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Donald Trump und Hillary Clinton haben nach den bisherigen Ergebnissen der Vorwahlen in den USA die besten Chancen, bei der US-Wahl im November als Kandidaten für das Weiße Haus ins renne zu gehen.

US-Vorwahlen

Eine empfindliche Niederlage für Clinton

Washington – Trump siegt wieder. In Michigan, Mississippi und auf Hawaii fuhr der Republikaner bei den Vorwahlen zur US-Wahl 2016 wichtige Siege ein. Hillary Clinton muss eine empfindliche Niederlage einstecken.

Donald Trump liebt es, Geschichten zu erzählen – ob sie wahr sind oder nicht. „Immer wieder kommen Menschen begeistert auf mich zu und sagen: Ich habe noch nie im Leben gewählt, aber jetzt für sie gestimmt.“ Mit solchen Anekdoten würzt der Milliardär aus New York seine Siegesrede am Dienstagabend. Als alles ausgezählt ist, hat der zuletzt stark unter Beschuss geraten US-Präsidentschaftsbewerber der Republikaner die Bundesstaaten Michigan, Mississippi und Hawaii gewonnen.

Der eine Spur gemäßigtere Rechtspopulist Ted Cruz, der ihm von der Delegiertenzahl noch gefährlich werden könnte, liegt lediglich im ländlichen Idaho vorn.

US-Wahlen 2016: Auch Welle von Kritik kann Trump nicht stoppen

Donald Trump hat es wieder einmal geschafft. Auch eine Flutwelle von frischer Kritik oder die Schlagzeilen um seine frühere „Trump Universität“, die tausende Studenten wie Weihnachtsgänse ausgenommen haben soll, schadeten nicht. Stattdessen verkündet der Gewinner: „Wir haben Abermillionen neue Wähler, die bisher nicht für mich gestimmt haben.“ Umfragen zeigen ihn nun auch in Florida und Ohio mit über 40 Prozent. Dort gibt es am 15. März besonders viele Delegierte zu gewinnen.

Für die Altväter der „Grand Old Party“ ist dieser Vorwahlabend ein weiterer Rückschlag beim Versuch, den Vormarsch des Enfant Terrible doch noch zu stoppen. Intern wird längst heftig debattiert, ob man alle – und damit auch die fast aussichtslos zurückliegenden Bewerber John Kasich und Marco Rubio – dazu bewegen soll, bis zur letzten Vorwahl und dann bis zum Parteitag im Juli weiter zu machen, um ein Minimalziel die erreichen: Trump die absolute Mehrheit der Delegierten zunächst zu verweigern. Dann, so wird erwogen, könnte man beim Konvent in Cleveland den Aufstand proben und versuchen, die Delegierten hinter den derzeit zweiten im Feld, Ted Cruz, zu scharen. Doch damit würde die Partei höchstes Risiko fahren. Denn ein so gedemütigter Trump könnte im Wahlfinale im November als Unabhängiger antreten – mit der Folge eines automatischen Sieges für die mutmaßliche Demokraten-Kandidatin Hillary Clinton.

Ein solches Szenario würde allerdings dann auch Trump den Weg ins Weiße Haus verbauen. Verlieren würden sowohl er wie auch die Republikaner bei einem sogenannten „Schacher-Parteitag“ im Sommer. Deshalb spricht der sonst so konfrontative Geschäftsmann jetzt erstmals davon, die tief gespaltene Partei „zusammen zu führen und zu vereinen“. Auch werde er bei der für heute Abend geplanten weiteren TV-Debatte „viel sanfter“ auftreten. Unglaubliche Fehltritte wie die Aufforderung an seine Unterstützer, ihm beim Einzug in den Saal mit einer Hitlergruß-ähnlichen Geste Treue zu demonstrieren, tut er mit einem Schulterzucken ab: Er habe dies „aus Spaß“ getan und nichts von der geschichtsträchtigen Symbolik gewusst. Doch auch solche Vorkommnisse dürften schon längst im Schlammschlacht-Regiebuch der US-Demokraten für das Wahlfinale im November vermerkt sein.

US-Wahlen 2016: Hillary Clinton hat weiter gute Karten für Nominierung

Bei Amerikas Liberalen und Linken hat Hillary Clinton trotz des Dämpfers im Bundesstaat Michigan weiter gute Karten für die Nominierung. Die nicht an einen Bewerber gebundenen „Super-Delegierten“ stehen ebenso hinter ihr wie das afro-amerikanische Elektorat, das eine Fortsetzung von Präsident Barack Obamas Politik wünscht. Acht von zehn Wählern im an Schwarzen reichen Südstaat Mississippi stimmten am Dienstag für die frühere First Lady. „Wir sind besser als das, was uns die Republikaner anbieten“, rief die frühere First Lady nach ihrem Sieg in diesem Bundsstaat ihren Anhängern zu.

Dass sie ausgerechnet im von der Industrie dominierten Michigan knapp gegen ihren Herausforderer Bernie Sanders verlor, muss sie allerdings nachdenklich stimmen. Denn Donald Trump siegte bei den Vorwahlen in Michigan – und schob mit Blick auf November gleich die Nachricht nach, Hillary Clinton sei aufgrund ihrer Vorliebe für Handels-Abkommen nichts anderes als eine „Arbeitsplatz-Vernichterin“. Das entspricht zwar nicht der Wahrheit – aber wen kümmert das im Wahlkampf 2016 in den Vereinigten Staaten schon?

Für den weiteren Verlauf des Rennens um die Nachfolge von Barack Obama ist nun der kommende Dienstag (15. März) extrem wichtig – vor allem in Florida und Ohio sind viele Delegierte auf einmal zu gewinnen.

Friedemann Diederichs

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