Nach Tod von George Floyd

Polizeigewalt-Proteste in den USA: Trump will Antifa verantwortlich machen

Nach dem Tod des Schwarzen George Floyd eskalieren die Proteste in den USA - für US-Präsident Donald Trump stehen die Schuldigen schon fest.

  • Nach dem Tod des Afroamerikaners George Floyd* wird in den USA gegen Polizeigewalt protestiert.
  • Donald Trump* sieht die Schuld für gewaltsame Zwischenfälle bei Linksextremen.
  • Der US-Präsident* bleibt Belege für seine These aber bislang schuldig.

Minneapolis -  Der Tod des Afroamerikaners George Floyd* nach einem brutalen Polizeieinsatz in der Großstadt Minneapolis löst weltweit Entsetzen aus - und Wut. In den USA reißen die Proteste gegen Polizeigewalt nicht ab. Dabei kommt es wiederholt zu Ausschreitungen

George Floyd war bei einem Polizeieinsatz in Minneapolis gestorben, nachdem ein weißer Polizist ihm minutenlang sein Knie in den Nacken gedrückt hatte, obwohl Floyd über Atemnot klagte. Floyd war unbewaffnet.

Floyds flehentliche Worte - „Ich kann nicht atmen“ - sind nun Kampfruf der Demonstranten. Sie dürften das Lebensgefühl vieler Afroamerikaner ausdrücken. Nicht nur wegen der Jahrhunderte langen Diskriminierung. Schwarze und andere Minderheiten sind es auch, die die Corona-Krise* besonders hart getroffen hat.

Tod von George Floyd: Trump spricht von „radikalen Extremisten“

US-Präsident Donald Trump* hatte die antifaschistische Bewegung und andere „radikale Extremisten“ in den vergangenen Tagen dafür verantwortlich gemacht, dass die zunächst friedlichen Demonstrationen in Krawalle umschlugen - und will nun die linksextreme „Antifa“-Bewegung auf die Liste terroristischer Organisationen setzen lassen. „Die Vereinigten Staaten werden die Antifa in die Kategorie der terroristischen Organisationen einordnen“, erklärte Trump* auf Twitter

In weiteren Tweets beglückwünschte Trump die Sicherheitskräfte, die Lage in der Stadt Minneapolis am Samstagabend unter Kontrolle gebracht zu haben. „Die vor allem von der Antifa angeführten Anarchisten sind schnell gestoppt worden“, erklärte Trump. Dies hätte schon in der ersten Nacht von dem Bürgermeister der Stadt erledigt werden sollen, sagte er mit Verweis auf Jacob Frey, den demokratischen Bürgermeister der Stadt.

Trump zu Protesten gegen Polizeigewalt: Es geht nicht um George Floyd

Trump erklärte, den Demonstranten gehe es nicht darum, George Floyd zu ehren. Vielmehr handle es sich um linke Chaoten, die es nur auf Krawall abgesehen hätten. „Die Gewalt und der Vandalismus werden von der Antifa und anderen gewaltsamen Gruppen des linken Flügels angeführt“, sagte Trump. „Linksradikalen Kriminellen, Verbrechern und anderen in unserem Land und auf der Welt wird nicht erlaubt werden, unsere Gemeinden in Brand zu stecken.“ 

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Nach Trump gab auch US-Justizminister William Barr linken Gruppierungen die Schuld. „Die organisierte Gewalt wird von Antifa und anderen ähnlichen Gruppen angeführt“, erklärte er. Zuvor hatte er in einer Fernsehansprache gesagt, dass die Gewalt vielerorts „von anarchistischen und linksextremistischen Gruppen geplant, organisiert und angetrieben“ werde. Es handele sich um „inländischen Terrorismus“. Barr kündigte an, die Justiz werde die Verantwortlichen für Ausschreitungen zur Rechenschaft ziehen. 

Für neue Anhaltspunkte sorgt jetzt der zweite Autopsiebericht - er geht von einer völlig anderen Todesursache aus als der erste.

Antifa schuld an Unruhen? Kritiker warnen vor Rechtsextremisten

Belege für ihre Anschuldigungen legten weder Barr, noch der US-Präsident vor. Die Theorie passt aber in Trumps Konzept: Bereits im vergangenen August hatte Trump erklärt, er erwäge, die Antifa zur Terrororganisation erklären zu lassen. 

Wie das mangels Organisationsstrukturen des losen Bündnisses funktionieren soll, sagte er nicht. Wenige Tage später erschoss ein mutmaßlicher Rassist in El Paso* (Texas) mehr als 20 Menschen. Er wollte nach eigenen Angaben möglichst viele Mexikaner töten. Nicht erst seit dieser Bluttat meinen Kritiker, dass nicht Antifaschisten die größte Gefahr für die USA darstellen, sondern Rechtsextremisten.

AFP/dpa/frs

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Rubriklistenbild: © AFP / DANIEL LEAL-OLIVAS

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