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Trump flirtet mit Kandidatur 2024 und deutet Rache an - „Werdet sie alle los!“

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Von: Florian Naumann

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Ex-Präsident Donald Trump umarmt bei seiner Rede in Orlando die amerikanische Flagge.
Ex-Präsident Donald Trump umarmt bei seiner Rede in Orlando die amerikanische Flagge. © Joe Raedle/AFP

Donald Trump ist unter dem Jubel seiner Fans auf die politische Bühne zurückgekehrt. Eine zweideutige Bemerkung lässt aufhorchen.

Update vom 1. März, 6.09 Uhr: „Wer weiß, vielleicht werde ich mich entscheiden, sie ein drittes Mal zu schlagen“: Ex-US-Präsident Donald Trump hat in seiner ersten Rede seit Amtsende (siehe Erstmeldung unten) seinen Führungsanspruch bei den Republikanern unterstrichen - und mit einer Präsidentschaftskandidatur 2024 geflirtet.

Die Demokraten hätten bei der Wahl vom 3. November in Wirklichkeit „das Weiße Haus verloren“, sagte Trump am Sonntag bei der Konservativen-Konferenz CPAC in Orlando vor jubelnden Anhängern.

Erster Auftritt von Trump 2021: „Ich werde keine neue Partei starten“

Trump wiederholte in seiner eineinhalbstündigen Rede vor konservativen Aktivisten und Politikern die Falschbehauptung, er habe die Wahl gegen den Demokraten Joe Biden gewonnen. Es sei „unmöglich“, dass er verloren habe, sagte der 74-Jährige. Biden hatte die Wahl mit rund sieben Millionen Stimmen Vorsprung und einer klaren Mehrheit der Wahlleute gewonnen.

Zudem machte Trump deutlich, dass er bei seiner Republikanischen Partei weiter den Ton angeben will: „Ich werde keine neue Partei starten.“ Medienberichte, wonach er das erwogen haben soll, seien „Fake News“.

Er attackierte namentlich eine Reihe von parteiinternen Kritikern - insbesondere jene Parlamentarier, die beim Amtsenthebungsverfahren gegen ihn gestimmt hatten. „Werdet sie alle los!“ rief er.

Trump bescheinigt Biden „den katastrophalsten ersten Monat aller Präsidenten“

Trump nutzte seinen Auftritt auch für zahlreiche Attacken gegen seinen Nachfolger Biden. Dieser habe den „ „katastrophalsten ersten Monat aller Präsidenten der modernen Geschichte“ der USA hingelegt, sagte Trump. Die neue Regierung sei „Anti-Jobs, Anti-Familie, Anti-Grenzen, Anti-Energie, Anti-Frauen, Anti-Wissenschaft“.

Biden öffne die Grenze zum Nachbarland Mexiko und lasse zahllos Migranten ins Land. Der Demokrat führe die USA zudem mit "radikaler" linker Politik in den "Sozialismus" und letztlich in den "Kommunismus". Die Republikaner befänden sich "in einem Kampf für das Überleben Amerikas, wie wir es kennen", sagte Trump. Am Ende würden die Republikaner aber "immer gewinnen".

Trump-Auftritt in Orlando: Fans ohne Corona-Masken jubeln „Wir lieben dich“

Trumps Zuhörer - die meisten von ihnen trotz der Corona-Pandemie ohne Schutzmasken - spendeten dem Ex-Präsidenten tobenden Beifall und riefen „USA, USA“ und „Wir lieben dich“. Trump versicherte in einer weiteren Andeutung auf eine mögliche erneute Präsidentschaftskandidatur, ein republikanischer Kandidat werde 2024 das Weiße Haus zurückerobern. „Ich frage mich, wer das sein wird“, sagte der Ex-Staatschef. „Wer, wer, wer?“

Der Republikaner hatte bereits in der Vergangenheit offen mit dieser Idee geliebäugelt. Nach seinem Freispruch im Impeachment-Prozess nach der Kapitol-Erstürmung steht ihm dieser Weg grundsätzlich offen.

Donald Trump könnte bei der „CPAC“ sein Comeback 2024 ankündigen - vorab sorgte eine goldene Statue für Stirnrunzeln
Donald Trump könnte bei der „CPAC“ sein Comeback 2024 ankündigen - vorab sorgte eine goldene Statue für Stirnrunzeln © Lev Radin/Everett Collection/Sam Thomas/imago/fn

Trump-Comeback: Große Ankündigung am Abend? Aufregung um „Götzenbild“ und Runen-Symbol

Unsere Erstmeldung vom 28. Februar: Orlando - Gut einen Monat nach seinem Abgang aus dem Weißen Haus steht Donald Trump wieder im Rampenlicht: Am Sonntagabend (21.40 Uhr MEZ) wird der Republikaner die erste Rede seit seiner Ablösung als US-Präsident halten. Im Zentrum des Interesses steht dabei die Frage nach Trumps Zukunft - spekuliert wird, dass der umstrittene Republikaner bereits jetzt eine erneute Kandidatur im Jahr 2024 ankündigen könnte.

