US-Außenminister Antony Blinken spricht auf der NATO-Außenministerkonferenz
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US-Außenminister Antony Blinken spricht während einer Pressekonferenz am Ende eines Treffens der NATO-Außenminister im NATO-Hauptquartier.

Erstes Treffen von Maas und Blinken in Brüssel

USA fordern sofortigen Stopp von Nord Stream 2 - und drohen mit Sanktionen

  • vonSabine Schmidt
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Während der Außenministerkonferenz in Brüssel spricht Heiko Maas mit US-Außenminister Antony Blinken. Die USA fordern den Stopp des Projekts Nord Stream 2.

München/ Brüssel - Am Mittwoch, den 24. März 2021 beginnt in Brüssel die NATO-Außenministerkonferenz. Neben den Gesprächen der Außenminister über Krieg und Frieden in Jemen, Afghanistan und über den Iran, gab es ein erstes Zweiertreffen zwischen dem US-Außenminister Antony Blinken und dem deutschen Außenminister Heiko Maas. Das Auswärtige Amt der Bundesregierung bezeichnet das erste Treffen der Minister als „sehr guten Austausch“, wobei US-Außenminister Blinken scharf das deutsch-russische Projekt Nord Stream 2 kritisiert.

US-Regierung fordert den sofortigen Stopp von Nord Stream 2

Schon vor seinem ersten Gespräch mit dem deutschen Außenminister Heiko Maas, äußerte sich der neue US-Außenminister Antony Blinken über Deutschland und das Gaspipeline-Projekt, Nord Stream 2. Er kritisierte Deutschland für die Zusammenarbeit mit Russland. Und dass Deutschland an dem Pipeline-Projekt festhalte, obwohl Russland versuche, die kollektive Sicherheit zu beeinträchtigen. Blinken reagierte mit dem entschlossenen Auftreten der neuen US-Regierung unter dem Präsidenten Joe Biden. Er sagte, dass die USA einen sofortigen Stopp von Nord Stream 2 verlangen. Die US-Regierung scheue sich nicht davor Sanktionen gegenüber den am Bau beteiligten Unternehmen auszusprechen.

Pipeline-Projekt Nord Stream 2 zwischen Deutschland und Russland

Für die USA ist das Pipeline-Projekt zwischen Deutschland und Russland bereits vor der neuen US-Regierung ein Dorn im Auge gewesen. Nord Stream 2 beschreibt eine Pipeline an der Ostsee mit Leitungssträngen von rund 1230 Kilometer, welche in Zukunft 55 Milliarden Kubikmeter Erdgas pro Jahr von Russland nach Deutschland transportieren sollen. Das Projekt befindet sich in seiner Endphase und ist zu 90 Prozent fertiggestellt. Die US-Regierung begründet ihre Ablehnung an Nord Stream 2 mit der Aussicht, dass Deutschland sich zu sehr von russischem Gas abhängig mache. Sie verhängte bereits im Januar Sanktionen an die beteiligten Unternehmen. Befürworter der Gaspipeline meinen, die USA fürchte weniger Aufträge an Flüssiggas-Lieferungen aus Deutschland zu erhalten.

Bundesregierung äußert sich verhalten zu den Forderungen der USA

Das Auswärtige Amt der Bundesregierung äußerte sich verhalten zu den Forderungen der USA, nach der Fertigstellung könne am Ende immer noch der Betrieb untersagt oder an Bedingungen geknüpft werden. Das Projekt solle, laut dem Auswärtigen Amt, aber nicht als milliardenteure Bauruine enden.

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