Nach Tot von George Floyd

US-Proteste sorgen für neue Corona-Angst - Trump-Aussagen haben erste Konsequenzen

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USA: Die Proteste nach dem Tod des Afroamerikaners George Floyd geraten außer Kontrolle. Donald Trump kündigt Militäreinsätze an - die Lage in New York ist außer Kontrolle.

  • Der Afroamerikaner George Floyd kam infolge eines brutalen Polizeieinsatzes in Minneapolis ums Leben.
  • Seitdem eskalieren die Proteste gegen Rassismus und Polizeigewalt in mehreren US-Metropolen zunehmend.
  • Vor allem in New York eskalierten die Demonstration - es droht ein Zusammenbruch der öffentlichen Ordnung (siehe Update vom 3. Juni, 11.55 Uhr). US-Präsident Donald Trump hatte eine Demonstratin vor dem Weißen Haus rigoros auflösen lassen. Bürgerrechtler klagen ihn nun an. (siehe Update vom 5. Juni, 8.49 Uhr).

Update vom 5. Juni 12.37 Uhr: Dieser Ticker endet hier. Alle weiteren Informationen zu den Auschreitungen in den USA sind in unserem neuen Ticker

Update vom 5. Juni, 12.01 Uhr: Seit dem der Afroamerikaner George Floyd bei einem Polizeieinsatz getötet wurde, gehen in vielen US-Städten Tausende Demonstranten auf die Straße. Bei den Protesten gerät der Infektionsschutz ins Hintertreffen. Angesichts der Protestwelle gegen Polizeigewalt in den USA haben die Gouverneure der Bundesstaaten Minnesota und New York Demonstranten aufgefordert, sich auf das Coronavirus testen zu lassen.

„Wir bitten die Protestierenden, verantwortungsbewusst zu handeln“, twitterte New Yorks Gouverneur Andrew Cuomo am Donnerstag. „Verhalten Sie sich so, als seien Sie möglicherweise (dem Virus) ausgesetzt gewesen.“

In Stuttgart ist es in der Nacht zum Sonntag (21. Juni 2020) ebenfalls zu heftigen Krawallen gekommen. Mehrere Kleingruppen lieferten sich Straßenschlachten mit der Polizei. Die Situation geriet außer Kontrolle.

Sein Amtskollege aus Minnesota, Tim Walz, äußerte sich in einem Tweet ähnlich. Auch der Chef der Gesundheitsbehörde CDC, Robert Redfield, empfahl Demonstranten entsprechende Tests, insbesondere in Regionen, in denen die Corona-Pandemie noch nicht unter Kontrolle sei. Minneapolis und Washington gehörten dazu. Es bestehe leider die Möglichkeit, dass solche Kundgebungen zur Verbreitung des Erregers führten, sagte er vor einem Ausschuss des Repräsentantenhauses.

US-Proteste: „Beschämender Angriff auf Demonstranten“ - Trump für Vorgehen verklagt

Update vom 5. Juni, 8.49 Uhr: US-Bürgerrechtler haben die Regierung von Präsident Donald Trump wegen des harten Vorgehens der Polizei gegen Teilnehmer einer Kundgebung vor dem Weißen Haus verklagt. Bei der angeordneten Räumung seien Tränengas und Gummigeschosse gegen Demonstranten eingesetzt worden, die am Montag friedlich gegen den Tod des Afroamerikaners George Floyd im Zuge eines Polizeieinsatzes protestiert hätten, heißt es in der Klageschrift, die die Bürgerrechtsorganisation ACLU am Donnerstag (Ortszeit) veröffentlichte.

Eingereicht wurde sie von der ACLU sowie einzelnen Teilnehmern des Protests vor einem Bundesgericht in Washington. AuchJustizminister William Barr und Verteidigungsminister Mark Esper werden Medienberichten zufolge in der Klage genannt. Mit dem Einsatz seien die in der Verfassung garantierten Grundrechte der Demonstranten verletzt worden, argumentiert die American Civil Liberties Union (ACLU).

„Der beschämende, verfassungswidrige, unprovozierte und offen gesagt kriminelle

Angriff des Präsidenten auf Demonstranten

, weil er mit deren Ansichten nicht einverstanden war, erschüttert die Grundlage der verfassungsmäßigen Ordnung unserer Nation“, sagte ein ACLU-Sprecher dem Sender CNN. Die Regierung müsse zur Rechenschaft gezogen werden, heißt es in einem Tweet. 

Auch in Deutschland wird gegen Polizeigewalt demonstriert. Nicht zu Unrecht, wie nun ein schockierender Vorfall aus dem Saarland zeigt: Bundespolizisten sollen an der Grenze brutal gegen einen 65-Jährigen vorgegangen sein - eine Kamera filmte mit.* Die Polizei in Minneapolis zieht indes Konsequenzen.

Grünen-Politiker Cem Özdemir erwartet unterdessen nicht, dass die Eskalationen um die Polizeigewalt in den US-Staaten ein jähes Ende finden - im Gegenteil: Donald Trump werde sie weiter befeuern.

