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Biden feiert Impf-Durchbruch - und warnt USA: „Lassen Sie nicht geschehen, was in Europa passiert“

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Von: Josef Forster

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Corona hat die USA hart getroffen. Doch die Fortschritte bei der Impfkampagne lassen das Land hoffen. Joe Biden warnt derweil vor europäischen Zuständen.

Washington, D.C. - Es waren erschütternde Bilder, die im Frühjahr aus New York City um die Welt gingen. Das Coronavirus wütete in der Millionenmetropole, Tausende fielen der Pandemie zum Opfer, die Bestattungsunternehmen waren überfordert. Und so wurden die Verstorbenen in Kühllastern aufbewahrt, bis sich die Angehörigen bei der Beerdigung verabschieden konnten.

Noch heute zählen die Vereinigten Staaten zu den am schlimmsten von der Pandemie betroffenen Ländern, rund 29,6 Millionen Corona-Fälle bestätigten die Behörden, fast 540.000 Menschen starben im Zusammenhang mit dem Virus. Trotzdem macht Präsident Joe Biden nun Hoffnung auf ein baldiges Ende der Pandemie. Er stützt seinen Optimismus auf die rasante Impfkampagne und blickt fassungslos nach Europa.

Joe Biden: „Bitte, bitte, lassen Sie nicht geschehen, was in Europa passiert“

Am Donnerstag meldete sich Biden mit einem Appell an die amerikanische Bevölkerung aus dem Weißen Haus. Er forderte die Amerikaner auf, weiterhin Masken zu tragen, sich regelmäßig die Hände zu waschen und den empfohlenen Mindestabstand einzuhalten. Er verknüpfte seine Aussagen mit einem Hinweis auf die nachlassende Vorsicht in Europa. „Bitte, bitte, lassen Sie nicht geschehen, was in Europa passiert, wie Sie es im Fernsehen sehen“, redete der Präsident seiner Bevölkerung zu.

Biden machte keine Angaben dazu, auf welchen Teil der Entwicklung in Europa er sich konkret bezog. Zuletzt meldeten fast alle EU-Staaten steigende Inzidenzzahlen, in Italien und Teilen Frankreichs wurden die Corona-Maßnahmen verschärft.

Corona in den USA: Impfziel von 100 Millionen Dosen am Freitag erreicht

Biden konnte am Donnerstag auf den ersten großen Erfolg seiner zweimonatigen Amtszeit hinweisen. Seit dem Amtsantritt der neuen US-Regierung sind in den Vereinigten Staaten fast 100 Millionen Impfungen verabreicht worden. „Damit liegen wir Wochen vor dem Zeitplan“, sagte Biden. Die Leben von Millionen Menschen seien dank der Impfung, „einer Dosis Hoffnung“, zum Besseren gewandelt worden.

Für Biden war die Corona-Bekämpfung ein zentrales Wahlkampfthema. Sein Versprechen, in den ersten 100 Tagen seiner Präsidentschaft mindestens 100 Millionen Impfungen zu erreichen, erfüllte er schon nach 58 Tagen. Seit dem Start der Impfkampagne Mitte Dezember wurden in den USA, einem Land mit 330 Millionen Einwohnern, nach Angaben der Gesundheitsbehörde CDC knapp 116 Millionen Dosen Corona-Impfstoff verabreicht. Gut 75 Millionen Menschen erhielten demnach mindesten seine Dosis, rund 41 Millionen gelten bereits als voll geimpft.

Noch am Donnerstag hatte Donald Trump in einem Fox News-Interview seinem Nachfolger Fehler in der Corona-Politik vorgeworfen. Auch der Chef-Immunologe Anthony Fauci nahm Trump ins Visier. Der 80-jährige Wissenschaftler habe „nichts außer Fehler gemacht“, so der ehemalige Präsident. Für seine Anordnungen in der Corona-Pandemie stellte sich Trump Bestnoten aus, ehe er die Corona-Impfung seinen Anhänger:innen empfahl. Sie seien „sicher“, „großartig“ und „unglaublich“ wirksam, betonte der Ex-Präsident. Laut einer CNN-Umfrage sehen vor allem Republikaner:innen Impfungen skeptisch. Die Empfehlung Trumps könnte deshalb der Impfkampagne seines Nachfolgers einen Schub geben. (dpa/jjf)

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