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Einer der beiden US-Langstreckenbomber des Typs B-1B flankiert von Kampfjets über Südkorea. Foto: Yonhap

Reaktion auf Atomtest

USA lassen zwei Bomber über Südkorea fliegen

Die Spannungen auf der koreanischen Halbinsel nehmen zu. Die USA senden nach Nordkoreas fünftem Atomtest auch militärische Warnsignale an Pjöngjang.

Seoul (dpa) - Nach dem bisher stärksten Atomtest Nordkoreas haben die US-Streitkräfte zur Demonstration militärischer Stärke zwei strategische Langstreckenbomber über Südkorea fliegen lassen. Die Bomber können auch als Träger von Atomwaffen eingesetzt werden. 

Die Überschallbomber des Typs B-1B hätten Südkorea nahe des südlich von Seoul gelegenen Luftwaffenstützpunktes Osan in niedriger Höhe überflogen, teilten die US-Streitkräfte Korea (USFK) mit. Die Bomber können auch als Träger von Atomwaffen eingesetzt werden. 

Die Demonstration sei nur ein Beispiel für die militärischen Fähigkeiten des Bündnisses mit Südkorea, "um die erweiterte Abschreckung zu verstärken", sagte USFK-Befehlshaber Vincent Brooks. Der Atomtest Nordkoreas - der zweite in diesem Jahr - stelle eine "gefährliche Eskalation und eine inakzeptable Bedrohung" dar.

Die USA hatten die Bomber von ihrem Luftwaffenstützpunkt auf der Pazifikinsel Guam geschickt, wohin sie auch wieder zurückkehren sollten. Bei ihrem Flug über Südkorea wurden sie von südkoreanischen und amerikanischen Kampfjets begleitet. Schon nach dem vierten nordkoreanischen Atomtest im Januar war als Zeichen der Bündnisstärke ein B52-Langstreckenbomber über Südkorea geflogen. Nicht selten schicken die USA Bomber auch zu gemeinsamen Manövern nach Südkorea, wo sie 28 500 Soldaten stationiert haben. 

Der jüngste nordkoreanische Atomtest vom Freitag hatte weltweit Empörung ausgelöst. Nordkorea hatte nach eigenen Angaben einen Atomsprengsatz gezündet, der auf strategische Raketen montiert werden kann. Das Land will Atomraketen entwickeln, die die USA erreichen könnten. Die Angaben über die Stärke der Explosion reichen von 10 Kilotonnen bis zu 25 Kilotonnen TNT. Die Atombombe von Hiroshima 1945 hatte eine Sprengkraft von rund 13 Kilotonnen.

Der US-Sondergesandte für die Nordkorea-Politik, Sung Kim, bekräftigte, dass Washington und Seoul in Zusammenarbeit mit dem UN-Sicherheitsrat harte Sanktionen gegen Pjöngjang anstreben. Diese sollen Nordkorea demonstrieren, dass seine "gesetzwidrigen und gefährlichen Handlungen ernsthafte Konsequenzen" nach sich zögen, sagte Sung Kim nach Angaben der südkoreanischen Nachrichtenagentur Yonhap nach einem Treffen mit dem Sondergesandten Kim Hong Kyun vom Außenministerium in Seoul.

Nach dem nordkoreanischen Atomtest im Januar und einem Raketenstart hatte der UN-Sicherheitsrat bestehende Sanktionen gegen Nordkorea verschärft. Das Regime erklärte sich davon unbeeindruckt.

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