USA: Trump erwägt Militäreinsatz gegen Floyd-Proteste - Trauerfeier in Minneapolis

Update vom 4. Juni, 20.14 Uhr: Mit einer Trauerfeier in Minneapolis ist an den bei einem Polizeieinsatz in der US-Großstadt getöteten Afroamerikaner George Floyd erinnert worden. An der Zeremonie an der christlichen Universität North Central nahmen am Donnerstag Angehörige, Freunde, Politiker und Persönlichkeiten wie die Bürgerrechts-Ikone Jesse Jackson teil. Der bekannte Pastor und Bürgerrechtler Al Sharpton sollte die Trauerrede halten. Ein goldener Sarg mit Floyds Leichnam war in dem Saal aufgebahrt.

Update vom 4. Juni, 20.48 Uhr: Nach vier nächtlichen Ausgangssperren wegen Massenprotesten gegen Polizeibrutalität und Rassismus will der Bezirk Los Angeles von weiteren Ausgehverboten absehen. Nach friedlichen Protesten seien die Auflagen nicht mehr notwendig, teilte Sheriff Alex Villaneuva am Donnerstagvormittag (Ortszeit) auf Twitter mit. Andere US-Metropolen, darunter New York, halten weiter an Ausgangssperren fest.

George Floyd: Merkel spricht von Mord und attackiert Trump - „schon sehr kontrovers“

Update vom 4. Juni, 20.16 Uhr: Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat den tödlichen Polizeieinsatz gegen den Afroamerikaner George Floyd scharf verurteilt und als Mord bezeichnet. „Erst einmal ist dieser Mord an George Floyd etwas ganz, ganz Schreckliches“, sagte Merkel am Donnerstagabend in der  ZDF-Sendung „Was nun, Frau Merkel?“. „Rassismus ist etwas Schreckliches. Die Gesellschaft in den Vereinigten Staaten ist sehr polarisiert.“

Zum Umgang von US-Präsident Donald Trump mit den anhaltenden Protesten gegen Rassismus und Polizeigewalt in den Vereinigten Staaten sagte Merkel: „Meine Ansprüche an Politik sind immer, dass man auch versucht, zusammenzubringen und zu versöhnen." Trumps Politikstil sei „schon ein sehr kontroverser.“

Auf die Frage, ob sie noch Vertrauen in Trump habe, sagte Merkel: „Ich arbeite zusammen mit den gewählten Präsidenten auf der Welt. Und natürlich auch mit dem amerikanischen. Und ich hoffe, dass es gelingt, das Land gut zu befrieden.“ Was sie mit Trump bespreche, darüber rede sie in der Öffentlichkeit nicht. „Ich kann nur hoffen, dass man zusammenfindet.“ Sie sei froh, dass viele in den USA ihren Beitrag dazu leisteten.

USA: Barr räumt Missstände ein - George Floyds Tod war nicht der erste dieser Art

Update vom 4. Jui, 19.47 Uhr:  Mit Blick auf die Proteste gegen Rassismus und Polizeigewalt in Amerika hat US-Justizminister William Barr grundlegende Missstände im Land eingeräumt. „George Floyds Tod war nicht der erste dieser Art“, sagte Barr am Donnerstag in Washington. Es sei nicht zu leugnen, dass viele Afroamerikaner Zweifel an der Strafjustiz im Land hätten. „Das muss sich ändern.“

USA: Trump erwägt Militäreinsatz bei Floyd-Protesten - harte Worte aus Merkels Kabinett

Update vom 4. Juni, 14.20 Uhr: Der Kurs von US-Präsident Donald Trump im Umgang mit den Unruhen in den Vereinigten Staaten stößt auch in Deutschland auf kaum verhohlene Ablehnung: Verteidigungsministerin und CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer hat am Donnerstag ihren Amtskollegen Mark Esper gelobt - weil dieser sich offen gegen Trump stellte. Allerdings äußerte sich „AKK“ nur hinter verschlossenen Türen.

Teilnehmer einer Videoschalte des CDU-Bundesvorstands berichteten, Kramp-Karrenbauer habe erklärt, es sei gut zu wissen, dass Esper einen Einsatz der amerikanischen Armee im Inland ablehne. Und es sei auch gut zu wissen, dass in den Vereinigten Staaten und Deutschland immer noch dieselben Werte vorhanden seien. Die deutsche Verteidigungsministerin wird weiter mit den Worten zitiert, Amtsinhaber im Weißen Haus wechselten, diese Werte und die Kraft der Zivilgesellschaft blieben.

Update vom 4. Juni, 13.36 Uhr: Die Kritik an US-Präsident Donald Trump wird lauter. Ex-Minister und ehemalige Präsidenten haben sich bereits mehr oder weniger scharf gegen seine Reaktionen auf die Proteste. Trump hatte angekündigt die Demonstrationen, die in den USA nach dem Tod des Afroamerikaners George Floyd aufgeflammt sind, mithilfe des Militärs einzugrenzen. 

