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Entscheidet sich hier die US-Wahl? Twitter straft „Gewalt“-Post Trumps ab - auch Melania hat andere Meinung

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Von: Cindy Boden

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Joe Biden spricht bei einer Wahlkampf-Kundgebung am Community College of Beaver County.
Joe Biden spricht bei einer Wahlkampf-Kundgebung am Community College of Beaver County. © Andrew Harnik/AP/dpa

Wird es ein Ergebnis der US-Wahl 2020 noch am 3. November (Ortszeit) geben? Vieles spricht dagegen, aber US-Präsident Donald Trump pocht weiter darauf - und kritisiert jegliche Entscheidung dagegen.

Scranton/Pennsylvania - US-Präsident Donald Trump lässt seiner Wut einmal mehr freien Lauf auf Twitter. Es ist die Briefwahl, die ihn erneut aufregt. In einem Tweet bezieht er sich dabei auf eine Entscheidung des Obersten Gerichtshofs von vergangener Woche. Die Richter lehnten einen Antrag von Republikanern ab und entschieden, dass Stimmzettel im Bundesstaat Pennsylvania bis zu drei Tage nach der Wahl am Dienstag noch gezählt werden dürfen - vorausgesetzt, es gibt keinen Beleg dafür, dass die Unterlagen erst nach Schließung der Wahllokale abgeschickt wurden. 

Trump bezeichnete die Entscheidung als „SEHR gefährlich“. Es werde „zügelloses und unkontrolliertes Betrügen ermöglichen“. Außerdem werde das Urteil „Gewalt auf den Straßen auslösen“.

Twitter versah das Posting kurze Zeit nach seiner Veröffentlichung mit einem Hinweis, dass einige Inhalte umstritten und möglicherweise irreführend seien. Es ist nicht das erste Mal, dass Twitter eine Nachricht von Donald Trump mit solchen Hinweisen versieht. Dadurch können andere Nutzer den Tweet nicht mehr ohne eigene Nachricht teilen. Wie die New York Times unter Berufung auf Analysen des Election Integrity Partnership, einem Zusammenschluss von Rechercheuren zum Thema Missinformation, berichtet, hat sich daraufhin die Verbreitung der Nachricht stark abgeschwächt. So sei die Nachricht zuerst 827 mal pro Minute geteilt worden, nach der Markierung nur noch 151 mal pro Minute.

US-Wahl 2020: Wie lange wird die Auszählung aller Stimmen dauern?

Donald Trump betont immer wieder, dass die Wahl in seinen Augen noch am 3. November(Ortszeit) mit einem Ergebnis enden müsse. Aufgrund der hohen Zahl an Briefwählern durch die Corona-Pandemie ist jedoch mit einer späteren Verkündung des Endergebnisses zu rechnen.

So sortiert der Wahlleiter von Erie County bereits seit Tagen Briefe vor und stellt mehr Mitarbeiter ein, um alle Stimmen auszählen zu können. Wie der Spiegel (Artikel hinter Bezahlschranke) in einem Bericht zeigt, steht er unter enormen Druck, alles schnell, gleichzeitig aber ohne Fehler zu schaffen. In Pennsylvania durften anders als in anderen Bundesstaaten die Briefe erst am Morgen des Wahltags geöffnet werden.

Während Trump die Entscheidungen der Gerichte heftig kritisiert, schlägt seine Frau Melania Trump ganz andere Töne an. Bei einem Wahlkampfauftritt in Huntersville im Bundesstaat North Carolina sagte sie, sie selbst und ihr Mann hätten Vertrauen in die Richter und das Rechtssystem der USA. Darüber hinaus drückte sie ihr Vertrauen in die Ärzte, Krankenschwestern und Wissenschaftler aus, die an der Coronavirus-Pandemie arbeiten. Solche Aussagen sind von Donald Trump eher selten zu hören, der vielmehr Ratschläge von Infektionsexperten wie dem renommierten Immunologen Anthony Fauci ignoriert.

US-Wahl 2020: Entscheidend für die Wahl sind Swing States wie Pennsylvania oder Ohio

Nach letzten Umfrageergebnissen von 270toWin liegt der demokratische Herausforderer Joe Biden in dem hart umkämpften Swing State Pennsylvania mit 49 Prozent zu 46 Prozent vorn. Noch am Montag traten beide Kandidaten in dem US-Bundesstaat auf, Joe Biden stattete seinen Anhängern dort sogar noch am Wahltag einen Besuch ab und macht ihnen Mut: „Wir
wählen Hoffnung statt Angst. Wir wählen die Wahrheit statt Lügen. Wir wählen Wissenschaft statt Fiktion“, rief er in ein Megafon. Der Demokrat ist in Scranton, einer Stadt in Pennsylvania geboren, den Biden am Morgen des Wahltags noch einmal besuchte.

Neben Pennsylvania lohnt es sich bei den Prognosen und Ergebnissen auch einen genauen Blick auf den Bundesstaat Ohio zu werfen. Dort führt Trump Umfragen zufolge äußerst knapp mit 48 Prozent zu 47 Prozent, wobei mögliche Fehler durch Umfragen immer beachtete werden sollten. Ein ungeschriebenes Gesetz für den Staat: Wer Ohio gewinnt, gewinnt die US-Wahl. Blickt man die letzten sechs Jahrzehnte zurück, traf diese These immerhin zu. Ohio schickt 18 von insgesamt 538 Wahlleuten ins Electoral College. In dem Staat schließen die Wahllokale um 1.30 Uhr MEZ. (cibo)

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