Wer könnte Vize werden?

US-Wahl: Biden sucht die Frau an seiner Seite - drei aussichtsreiche Kandidatinnen

  • Friedemann Diederichs
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In den nächsten Tagen will der demokratische Trump-Herausforderer Joe Biden entscheiden, wer als seine „Running Mate“ bei der US-Präsidentschaftswahl im November antritt. Die Geschichte zeigt: Kandidaten können sich mit der Stellvertreter-Auswahl vor allem schaden.

  • Bei der US-Präsidentschaftswahl* tritt Joe Biden gegen Amtsinhaber Donald Trump an.
  • Der Demokrat will mit einer Frau als Vize ins Rennen gehen.
  • Wegen seines Alters kommt der Entscheidung eine besondere Bedeutung zu.

Washington - Bisher hat der Demokrat Joe Biden, im April zum Präsidentschafts-Kandidaten* gekürt, seine Kampagne nach der Devise geführt: So wenig wie möglich reden. Und wenn gesprochen wird, bloß keine Fehler machen. Der 77-Jährige kann sich eine solche Strategie leisten. Denn in Umfragen liegt er deutlich vor Donald Trump*. Dies erleichtert auch den Weg zum nächsten Meilenstein, den Biden ansteuert: Um den 1. August will er bekannt geben, wer sein Vizepräsidentschafts-Kandidat wird.

Und dabei dürfte sich der Bewerber, der sich früh auf eine Frau festgelegt hatte, nach dieser historischen Leitlinie richten: Eine gute Auswahl bei der Stellvertreter-Frage bringt dem Kandidaten am Wahltag gewöhnlich kaum Bonuspunkte - doch eine schlechte Entscheidung kann erheblichen Schaden anrichten. Studien haben immer wieder bewiesen, dass diese Personalfrage die nationale Stimmabgabe dann negativ beeinflusst, wenn das Volk der Ansicht ist, der potenzielle Vize sei nicht der Aufgabe gewachsen, zur Not ins „Oval Office“ einzuziehen. Denn beim Tod oder einer schweren Erkrankung, die den Präsidenten unfähig für seine Dienstgeschäfte macht, muss der Vize einspringen.

Wem schenkt er das Vertrauen? Der demokratische Präsidentschaftskandidat Joe Biden lüftet bald das Geheimnis über seien Stellvertreterin.

US-Präsidentschaftswahl: McCain dürfte Nominierung von Palin als Vize bereut haben

Das bekam besonders der Republikaner John McCain zu spüren. Er hatte 2008 Sarah Palin, die damalige Gouverneurin von Alaska, als Stellvertreterin nominiert, um im Duell gegen Barack Obama mit frischem Blut für Aufmerksamkeit zu sorgen. Doch Palin blamierte sich in ihren TV-Interviews und zeigte einen eklatanten Mangel an Allgemeinbildung - was am Ende ein schlechtes Licht auf McCain warf.

Auch Biden steht unter Druck. Er müsse unbedingt eine Schwarze berufen, tönt es aus der einen Ecke - auch unter Verweis auf die „Black Lives Matter“-Bewegung* und den Fakt, dass es Hillary Clinton 2016 versäumte, viele Afro-Amerikaner so zu begeistern, wie es noch 2012 Barack Obama getan hatte.

US-Präsidentschaftswahl: Rice hat wohl Obama als Stütze im Rücken

Andere wiederum wollen vor allem eine Progressive auf dem Vize-„Ticket“ sehen - und meinen damit vor allem die Senatorin und frühere Mitbewerberin Elizabeth Warren, die vor allem Jungwähler und Linke in der Partei ansprechen würde und die weiß ist.

An schwarzen Kandidatinnen mangelt es nicht. Als Favoritin wird momentan immer wieder die kalifornische Senatorin und Ex-Staatsanwältin Kamala Harris genannt, die wie Warren einst die Nominierung der Demokraten angestrebt hatte. Aber auch Susan Rice, die frühere Sicherheitsberaterin von Barack Obama, scheint gut im Rennen - zumal sie die Rückendeckung ihres früheren Chefs hat, der offenbar Biden gegenüber Ratschläge gibt, was den Wahlkampf angeht.

Wird sie die erste Vize-Präsidentin der USA? Kalama Harris gehört zu den aussichtsreichsten Kandidatinnen.

US-Präsidentschaftswahl: Regional bekannte Kandidatinnen nur mit Außenseiterchancen

Zudem fallen auch Namen, die eher regional bekannt sind und deshalb als Außenseiter eingestuft werden müssen. Die Senatorin Tammy Duckworth aus Illinois zählt dazu, eine nach einem Absturz im Irak beinamputierte Ex-Hubschrauberpilotin der US-Armee. Oder die farbige Abgeordnete Karen Bass aus Los Angeles. Doch sie haben bei Weitem nicht das nationale Profil und den Erkennungswert, die Warren, Harris und Rice bereits auszeichnen.

Die Personalfrage wird zudem vom Alter Bidens überschattet. Die Wahrscheinlichkeit ist höher, dass Biden aus gesundheitlichen Gründen nur eine Amtszeit als Präsident durchhalten kann. (Friedemann Diederichs) *merkur.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

Rubriklistenbild: © MARK MAKELA/afp

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