Auch die New York Times berichtet über Trumps Drohung eines Militäreinsatzes. Trump stößt das offenbar bitter auf. Auf Twitter teilt er einen Post mit zwei Titeln der NYT. „Während sich das Chaos verbreitet, verspricht Trump, es zu beenden“, lässt sich auf einem der Titel lesen. Auf dem zweiten: „Trump droht Soldaten in die Staaten zu senden.“ 

Die New York Times habe den Titel aufgrund einer Kampagne von Trumps Konkurrenten Joe Biden angepasst, lautet der Vorwurf in dem geteilten Tweet. „The Fake Newspaper“, schreibt Trump dazu. Und postet prompt in Versalien hinterher: „Law & Order“, „Gesetz und Ordnung“ sowie seinen Wahlkampfslogan: „Make America great again“.

Nach Floyd-Tod: Ehemalige US-Präsidenten kritisieren Ungleichheit in den Vereinigten Staaten

Update vom 4. Juni, 13.07 Uhr: Alle ehemaligen US-Präsidenten haben nach dem Tod des Afroamerikaners George Floyd Rassismus in den USA verurteilt. Jimmy Carter, Bill Clinton, George W. Bush und Barack Obama kritisierten in Stellungnahmen die anhaltende Ungleichheit und die Benachteiligung Schwarzer in den USA. Bei allen klang auch - mehr oder weniger direkt - Kritik an der Regierung von Präsident Donald Trump mit.

Der amtierende US-Präsident hatte Floyds Tod mehrfach scharf verurteilt. Ihm wird jedoch vorgeworfen, sich nicht klar gegen Rassismus zu positionieren und nicht genug Verständnis zu zeigen für den Zorn über anhaltende Diskriminierung und Ungerechtigkeit im Land.

US-Proteste nach George Floyds Tod: Alle ehemaligen Präsidenten äußern sich

Ex-Präsident Carter erklärte am Mittwoch, es müsse mehr getan werden, um dem systematischen Rassismus in den USA zu begegnen. „Wir brauchen eine Regierung, die so gut ist wie ihre Bevölkerung, und wir sind besser als das“, schrieb der Demokrat. Es sei Zeit, sich gegen Diskriminierung in Polizei und Justiz sowie die anhaltende „unmoralische“ wirtschaftliche Ungleichheit aufzulehnen, forderte er.

George W. Bush hatte bereits am Dienstag erklärt, es sei ein „schockierendes Versagen“, dass viele Afroamerikaner in ihrem Heimatland immer noch Belästigungen und Bedrohungen ausgesetzt seien. „Wie beenden wir systematischen Rassismus in unserer Gesellschaft?“, fragte er. Schwarze erlebten die wiederholte Verletzung ihrer Rechte „ohne eine dringliche und adäquate Antwort von Amerikas Institutionen“.

Eskalation in den USA: Barack Obama bezeichnet Proteste nach Floyd-Tod als „Hoffnung“

Barack Obama - der bislang einzige afroamerikanische US-Präsident - hat sich seit Floyds Tod bereits mehrfach geäußert. Am Mittwoch erklärte er, die von breiten Gesellschaftsschichten unterstützten Proteste seien ein Zeichen der Hoffnung, dass es im Land den Willen zur Veränderung gebe. Am Montag hatte er erklärt, die Proteste seien Ausdruck einer echten und legitimen Enttäuschung über ein „jahrzehntelanges Versagen“ bei der Reform von Polizei und Strafjustiz.

Ex-Präsident Clinton hatte am Samstag erklärt, Floyds Tod sei der „jüngste Fall in einer langen Reihe von Tragödien und Ungerechtigkeiten sowie eine schmerzhafte Erinnerung daran, dass die Hautfarbe einer Person immer noch festlegt, wie diese in fast jeder Lebenslage in Amerika behandelt wird“. Alle Amerikaner müssten sich gegen Rassismus auflehnen, vor allem aber Politiker müssten Fehler einräumen und Verantwortung übernehmen, forderte er.

Auf Twitter veröffentlichte er ein Statement, in dem er betont: „Niemand hat es verdient, so zu sterbern“.

USA-Eskalation nach Floyd-Tod: Ex-Minister kritisiert Trump - „hätte mir nicht vorstellen können, dass ...“

Update vom 4. Juni, 10.45 Uhr: Die Kritik an US-Präsident Donald Trump rund um den Umgang mit den Protesten zum Mordfall George Floyd wird lauter. Jetzt meldet sich der frühere US-Verteidigungsminister James Mattis zu Wort. Der Präsident sei ein „Spalter“, kritisiert Mattis scharf und stellt sich hinter die friedlichen Proteste. Dann wird er noch deutlicher. 

Trump sei der erste Präsident, den er erlebe, der sich nicht darum bemühe, das Land zu einen, sondern seit drei Jahren versuche, das Land zu spalten, schrieb Mattis im US-Magazin The Atlantic. „Wir sind Zeugen der Konsequenzen von drei Jahren ohne reife Führung“, schrieb der pensionierte General. Die Ereignisse dieser Woche hätten ihn „wütend und entsetzt“ zurückgelassen, erklärte der 69-Jährige.

