+
Alle Stimmen sind abgegeben, ausgezählt sind sie noch lange nicht: Trump steht als Präsident fest. Das endgültige Ergebnis lässt aber auf sich warten.

US-Wahl

Warum sind noch nicht alle Stimmen ausgezählt?

  • schließen

Washington - Donald Trump ist der 45. Präsident in den USA. Das steht seit Mittwoch fest. Das endgültige Wahlergebnis lässt aber auf sich warten. Warum eigentlich?

US-Präsident Barack Obama empfängt seinen Nachfolger im Weißen Haus: Donald Trump betritt am Donnerstag das erste Mal sein künftiges Arbeitszimmer. Hier wird er am 20. Januar Platz nehmen. 

Das steht seit Mittwochmorgen fest. Gegen 8.30 Uhr deutscher Zeit riefen ihn mehrere Medien zum Sieger aus, er hatte die nötigen 270 Wahlmännerstimmen zusammen.

Aber: Das amtliche Wahlergebnis steht immer noch nicht fest. Die Wahlzettel in Nebraska (1 Wahlmann), New Hampshire (vier Wahlmänner), Michigan (16 Wahlmänner), Minnesota (10 Wahlmänner) sind nicht vollständig ausgezählt - es gibt nur Hochrechnungen. 31 Stimmen sind noch offen. Was ist da los?

Im amerikanischen Wahlsystem ist langer Atem gefragt. Allein der Wahlkampf dauert über ein Jahr und verschlingt Millarden Dollar. Ist der Wahltag dann endlich gekommen, setzen die registrierten Wähler ihr Kreuz im Wahllokal. 

99,04 Prozent der Stimmen ausgezählt

Ihre Stimme bestimmt bekanntlich nicht den Präsidenten. Die Kandidaten bekommen die Stimmen nach dem Mehrheitswahlrecht zugeteilt. Deswegen hat Hillary Clinton zwar nach aktuellem Stand in absoluten Zahlen mehr Unterstützer, wird aber nicht Präsidentin, weil sie nicht in den bevölkerungsreichsten Staaten überzeugt hat. So war das auch im Jahr 2000 mit Al Gore.

Wie viele Stimmen Hillary Clinton und Donald Trump nun tatsächlich haben, steht aber noch nicht fest. 99,04 Prozent der Stimmen sind (Stand ca. 10 Uhr deutscher Zeit am Donnerstag) ausgezählt, gibt die Nachrichtenagentur AP an. Demnach hat Clinton 59.739.748 Stimmen bekommen. Für Trump stimmten 59.520.091 Wähler. 

Dixville Notch am schnellsten

Vielleicht liegt es daran, dass nicht nur der US-Präsident gewählt wurde. In vielen Staaten war der Wahlzettel vollgepackt: Die Bürger konnten nicht nur über den US-Kongress abstimmen, sondern vereinzelt auch Sachfragen abstimmen. Zum Beispiel über Marihuana: In neun Staaten ging es um die Legalisierung zu medizinischen Zwecken oder zum Freizeitgenuss.

In Dixville Notch in New Hampshire geht das Auszählen übrigens meistens am schnellsten. Es öffnet am Wahltag immer schon um Mitternacht, und es gibt weniger als ein Dutzend registrierte Wähler. Heuer wurden acht Stimmen abgegeben: vier für Clinton, zwei Für Trump.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Zentralratspräsident warnt vor Tragen der Kippa
Über Antisemitismus wird gerade wieder viel gesprochen. Am Mittwoch wollen Menschen in mehreren Städten ihre Solidarität zeigen. Aus Sicht von Zentralratspräsident …
Zentralratspräsident warnt vor Tragen der Kippa
Bin Ladens Ex-Bodyguard kann weiterhin nicht abgeschoben werden
Da ihm in seiner Heimat Folter droht, kann der in Bochum lebende ehemalige Leibwächter Osama bin Ladens nicht dorthin abgeschoben werden.
Bin Ladens Ex-Bodyguard kann weiterhin nicht abgeschoben werden
Bundesrechnungshof wirft Bundeswehr Verschwendung in Millionenhöhe vor
"Frau von der Leyen muss dringend der Geldhahn zugedreht werden", kritisiert die Opposition. Ein Bericht des Bundesrechnungshofs ist die Ursache. 
Bundesrechnungshof wirft Bundeswehr Verschwendung in Millionenhöhe vor
Syrien-Konferenz: Gibt Deutschland künftig weniger Geld?
Eine friedliche Lösung des Syrien-Konflikts scheint in weiter Ferne. In Brüssel wird deswegen einmal mehr Geld gesammelt. Kann die Weltgemeinschaft zumindest das Leiden …
Syrien-Konferenz: Gibt Deutschland künftig weniger Geld?

Kommentare