Proteste gegen Polizeigewalt in den USA - North Carolina: „Hört auf unbewaffnete schwarze Männer zu töten!“: Eine Frau beteiligt sich am Protest nach dem Tod von Andrew Brown Junior.
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„Hört auf unbewaffnete schwarze Männer zu töten!“: Eine Frau beteiligt sich am Protest nach dem Tod von Andrew Brown Junior.

Ausgangssperre gegen Proteste

US-Polizei tötet Afroamerikaner: Autopsie schockiert Anwälte - „Das war eine außergerichtliche Hinrichtung!“

  • Moritz Bletzinger
    vonMoritz Bletzinger
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Im Fall des von einem Polizisten getöteten Andrew Brown Jr. wurde nun eine unabhängige Autopsie veröffentlich. Er wurde wohl von hinten erschossen.

Elizabeth City - In der Kleinstadt in North Carolina gilt seit einigen Tagen eine nächtliche Ausgangssperre. Die Corona*-Pandemie ist aber nicht der Grund dafür. Die Stadtverwaltung befürchtet, dass die abendlichen Proteste in Gewalt umschlagen könnten. Die Demonstrierenden müssen mit Einbruch der Nacht nach Hause.

Die Betroffenen haben dafür wenig Verständnis. Viel drängender ist aber die Frage: Wie genau ist Andrew Brown Junior ums Leben gekommen? Der afroamerikanische Familienvater wurde bei einem Polizeieinsatz getötet. Wie US-Medien berichteten, war der 40-Jährige bei einer Polizeikontrolle in seinen Wagen gestiegen und wollte wegfahren. Daraufhin eröffneten die Beamten demnach das Feuer.

Andrew Brown Jr.: Fünf Schüsse von hinten - Autopsie-Befund schockiert Familie und Anwalt

Die Ergebnisse einer unabhängigen Autopsie legen diesen Hergang nun nahe. Endgültige Klarheit können wohl nur die Bilder der Körperkameras bringen, die Polizisten und Polizistinnen in den USA tragen. Die Anwälte des Opfers fordern deren Herausgabe.

„Das war eine außergerichtliche Hinrichtung!“, sagte Browns Anwalt, Wayne Kendall, am Dienstag. Fünf Schüsse wurden auf Brown gefeuert, so der Autopsie-Befund. Vier trafen ihn in den Arm. Der fünfte tödlich in den Hinterkopf. Die Untersuchung war von den Angehörigen gefordert worden. Die Familie will Klarheit.

USA: Anwalt von getötetem Afroamerikaner fordert Kamerabilder - „Müssten nicht weiter spekulieren“

„Die müssen uns doch nur die Bilder aus der Körperkamera zeigen“, appelliert der Anwalt, „dann müssten wir nicht weiter spekulieren.“ Aufnahmen von Überwachungskameras konnten bereits eingesehen werden. Sie zeigen, wenn auch undeutlich, dass sieben Deputy-Sheriffs an Browns Haus waren.

Als sie vorfuhren, saß der Familienvater schon in seinem Auto. Er habe sich lediglich in Sicherheit bringen wollen, hatte beide Hände am Lenkrad, erklären sein Anwalt und sein Bruder. Dann habe ihm ein Polizist in den Hinterkopf geschossen. Der Beamte, der die Schüsse abgab, ist nach Polizeiangaben bis auf Weiteres beurlaubt.

Wie konnte der Einsatz so eskalieren? Polizei muss Bilder vielleicht veröffentlichen - Richter entscheidet

Ob die Bilder seiner Körperkamera veröffentlich werden, soll ein Richter am Mittwoch entscheiden. Bekannt ist momentan nur, dass die Polizei einen Haftbefehl wegen Drogendelikten gegen Brown hatte. Wie die Situation eskalieren konnte, dürften die Aufnahmen klären.

Der ermittelnde Sheriff, Tommy Wooten, wirft allerdings ein: „Bilder aus Körperkameras könnten verwackelt und hart zu entziffern sein.“ Familie, Freunde und Öffentlichkeit werden hoffen, dass die Aufnahmen ein erkennbares Bild zeichnen. *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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