Proteste in den USA: Ex-Minister kritisiert Trump scharf - müssen „Amtsträger zur Rechenschaft ziehen“

Mattis war 2019 nach zwei Jahren als Verteidigungsminister aufgrund von Meinungsverschiedenheiten mit Donald Trump zurückgetreten. Bisher hatte er denUS-Präsidenten aber nicht öffentlich kritisiert. Trumps Plan, mithilfe des Militärs die Proteste nach der Polizeigewalt gegen den Afroamerikaner George Floyd niederzuschlagen, als unnötigen Fehler. „Zuhause sollten wir unser Militär nur sehr selten einsetzen, wenn es von Gouverneuren der Bundesstaaten angefordert wird“, schrieb Mattis in der am Mittwoch (Ortszeit) veröffentlichten Erklärung. 

Ein Einsatz der Streitkräfte gegen zivile Proteste könne einen Konflikt zwischen Bevölkerung und Militär provozieren, warnte er. „Wir müssen uns hinter einem gemeinsamen Ziel versammeln. Und das beginnt mit der Garantie, dass wir alle vor dem Gesetz gleich sind“, erklärte Mattis. Bei den Protesten für Sicherheit und Ordnung zu sorgen, sei Aufgabe der örtlichen Sicherheitskräfte, schrieb er.

USA-Eskalation nach dem Tod von George Floyd: Trump kritik - er reagiert prompt auf Twitter

Scharfe Worte fand Mattis auch für den Vorfall vom Montag, als auf Befehl von Trumps Regierung hin ein friedlicher Protest vor dem Weißen Haus gewaltsam aufgelöst worden war, um es Trump zu ermöglichen, sich vor einer nahen Kirche in Szene zu setzen. Er bezeichnete den Vorfall als „Missbrauch der Regierungsmacht“. „Wir müssen das ablehnen und jene Amtsträger zur Rechenschaft ziehen, die unsere Verfassung verhöhnen würden“, forderte er.

Trump reagierte über Twitter auf Mattis' Kritik und warf ihm vor, vor allem das Feld der Selbstdarstellung zu beherrschen. Er habe dessen Führungskraft nicht geschätzt und sei froh, dass dieser „weg ist“, schrieb Trump. Auch sei Mattis Spitzname „Chaos“ gewesen, als Trump ins Weiße Haus einzog. Der Name habe ihm nicht gefallen, so Trump. Deshalb habe er den Spitznamen in „Mad Dog“ geändert. 

USA-Eskalation nach Tod von George Floyd: Weitere Polizisten festgenommen - ihnen droht schwere Strafe

Update vom 4. Juni, 8.19 Uhr: Nach dem Tod des Afroamerikaners George Floyd bei einem brutalen Polizeieinsatz hat die US-Justiz ihre Gangart gegen die beteiligten Beamten deutlich verschärft. Die Staatsanwaltschaft im US-Bundesstaat Minnesota klagte am Mittwoch drei an Floyds Festnahme beteiligte Ex-Polizisten wegen Mittäterschaft an und ließ sie festnehmen. Die Anklage gegen den Polizisten, der für den Tod Floyds verantwortlich gemacht wird, wurde verschärft. Ihm droht nun eine deutlich längere Haftstrafe. Die vier Polizisten waren nach Bekanntwerden des Vorfalls umgehend entlassen worden. Im ganzen Land kam es unterdessen zu neuen Protesten.

USA-Eskalation: Nach der brutaler Polizeigewalt wird die Anklage gegen die beteiligten Beamten verschärft

Bei dem Polizeieinsatz in der Stadt Minneapolis hatte der Beamte Derek C.* sein Knie fast neun Minuten lang in Floyds Nacken gedrückt - trotz aller Bitten des 46-Jährigen, ihn atmen zu lassen. Der Ex-Polizist muss sich nun wegen Mordes zweiten Grades vor Gericht verantworten, wie aus dem Haftbefehl hervorgeht. Darauf stehen in Minnesota bis zu 40 Jahre Haft. Zudem wird ihm auch Mord dritten Grades vorgeworfen, worauf bis zu 25 Jahre Haft stehen. Außerdem wirft ihm die Justiz noch Totschlag vor, wofür ihm zehn Jahre Haft drohen könnten. Zuvor war ihm nur Mord dritten Grades und Totschlag vorgeworfen worden.

Den drei früheren Polizisten, die an der Festnahme Floyds am Montag vergangener Woche ebenfalls beteiligt gewesen waren, wird nun Mittäterschaft in einem Mordfall zweiten Grades vorgeworfen. Damit droht auch ihnen bei einer Verurteilung eine lange Haftstrafe.

USA-Eskalation: Die Proteste gegen Polizeigewalt und Rassismus gehen unvermindert weiter

Der Anwalt von Floyds Familie, Benjamin Crump, begrüßte die Ankündigung der Justiz. Die Familie sei dankbar, dass nun alle vier Ex-Polizisten angeklagt und festgenommen seien, erklärte er auf Twitter. Die Angehörigen hatten dies seit Tagen gefordert.

