Besuch in Guatemala

US-Vize Kamala Harris warnt illegale Migranten: „Kommen Sie nicht!“

US-Vizepräsidentin Kamala Harris kündigt Guatemala Hilfe gegen Fluchtursachen an - warnt aber auch: Wer illegal in die USA kommt, werde zurückgeschickt.

Guatemala-Stadt - Den Menschen müsse „ein Gefühl der Hoffnung“ vermittelt werden. Das hat US-Vizepräsidentin Kamala Harris bei ihrer ersten Auslandsreise - Ziel: Guatemala - erklärt. Sie will in Migrationsfragen mit dem zentralamerikanischen Land zusammenarbeiten.

Harris warnte die Bewohner des von Armut und Gewalt geplagten Landes davor, illegal in die Vereinigen Staaten einzureisen. Denjenigen, die überlegten, die gefährliche Reise zur US-Grenze auf sich zu nehmen, sagte sie: „Kommen Sie nicht.“ Wer an die Grenze komme, werde zurückgewiesen, erklärte Harris. Die USA würden weiterhin ihre Gesetze durchsetzen und ihre Grenze sichern.

Ziel müsse es sein, die Fluchtursachen dort zu bekämpfen und Lösungen für „seit Langem bestehende Probleme“ zu finden, sagte Harris am Montag bei einem Treffen mit Präsident Alejandro Giammattei in Guatemala-Stadt. Es müsse verhindert werden, dass sie sich wegen der Missstände in ihrem Land zur Flucht in die USA gezwungen sähen.

US-Vizepräsidentin Kamala Harris will mit Guatemala in Migrations-Fragen kooperieren

Harris kündigte an, gemeinsam mit Guatemala eine Arbeitsgruppe gegen Schmuggel und Menschenhandel einzurichten. Zudem sei ein Programm zur Unterstützung von Frauen sowie eine Kooperation bei Ermittlungen gegen die Korruption geplant. Harris betonte, es sei im Interesse der USA zu helfen, solche Chancen zu schaffen und Wohlstand zu teilen. Sie spreche auch mit Unternehmensvorsitzenden, damit diese in Guatemala investierten.

Im April hatte Harris bereits die Zahlung zusätzlicher Hilfsgelder von 310 Millionen Dollar (rund 255 Millionen Euro) an die mittelamerikanischen Länder Guatemala, Honduras und El Salvador angekündigt. Aus den drei Ländern sowie aus Mexiko kommen die meisten der Zehntausenden Menschen, die jeden Monat versuchen, über die Grenze mit Mexiko illegal in die USA zu gelangen.

Migration in die USA: Republikaner machen US-Präsident Joe Biden verantwortlich

Die illegale Einwanderung hat sich zu einem heiklen Thema für die Regierung von US-Präsident Joe Biden entwickelt. Allein im April waren an der südlichen Grenze der USA fast 180.000 Menschen ohne gültige Papiere an der Einreise gehindert worden. Die oppositionellen Republikaner werfen Biden vor, für eine „Krise“ an der Südgrenze verantwortlich zu sein, weil er die Einwanderung nicht eindämmen könne.

Nach Bidens und Harris‘ Amtsantritt im Januar sind die Zahlen der Migranten stark gestiegen. Biden hat Harris mit der Migrationspolitik beauftragt. Ihre zweitägige Reise führt sie, außer nach Guatemala, noch nach Mexiko. (AFP/dpa/frs)

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