Zweifel an Saubermann-Image

 „Wurde von ihnen betrogen“: Ex-Mann von Bidens Frau erhebt schwere Vorwürfe - Enthüllungs-Buch soll folgen

  • Marcus Giebel
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Joe Biden scheint sich auf dem besten Weg ins Weiße Haus zu befinden. Doch kurz vor der Wahl holt ihn seine Vergangenheit ein. Es geht um die Zeit, als er seine aktuelle Partnerin kennenlernte.

  • Am 3. November wählen die USA ihren künftigen Präsidenten.
  • Bislang konnte Joe Biden dabei auf sein Saubermann-Image setzen.
  • Damit ist es nach Aussagen eines früheren Unterstützers aber wohl vorbei.

London/München - Die Wahrheit, so sagt es ein bekanntes Sprichwort, ist das erste Opfer in einem Krieg. Nun bekämpfen sich zwar auch Donald Trump und Joe Biden im US-Wahlkampf mit allen - durchaus auch unlauteren - Mitteln. Um sein Leben muss dabei aber keiner der beiden bangen. Die Wahrheit bleibt bei diesem Ringen um das Weiße Haus, das hoffentlich am 3. November final entschieden wird, dennoch durchaus auf der Strecke.

Denn für beide steht immens viel auf dem Spiel. Beim Amtsinhaber ist längst bekannt, dass nicht jedes seiner Worte auf die Goldwaage gelegt werden sollte. Aktuell etwa deutet er zu gern an, eine in seinen Augen ohnehin unmögliche Wahlniederlage nicht einfach hinnehmen zu wollen. Ob Trump es wirklich zu einer Eskalation kommen lassen wird, lässt sich demnach schwer abschätzen. Überraschen würde es aber wohl kaum einen Experten.

US-Wahlkampf: Ehemaliger Unterstützer sät Zweifel an Bidens Saubermann-Image

Sein Herausforderer hat dagegen schon eher ein Saubermann-Image. Bidens Wort kann man trauen. So schien es trotz diverser Schmutzkampagnen, die über den Kandidaten der Demokraten ausgeschüttet wurden. Nun zieht ausgerechnet ein ehemaliger Unterstützer des früheren Vize-Präsidenten dessen Integrität in Zweifel.

In der englischen Daily Mail wirft Bill Stevenson, Ex-Mann von Bidens aktueller Frau Jill, dem Paar vor, ihn hinter seinem Rücken betrogen zu haben. Damit bestreitet er die offizielle Version, nach der der Polit-Star seine Lebensgefährtin 1975 bei einem Blind Date kennengelernt habe, als diese bereits nicht mehr mit Stevenson zusammengewesen sei. Besonders emotional macht diese Liaison, dass Biden selbst kurz zuvor seine erste Ehefrau Neilia bei einem Autounfall verloren hatte.

US-Wahlkampf: Ex von Bidens Frau bestreitet Story vom Blind Date

Doch womöglich war die ganze Geschichte um Joe und Jill doch zu schön, um wahr zu sein. Zumindest antwortete Stevenson auf die Frage, ob die Story mit dem Blind Date stimme: „Nein, kein bisschen.“ Sein Vorwurf: „Ich wurde von den Bidens betrogen. Joe war mein Freund, Jill war meine Frau.“

Bereits 1972 will Stevenson, der an einem noch titellosen Buch zu den Enthüllungen arbeitet, das jetzige Traumpaar miteinander bekannt gemacht haben. Damals habe er sogar Bidens Kampagne unterstützt, als dieser einen Platz im US-Senat anstrebte: „Ich steuerte zwischen 2500 und 3000 US-Dollar bei.“

Beiden Paare - die Bidens und die Stevensons - hätten gemeinsam Zeit verbracht. „Jill, Joe, Neilia und ich waren in seiner Küche. Wie kann man das vergessen?“, zweifelt Stevenson, der damals ein bekanntes Bierhaus in Delaware inklusive Konzertbühne eröffnet hatte. Im Dezember 1972 kam Neilia dann auf so schreckliche Weise ums Leben.

US-Wahlkampf: Biden schon ein Jahr vor mutmaßlichem Blind Date mit jetziger Frau zusammen?

Nicht einmal zwei Jahre später - Stevenson selbst beziffert den Zeitpunkt auf August 1974 - habe ihn erstmals das Gefühl beschlichen, dass Biden und seine Jill eine Affäre hätten: „Damals kam eine ihrer besten Freundinnen zu mir und meinte, dass sich Joe und Jill ihrer Meinung nach ein bisschen zu nah kommen würden. Ich war überrascht, dass sie damit zu mir ging.“

Ein weiteres Indiz sei im Oktober hinzugekommen. Damals hatte Jill einen Autounfall und Stevenson sprach nach eigener Aussage mit einem Zeugen: „Er sah mich an und sagte, dass sie nicht selbst gefahren sei. Ich fragte: ‚Sie ist ihre geliebte Corvette nicht selbst gefahren?‘ Da meinte er, dass Senator Biden am Steuer gesessen habe.“

US-Wahlkampf: Zwei Jahre nach Scheidung von Jill folgt Hochzeit mit Biden

Also habe er seine damalige Frau zur Rede gestellt und direkt gefragt, ob sie eine Affäre mit Biden habe. „Sie sagte kein Wort - sie schaute mich nur an“, erinnert sich Stevenson. Spätestens da habe es für ihn keine Zweifel mehr gegeben. Die Scheidung wurde im Mai 1975 vollzogen, gut zwei Jahre später heiratete Jill dann Biden.

„Es ist zwar lange her, aber es ist auch wieder aktuell“, betont Stevenson: „Denn er sucht sich die Leute immer nach dem Charakter heraus.“ Zwar verspüre er keine negativen Gefühle gegenüber den beiden, „aber wenn ich es jetzt nicht tue, wird es niemals herauskommen“. Seine Stimme im November werde an Trump gehen, dabei habe er sein Kreuz einst bei Barack Obama gemacht - unabhängig von Vize Biden.

US-Wahlkampf: Biden-Sprecher bestreitet Affäre des Präsidentschafts-Kandidaten

Der könnte auf dem geplanten Weg ins Weiße Haus noch schwer zu knabbern haben an den Äußerungen von Stevenson. Deren Wahrheitsgehalt stellte Bidens Sprecher laut Daily Mail aber direkt in Frage: „Diese Behauptungen sind frei erfunden, mutmaßlich um ein Buch zu verkaufen und zu bewerben. Die Beziehung von Joe und Jill Biden ist gut dokumentiert.“

Dennoch: Der Schaden dürfte schon angerichtet sein. Während das Ringen um die Wahrheiten im Schlussspurt vor der Wahl wohl umso mehr Fahrt aufnehmen wird. (mg)

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Rubriklistenbild: © ANGELA WEISS/afp

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