In Los Angeles, New York, Washington, Houston und anderen US-Metropolen protestierten am Mittwoch erneut Tausende Menschen friedlich gegen Polizeigewalt, Rassismus und soziale Ungleichheit. Viele Demonstranten hielten Plakate der Bewegung „Black Lives Matter“ hoch (auf Deutsch etwa: Schwarze Leben sind wichtig). In mehreren Städten, darunter etwa New York, Minneapolis und Washington, galt erneut eine nächtliche Ausgangssperre, um Plünderungen und Ausschreitungen vorzubeugen.

Auch in Deutschland versammeln sich seit dem Vorfall in vielen Städten Menschen, um gegen Rassismus in den USA zu demonstrieren. In Mannheim drückt ein Künstler in einem Graffiti sein Mitgefühl und seine Solidarität aus. Mit dem Schriftzug „I can‘t breathe“ erinnert er an Floyds letzte Worte. Das berichtet Mannheim24.de*.

USA-Eskalation: New York droht ein Zusammenbruch historischen Ausmaßes - Merkel-Sprecher wird deutlich

Update vom 3. Juni, 22.10 Uhr: Auch in Europa wird gegen Rassismus protestiert. Allerdings nicht immer friedlich. So berichten das griechische Staatsfernsehen und mehrere Nachrichtenportale von Ausschreitungen während einer Kundgebung mit Hunderten Demonstranten in Athen. Die Polizei setzte Tränengas ein, um eine Gruppe von Linksautonomen auseinanderzutreiben, die mehrere Brandflaschen auf die Beamten geschleudert hatten.

Update 21.25 Uhr: Die Reaktion auf die ablehnende Haltung des Verteidigungsministers Mark Esper hinsichtlich eines Militäreinsatzes wegen der Massenproteste lässt nicht lange auf sich warten. Die Sprecherin des Weißen Hauses, Kayleigh McEnany, sagte in Washington, Donald Trump habe als Präsident die alleinige Befugnis, dieses Gesetz zu aktivieren. Es sei definitiv ein Instrument, das ihm zur Verfügung stehe: „Wenn nötig, wird er es einsetzen.“

Auf die Frage von Journalisten, ob der Präsident angesichts von Espers Äußerungen noch Vertrauen in seinen Verteidigungsminister habe, reagierte McEnany auffallend reserviert. „Wenn er das Vertrauen in Minister Esper verliert, werden Sie sicher alle als Erste davon erfahren“, sagte sie. Vorerst gelte: „Derzeit ist Minister Esper noch Minister Esper.“

Update 20.36 Uhr: Durch die Massendemonstrationen gegen die gesellschaftlichen Missstände erhöht sich in den USA die Corona-Infektionsgefahr - deshalb warnen Politiker nun.

Update 16.35 Uhr: US-Verteidigungsminister Mark Esper spricht sich gegen einen Militäreinsatz gegen Demonstranten aus, wie ihn Präsident Donald Trump angedroht hat. Der Einsatz von Berufssoldaten im Inland sollte nur das „letzte Mittel“ in den „dringlichsten und äußersten Situationen“ sein, betont Esper vor Journalisten im Pentagon. „Wir befinden uns derzeit nicht in einer solchen Situation.“

Update, 15.45 Uhr: Auch in Großbritannien gingen bereits Tausende Menschen nach George Floyds Tod auf die Straße. Der britische Regierungschef Boris Johnson äußerte sich ebenfalls und verurteile den tödlichen Polizeieinsatz in den USA. „Was in den Vereinigten Staaten passiert ist, war entsetzlich und unverzeihlich", sagte Johnson am heutigen Mittwoch (3. Juni) im Parlament. Johnson äußerte Verständnis für die Proteste in den USA und forderte die Demonstranten auf, sich „gesetzeskonform und vernünftig"“ zu verhalten. Auf die Fragen von Abgeordneten, ob er mit US-Präsident Donald Trump über den Fall gesprochen habe, ging Johnson nicht ein.

Auch britische Polizeichefs haben sich solidarisch mit der Empörung über den gewaltsamen Tod von Floyd erklärt. „Wir stehen an der Seite derer, die auf der ganzen Welt abgestoßen und entsetzt sind von der Art, wie George Floyd sein Leben verloren hat“, hieß es in einer Mitteilung verschiedener britischer Polizeiorganisationen. 

USA-Eskalation: New York droht Zusammenbruch historischen Ausmaßes - Merkel-Sprecher wird deutlich

Update, 15.01 Uhr: International äußern sich weitere Politiker zu der Lage in den USA. Auch aus Deutschland werden nach der Aussage von Heiko Maas (siehe unten) weitere Stimmen laut. Regierungssprecher Steffen Seibert antwortete nun auf die Frage, wie die deutsche Regierung zu dem von US-Präsident Donald Trump angekündigten Einsatz des Militärs stehe.

Amerika ist eine starke Demokratie, in der es eine lebhafte Debatte gibt über alles, was jetzt passiert. Da braucht es nicht unsere Hinweise“, so Seibert. Der Tod George Floyds habe in Deutschland und in der ganzen Welt viele Menschen erschüttert. „Er hat auch die Bundesregierung erschüttert“, so der Regierungssprecher weiter. Es sei ein „entsetzlicher und auch ein vermeidbarer Tod, der aufrüttelt“. Die Bundesregierung verfolge das Geschehen mit Anteilnahme. 

