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US-Präsident Joe Biden verschärft den Ton gegenüber China

„Zerstörerisches und destabilisierendes Verhalten“

Bidens USA gibt China Schuld an Hack-Angriff auf Microsoft: Ton wird rauer - auch EU positioniert sich

  • Josef Forster
    VonJosef Forster
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Die US-Regierung macht China für einen Hackerangriff auf Microsoft verantwortlich. Nato und EU stellen sich demonstrativ auf die Seite der USA.

München/Washington D.C. - Der Ton zwischen den USA und China wird rauer. Die zwei größten Volkswirtschaften der Welt stehen sich nicht nur im wirtschaftlichen und kulturellen Wettkampf gegenüber, auch der Cyberspace stellt eine Arena dar. Eine schwere Bedrohung der wirtschaftlichen und nationalen Sicherheit der USA sei der letzte Angriff chinesischer Hacker auf das US-Unternehmen Microsoft, so US-Außenminister Antony Blinken am 19. Juli. Die Cyberattacke sei von „kriminellen Auftragshackern“ auf der chinesischen Gehaltsliste durchgeführt worden, warf Blinken Peking vor.

Das US-Justizministerium gab am gleichen Tag Anklagen gegen vier Chinesen bekannt, denen Hackerangriffe auf die Computer von dutzenden Unternehmen, Universitäten und Regierungsbehörden in den USA und in anderen Ländern zwischen 2011 und 2018 vorgeworfen werden.

US-Präsident Joe Biden wirft China russische Methoden vor

US-Präsident Joe Biden verglich das Vorgehen Chinas mit den Methoden, die Russland zur Unterstützung von Hackern wähle. „Ähnlich wie die russische Regierung tut die chinesische Regierung das nicht selbst, aber sie schützt diejenigen die das tun und unterstützt sie vielleicht sogar“, sagte Biden vor Journalisten in Washington.

Die USA, die EU, Großbritannien, Australien, Kanada, Neuseeland, Japan und die Nato stünden vereint gegen diese „immense Bedrohung“ ihrer „wirtschaftlichen und nationalen Sicherheit“, betonte ein US-Regierungsvertreter. „Die USA und unsere Verbündeten und Partner schließen weitere Schritte nicht aus, um die Volksrepublik China zur Rechenschaft zu ziehen.“ Die EU springt den USA bei. Der Hackerangriff auf Microsoft verstoße „gegen die Normen verantwortungsvollen staatlichen Verhaltens“. Die Europäische Union rief Peking dazu auf, „alle angemessenen Schritte“ zu ergreifen, um gegen Cyberkriminelle vorzugehen.

Hackerangriffe aus China: EU und Nato stellen sich an die Seite der USA

Auch die Nato stellt sich an die Seite der USA. Das Verteidigungsbündnis hat vor einer Zunahme von bedrohlichen Cyberaktivitäten gewarnt. Diese würden darauf abzielen, die euro-atlantische Sicherheit zu destabilisieren und das Leben der Bürgerinnen und Bürger zu stören, teilte die Nato am 19. Juli mit. Ziele dieser Aktivitäten seien etwa kritische Infrastruktur und demokratische Institutionen. Daher sei das Militärbündnis jederzeit bereit, alle erforderlichen Maßnahmen zur Abwehr der Bedrohungen zu ergreifen.

Eine harmlose Wortwahl verglichen mit der Botschaft, die US-Außenminister Antony Blinken nach China schickte. Der Cyberangriff auf Microsoft im März folge einem „Muster des verantwortungslosen, zerstörerischen und destabilisierenden Verhaltens im Cyberspace“, klagte der 59-Jährige. (jjf/AFP/dpa)

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