Donald Trump feiert Comeback: Kandidatur bei der US-Wahl 2024?

Der 74-Jährige will sich dabei eigentlich zur Zukunft der Republikanischen Partei äußern - und zur Politik seines Nachfolgers Joe Biden. Kritik an Biden ist erwartbar. Trumps Äußerungen zur eigenen Partei könnten hingegen Zündstoff bergen. Zuletzt wurde offenbart, dass mehrere Vertraute des 74-Jährigen kritischen Republikaner:innen Konkurrenz im Kampf um Mandate und Ämter machen wollen.

Schwiegertochter Lara Trump hatte zuletzt Spekulationen über ein Comeback befeuert. „Er hat angedeutet, dass er wahrscheinlich daran interessiert wäre, 2024 wieder anzutreten“, sagte Lara Trump, Ehefrau von Eric Trump, am vergangenen Wochenende bei Fox News.

Trump spricht bei CPAC: Spott und Ärger über „Götzenbild“ und mögliche Runen-Symbolik beim Treffen

Den Rahmen der Rede liefert die Conservative Political Action Conference (CPAC), ein jährliches Treffen konservativer Politiker und Aktivisten. Die besondere Rolle Trumps wurde schon im Vorfeld greifbar: Zu sehen war bei dem Treffen in Orlando, Florida etwa eine mehr als 90 Kilo schwere goldene Statue des Ex-Präsidenten.

Auf Twitter verglichen mehrere Kommentatoren das Politiker-Abbild mit dem sprichwörtlichen „goldenen Kalb“ des Alten Testaments - einem Götzenbild. Eine weitere skurrile Anekdote lieferte der Künstler hinter dem Bildnis: Der US-Bürger Tommy Zegan berichtete dem Portal The Hill, er habe die Statue in seiner Wahlheimat Mexiko geschaffen und nun nach Florida gebracht. Trump hatte in seiner Amtszeit immer wieder gegen Mexiko gewettert und dem Grenzschutz größte Wichtigkeit eingeräumt.

Für Aufsehen sorgte auch die Bühne des Polit-Treffens: Twitter-User erkannten in dem Aufbau die Form der Othala-Rune, die unter anderem von der SS und der Hitler-Jugend verwendet wurde - und nach 1945 Verwendung bei Neonazi-Gruppierungen fand. Es wäre nicht der erste Eklat dieser Art in Trumps Umfeld.

Trump-Rede bei CPAC: Foto mit US-Präsident gibt Rätsel auf - Ted Cruz schießt gegen politische Gegner

Trump hat sich unterdessen offenbar auf bewährte Weise auf den vielbeachteten Auftritt vorbereitet: Der republikanische Attorney General von Texas, Ken Paxton, teilte am Samstag auf Twitter Fotos von einer gemeinsamen Golfpartie mit Trump. Usern fiel dabei ein eigentümliches Detail auf: Der Schnappschuss zeigte insgesamt drei Heftpflaster an Trumps rechtem Arm sowie der Hand des Ex-Präsidenten.

Die CPAC hat bereits am Freitag begonnen - und hohe Wellen geschlagen. Der Sender CNN zählte vor Trumps Rede mehrere Falschbehauptungen anderer Redner an den ersten beiden Tagen auf. Darunter weitere Behauptungen zu vermeintlichen Wahlfälschungen.

Mit dem texanischen Senator Ted Cruz - zuletzt wegen einer Reise trotz des Schneechaos in der Heiamt in der Kritik - hat auch schon ein anderer möglicher Präsidentschaftskandidat eine Rede bei der CPAC gehalten. Er spottete dabei über „dumme“ Regeln zum Tragen von Corona-Masken und veralberte die Angst der demokratischen Abgeordneten Alexandra Ocasio-Cortez während des Kapitol-Sturms am 6. Januar. „Bernie trägt Fäustlinge und AOC erzählt uns, sie wird ermordet“, spottete Cruz.

Der Republikaner erklärte zudem, es gebe eine Reihe Politiker in Washington, die wollten, dass Trump von der Bildfläche verschwinde. „Lassen Sie mich Ihnen das jetzt sagen, Donald J. Trump geht nirgendwo hin.“ (fn mit Material von dpa und AFP)

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