Es gebe in den USA auch viele friedliche Proteste, erklärte Seibert außerdem. Die Bundesregierung hoffe, dass Gewalt ende und sich kluge Stimmen, die für ein friedliches Zusammenleben und ein Ende des Rassismus einträten, durchsetzten.

USA-Eskalation:

Update, 14.22 Uhr: Während in verschiedenen US-Städten Chaos herrscht, gehen die Vorwahlen in mehreren US-Bundesstaaten weiter. Der demokratische Präsidentschaftskandidat Joe Biden äußerte sich zur Haltung Donald Trumps und zur aktuellen Situation - und gab an, Rassismus bekämpfen zu wollen. Er gab jedoch ebenfalls an, dass die Gewalt auf den Straßen falsch sei. Vor allem in New York eskalierten die Proteste in der vergangenen Nacht (siehe unten).

USA: Trump schart 1600 Soldaten um sich -

Update, 11.55 Uhr: In New York erreichte die Gewalt nach dem Tod von George Floyd in der letzten Nacht offenbar ein neues Level. Die öffentliche Ordnung drohe dort zusammenzubrechen, berichtet ein Reporter der Bild vor Ort. „Die Polizei hält sich komplett zurück“, so der Journalist über die Lage auf den Straßen. Die Demonstranten dauerten in der achten Nacht in Folge an. Die Rede ist von „einer langen Nacht der Gewalt und Anarchie“.

Chaotische Zustände gibt es neben New York auch in Los Angeles und Washington, wo rund 1600 Militärpolizisten stationiert wurden, um die Sicherheitskräfte bei Bedarf zu unterstützen (siehe unten).

US-Demos eskalieren: Trump holt Soldaten zu sich - Maas attackiert ihn mit verachtenden Worten

Update, 9.50 Uhr: Journalisten, die live über die Proteste in Washington D.C. berichten, sind von einem US-Polizisten attackiert worden. Es handelte sich dabei um ein australisches Fernsehteam des Senders 7NEWS, das die Ausschreitungen am Montag (1. Juni) vor Ort verfolgt hatte. Zunächst wurde das Fernsehteam von Gummigeschossen getroffen. Danach schlug ein US-Polizist ohne Vorwarnung mit der Faust in die Kamera

Auf der Internetseite von 7NEWS sind die Aufnahmen veröffentlicht. Eine betroffene Journalistin des Teams berichtete außerdem vom Einsatz von Tränengas in ihrer Nähe. Obwohl das Fernsehteam angegeben hatte, von der Presse zu sein, kam es zu dem Angriff des Polizisten auf die Kamera.

George Floyd-Demos: Außenminister Maas verurteilt Trumps Soldaten-Pläne scharf - „Öl ins Feuer gießen“

Währenddessen äußern sich auch deutsche Politiker zu der dramatischen Lage in den USA. Außenminister Heiko Maas kritisierte die Drohung Donald  Trumps, Soldaten gegen die Protestierenden einzusetzen, scharf. Gewalt würde weitere Gewalt auslösen, so Maas gegenüber dem Spiegel

Statt „Öl ins Feuer zu gießen“ müsse man sich versöhnen, erklärte der Außenminister. „Statt uns auseinander dividieren zu lassen, sollten wir den Schulterschluss suchen gegenüber den radikalen Extremisten", so Maas.

In den USA eskaliert der Protest nach dem Tod von George Floyd. Die Reaktion Donald Trumps ist dabei höchst fragwürdig*, meint Münchner Merkur-Redakteur Marcus Mäckler in einem Kommentar. Ein weiterer Kommentar zu den Krawallen in den USA geht in eine ähnliche Richtung. Donald Trump heizt die Unruhen weiter an*, heißt es darin. 

US-Proteste eskalieren: Trump-Regierung schickt 1600 Soldaten nach Washington

Update, 7.15 Uhr: Indessen gibt es neue Details zu der brutalen Räumung des Areals rund ums Weiße Haus in Washington am Montagabend (siehe Updates weiter unten). Die Washington Post (Plus-Inhalt) berichtet, habe Donald Trumps Justizminister William Barr den Einsatz persönlich angeordnet - kurz vor dem denkwürdigen Auftritt von Donald Trump vor der St. John’s-Kirche nahe des Weißen Hauses. Die Zeitung beruft sich dabei auf Informationen aus Kreisen der Sicherheitskräfte.

Demnach sei Barr persönlich auf dem Platz vor dem Weißen Haus aufgetreten und habe gesagt: „Das muss erledigt werden. Erledigt das.“ Der Einsatz selbst sei offenbar schon länger geplant gewesen. Am Dienstagabend demonstrierten aber erneut hunderte Menschen vor dem Weißen Haus.

