Tatort in der Perry Street. Ein Schwarzer wurde erneut in den USA von der Polizei erschossen am 21.04.2021.
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Ein Schwarzer wurde in den USA erneut von einem Polizisten erschossen.

Nach Urteil im Floyd-Prozess

USA: Erneut Schwarzer von Polizei erschossen - weil er wegfahren wollte?

  • vonDana Popp
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Erneut wurde in den USA ein unbewaffneter Schwarzer nach einem Polizeieinsatz getötet. Die Tat fand nur einen Tag nach der Urteilsverkündung im Prozess von George Floyd statt.

Elizabeth City - Im Bundesstaat North Carolina wurde erneut ein schwarzer Mann nach einem Polizeieinsatz von einem Beamten erschossen. Die Tat ereignete sich nur einen Tag nach dem Schuldspruch gegen den weißen Ex-Polizisten Derek Chauvin im Fall des getöteten Afroamerikaners George Floyd im Bundesstaat Minnesota. Dieser Fall hat in den USA zu massenhaften Protesten gegen Rassismus und Polizeigewalt geführt. Nun wurde erneut ein 40-jähriger Schwarzer erschossen. Die Polizeibeamten haben nach Angaben des zuständigen Sheriffs einen Durchsuchungsbefehl ausgeführt. Bei der Durchsuchung sei es um das spätere Opfer, Andrew Brown Junior, gegangen, erklärte der Sheriff im Bezirk Pasquotank, Tommy Wooten, am Mittwochnachmittag (Ortszeit).

Genaue Angaben zu dem Grund der Durchsuchung und zum Hergang der Tat machte er jedoch nicht. Lokale US-Medien berichten, dass der Familienvater während des Einsatzes der Beamten in sein Auto gestiegen sei und wegfahren wollte. Daraufhin sei geschossen worden, berichteten Familienmitglieder der Presse, berichtet die Deutsche Presse-Agentur. Der Vorfall wird nun von der zuständigen Behörde des Bundesstaats (SBI) untersucht. Der Beamte, der geschossen habe, ist bis auf Weiteres beurlaubt, wie Wooten erklärte. Der Vorfall wird nun von der zuständigen Behörde des Bundesstaats (SBI) untersucht.

Nach Urteil im Floyd-Prozess: Präsident Joe Biden äußert sich zu Polizeigewalt in den USA

Fast ein Jahr nach der Tötung des Afroamerikaners George Floyd haben die Geschworenen am Mittwoch den weißen Ex-Polizisten Derek Chauvin in allen Anklagepunkten für schuldig befunden. US-Präsident Joe Biden begrüßte den Schuldspruch, rief aber zugleich zu weiterem Kampf gegen Rassismus und Polizeigewalt auf. Struktureller Rassismus sei „ein Schandfleck auf der Seele unserer Nation“, sagte der Demokrat bei einer Ansprache im Weißen Haus. Mit Blick auf Floyds Familie betonte er: „Nichts kann jemals ihren Bruder, ihren Vater zurückbringen. Aber dies kann ein riesiger Schritt vorwärts auf dem Marsch zur Gerechtigkeit in Amerika sein.“ Nötig dafür seien allerdings echter Wandel und echte Reformen. Biden erinnerte zudem an Floyds letzte Worte „I can‘t breathe“ („Ich kann nicht atmen“). „Wir können diese Worte nicht mit ihm sterben lassen.“ US-Vizepräsidentin Kamala Harris nannte Rassismus „ein Problem für jeden Amerikaner“. Die Demokratin ist die erste Schwarze in dem Amt.

Am Dienstag erst hatte ein Polizist im Staat Ohio eine 16-jährige Schwarze erschossen, die Videoaufnahmen zufolge mit einem Messer bewaffnet war. Das Mädchen habe andere Menschen angegriffen, erklärte der amtierende Polizeichef der Stadt Columbus, Michael Woods. Die vier tödlichen Schüsse waren nur wenige Minuten vor der Verkündung des Schuldspruches gegen Chauvin gefallen. Die Sprecherin von US-Präsident Joe Biden, Jen Psaki, erklärte am Mittwoch im Weißen Haus: „Die Tötung der 16-jährigen Ma‘Khia Bryant durch die Polizei in Columbus ist tragisch. Sie war ein Kind.“ Psaki fügte hinzu, es sei bekannt, dass „Polizeigewalt überproportional Schwarze und Latinos trifft“. Die Regierung setze sich daher für den Kampf gegen strukturellen Rassismus und Vorurteile ein. Zudem werbe das Weiße Haus für dringend benötigte Polizeireformen. (dp/dpa)

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