstmeldung vom 6. November, 13.44 Uhr: München - Zwar hat sich Donald Trump am frühen Mittwoch-Morgen noch während der Zählung einiger ausstehender Stimmen schon zum Sieger ausgerufen. Die Angst, dass ihm die vielen Briefwähler jedoch noch zum Verhängnis werden würden, war schon spürbar. So bezeichnete er den normalen Auszählprozess, ohne dabei Beweise anzuführen, als „Diebstahl“ seines Wahlsieges. Zwar kann man weiß Gott nicht von Diebstahl sprechen, jedoch sind es durchaus die vielen Briefwahlen, die die US-Wahl in den letzten zwei Tagen auf den Kopf gestellt haben.

Herausforderer Joe Biden dreht mittlerweile einen Swing State nach dem anderen in das demokratische Blau. Sprach Trump in der Wahl-Nacht noch davon, Pennsylvania* „mit einer großen Menge an Stimmen zu gewinnen“, ist Biden am Freitag-Mittag auf einen Rückstand von nur noch circa 18.000 Stimmen herangerückt. Da es in vielen Staaten üblich ist, die Stimmen per Briefwahl nach den Stimmen des eigentlichen Wahltages auszuzählen und diese in einer klaren Mehrheit von demokratischen Wählern genutzt werden, wurden die vielen Biden-Stimmen erst im Nachhinein zugerechnet.

Wer wird Präsident der USA? Joe Biden überholt Donald Trump im eigentlichen Republikaner-Staat Georgia

Es ist also nicht so, dass, wie Trump behauptet, demokratische Stimmen „gefunden“ werden - sie werden schlicht nachträglich ausgezählt. Dementsprechend konnte Biden am Mittwoch und Donnerstag die Staaten in der nördlichen „blauen Wand“ der USA, Michigan und Wisconsin drehen. Dazu kommt die Wahl-Überraschung, die sich im Laufe des Freitag-Vormittags bestätigt hat. So hat Biden auch den Staat Georgia gedreht, der als Teil der Südstaaten in den vergangenen sechs Wahlen stets an die Republikaner ging.

Sollte Biden seine Führung in Georgia nun halten können, gibt es für Trump keinen Weg mehr, die Marke von 270 Wahlmännern zu erreichen. Derzeit bei 213 stehend, braucht der amtierende US-Präsident zwingend die 16 Wahl-Stimmen aus Georgia und die 20 Wahl-Stimmen aus Pennsylvania - verliert er einen der beiden Staaten, verliert er seine Präsidentschaft.

US-Wahl 2020: Joe Biden muss nur noch Pennslyvania gewinnen, um Präsident zu werden - wer gewinnt?

Holt Biden auch in Pennsylvania auf, wo viele der ausstehenden Stimmen laut den Experten von CNN aus der demokratisch-geprägten Region rund um die Großstadt Philadelphia kommen, überschreitet er die magische Zahl von 270 - derzeit steht er bei 253. Mit einem Sieg in Georgia bräuchte Biden nur noch einen einzigen Staat auf seiner Seite.

Außerdem ausstehend sind die Staaten Alaska (drei Wahlmännerstimmen), Arizona (elf Wahlmännerstimmen), Nevada (sechs Wahlmännerstimmen) und North Carolina (15 Wahlmännerstimmen). Während Trump deutlich in Alaska und knapp in North Carolina führt, liegt Biden in Arizona mit rund anderthalb Prozent vorne. Auch in Nevada geht das Rennen derzeit denkbar knapp an den Kandidaten der Demokraten.

Wie schon bei Trumps Wahlsieg im Jahr 2016 hat er derzeit weniger „reine Wählerstimmen“ als sein Konkurrent. Schon beim Wahlkampf gegen Hillary Clinton wählten mit 65.853.516 Wähler mehr Menschen Clinton als den späteren Präsidenten, der nur auf 62.984.825 kam, aber aufgrund des Systems gewinnen konnte. 2020 steht Joe Biden bei 73.496.027 Stimmen und Trump bei „nur“ 69.631.958 (Stand: 6. November, 14:15 Uhr). (ta)

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