George Floyd tot: Trump-Regierung schickt wegen Protesten 1600 Soldaten nach Washington

Update vom 3. Juni, 6.05 Uhr: Die Proteste nach dem Tod des Afroamerikaners George Floyd bei einem gewaltsamen Einsatz durch weiße Polizisten gehen weiter. Der Ton und die Aktionen zwischen Demonstranten und der Trump-Administration werden rauer. US-Justizminister William Barr kündigte an, die Sicherheitskräfte in der Hauptstadt würden in der Nacht zum Mittwoch noch einmal verstärkt. 

Das US-Militär erklärte, rund 1600 Militärpolizisten und Infanteristen seien auf Militärstützpunkte rund um Washington verlegt worden, um die Sicherheitskräfte bei Bedarf zu unterstützen. Das gab ein Sprecher des US-Militärs bekannt.

Reporter vor Ort berichten auch von gezielten Einschüchterungsversuchen der Sicherheitskräfte gegenüber der Demonstranten. So schreibt ein Reporter der Nachrichtenagentur AP, Hubschrauber seien gezielt und gefährlich tief über Demonstranten hinweggeflogen. Offenbar auf Befehl.

Update vom 2. Juni, 21.20 Uhr: Eine Frage nach der Politik seines Amtskollegen Donald Trump hat Kanadas Regierungschef Justin Trudeau aus der Fassung gebracht. Der Premier des nördlichen Nachbarlandes der USA reagierte auf die Frage eines Journalisten nach einer Reaktion auf die Drohung von US-Präsident Donald Trump, die Unruhen in den USA notfalls mit militärischer Gewalt zu stoppen, mit rund 20 Sekunden Schweigen.

Trudeau schaute nach der Frage bei einer Pressekonferenz am Dienstag zunächst einfach nur konzentriert geradeaus und sagte nichts, dann wirkte es mehrfach so, als würde er zum Sprechen ansetzen, tat es aber nicht. Schließlich sagte er in ernstem Tonfall: „Wir alle beobachten mit Entsetzen und Bestürzung, was in den USA passiert.“ Es sei Zeit für Einigkeit und Zeit zuzuhören.

Ausschreitungen nach George Floyds Tod: Trump nutzt Tränengas für Foto mit Bibel und Kapelle - Geistliche sind entsetzt

Update vom 2. Juni, 19.00 Uhr: Mithilfe von Tränengas und Sicherheitskräften hat sich US-Präsident Donald Trump am Montagabend den Weg zu einer Kapelle in Washington freiräumen lassen - um ein Foto mit Bibel in der Hand schießen zu lassen. Mit der teils scharf kritisierten Aktion hat der Republikaner auch den Zorn der Kirche auf sich gezogen.

Der Erzbischof von Washington, Wilton Gregory, sagte mit Blick auf einen weiteren Termin Trumps und seiner Frau Melania an einem Schrein für den verstorbenen Papst Johannes Paul II., der frühere Pontifex hätte den Einsatz von Tränengas gegen friedliche Demonstranten sicherlich nicht gutgeheißen - Johannes Paul II. sei ein Verfechter von Menschenrechten gewesen.

Donald Trumps Besuch bei einem Schrein für Papst Johannes Paul II. in Washington.

Die Bischöfin der Episkopal-Diözese Washington, Mariann Edgar Budde, hatte Trumps Vorgehen bereits am Montagabend kritisiert. Sie sagte dem Sender CNN, der Präsident habe eine der Kirchen ihrer Diözese „ohne Erlaubnis als Hintergrund für eine Botschaft verwendet, die den Lehren Jesu und allem widersprechen, wofür unsere Kirchen stehen“. Er habe den Einsatz von Tränengas gebilligt, um den Weg zur Kirche zu räumen, und er ignoriere den Schmerz der Menschen im Land. 

Am Dienstag fügte sie in einem NBC-Interview hinzu, Trump nutze die Bibel wie ein Requisit - oder als sei sie die Verlängerung seiner militärischen und autoritären Position. Sie sprach von einem „Missbrauch“ von spirituellen Werkzeugen und Symbolen - und „unseres heiligen Raumes“: „Er kam nicht zum Beten in die Kirche, er kam nicht in die Kirche um Trauernden seine Kondolenz zu erweisen.“ 

Der Sender berichtete unter Berufung nicht genannte Quellen weiter, die Aktion sei Trumps Idee gewesen - der US-Präsident habe „das Motiv gewollt“.

Proteste in USA: George Floyds Tod sorgt weiter für Unruhen - Plünderungen in New York

Update vom 2. Juni, 16.48 Uhr: Trotz Ausgangssperren ist es in New York in der Nacht zum Dienstag wieder zu Plünderungen gekommen - Videoaufnahmen zeigen, wie auch die Nobelkaufhäuser auf der Fifth-Avenue zur Zielscheibe der Wut von Demonstrierenden werden. 

In einem Tweet schreibt New Yorks Bürgermeister Bill de Blasio, man müsse unterscheiden zwischen friedlichen Protesten und Menschen, die sich nicht an der Sache beteiligten, sondern stattdessen „zerstörten und klauten“ - zweiteres werde man nicht länger zulassen.

In St. Louis (Missouri) wurden vier Polizisten angeschossen, die versucht hatten, Plünderungen zu verhindern - wer geschossen hat, blieb zunächst unklar. Die Polizisten erlitten dabei leichte Verletzungen. 

USA: Neues Überwachungsvideo zeigt, wie Floyd kooperiert - dann musste er sterben

Update vom 2. Juni, 15.52 Uhr:  Jetzt ist in den USA ein neues Überwachungsvideo aufgetaucht, das die Momente vor dem gewaltsamen Polizeiübergriff auf George Floyd zeigt. Ein Restaurant auf der gegenüberliegenden Straße soll dabei mit seiner Überwachungskamera aufgenommen haben, wie George Floyd von Polizisten aus seinem Auto geführt wurde, nachdem Besitzer eines Ladens die Polizei gerufen hatten, nachdem Floyd angeblich mit Falschgeld habe bezahlen wollen. 

Die Aufnahmen zeigen dabei einen äußerst ruhigen Floyd, der sich ohne Widerstand von Polizisten zuerst auf den Boden setzen lässt, dann auf die andere Straßenseite führen. Als das Polizeiauto eintrifft, in dem der Polizist Derek Chauvin sitzt, wird die Sicht auf das Auto verdeckt. Chauvin hatte Floyd später minutenlang auf den Boden gedrückt, diese Szenen zeigt das Video nicht mehr. 

Im Zuge der inzwischen weltweiten Proteste bleiben heute unzählige Social-Media-Kanäle leer. Statt Werbung oder zeigen Privatleute und Firmen nur ein schwarzes Bild. Gestartet wurde die Initiative vonzwei schwarzen Frauen aus der Musikindustrie, die sich im Gegensatz zum Slogan "The Show Must Go on" einen Tag Auszeit verordnet haben und auch andere zum Innehalten und Reflektieren auffordern - die Initiative läuft unter dem Hashtag #Blackouttuesday und hat inzwischen auch unter deutschen Stars Unterstützer gefunden.

Proteste in den USA nach dem Tod von George Floyd: Australien prüft offizielle Beschwerde wegen verletzer Journalistin

Update vom 2. Juni, 13.12 Uhr: Jetzt sieht sich Australien auf den Plan gerufen: Außenministerin Marise Payne sagte am Dienstag, man habe die australische Botschaft in Washington beauftragt, einen Vorfall mit zwei Journalisten vor dem Weißen Haus zu untersuchen. Eine Reporterin des australischen Senders 7News war mit ihrem Kameramann von US-Polizisten weggedrängt worden, als sie von den Protesten berichten wollte. Live-Aufnahmen der Kamera sollen zeigen, wie die Reporterin von einem Beamten mit Schlagstock angegriffen wird und der Kameramann ins Gesicht geschlagen wird - auch sollen die beiden nach eigener Aussage mit Gummigeschossen attackiert worden sein. Der Vorfall hatte Empörung in Australien ausgelöst - die Regierung erwägt eine offizielle Beschwerde.

Proteste in Sydney nach dem Tod von George Floyd: Australien lässt einen Vorfall um zwei Journalisten in Washington untersuchen

Update vom 2. Juni, 11.37 Uhr: Während der Nacht gingen die Proteste in den USA* weiter - mancherorts kam es zu weiteren Ausschreitungen, viele Demonstrationen blieben friedlich. So auch direkt vor dem Amtssitz des US-Präsidenten Donald Trump. Doch dies hinderte Trump nicht daran, bei einem öffentlichen Auftritt Tränengas gegen die Demonstranten einsetzen zu lassen. 

Am Montag hatte er bei einer Rede die Ausschreitungen zwar anerkannt, dass die Bürger zurecht empört über den Toid von George Floyd seien. Doch dann bezeichnete er die Ausschreitungen als „Akte von inländischem Terror“ und kündigte an, „abertausende schwer bewaffnete Soldaten" und Polizisten in die Hauptstadt Washington zu schicken, um „Randale, Plünderungen und Vandalismus" zu verhindern.

Zweifel an der Verhältnismäßigkeit dieser Einsätze bestätigte er direkt danach: Er ließ sich - mit einer Bibel in der Hand - vor einer von Protestierenden mit Graffiti beschmierten Kapelle ablichten. Auf dem Weg dorthin setzten vor ihm gehende Sicherheitskräfte Tränengas gegen friedlich Demonstrierende ein - um ihm dem Weg zum Fototermin freizuräumen.

Der Präsidentschaftskandidat der US-Demokraten, Joe Biden, rief auf Twitter zu einem gemeinsamen Vorgehen gegen Trump auf. Er schrieb: „Er setzt das Militär gegen das eigene Volk ein. Er setzte Tränengas ein - für ein Foto.“

Auf Instagram setzen nun zahlreiche Stars ebenfalls ein Zeichen gegen Rassismus. Unter dem Hashtag „#blackoututesday“ protestieren unter anderem Jerome Boateng, Lena Meyer-Landrut, Stefanie Giesinger oder Rihanna.

George Floyds Tod verursacht Proteste: Demonstrationen ziehen bis zu 6000 Menschen in New York an 

Update vom 1. Juni, 20.30 Uhr: Nach erneuten Massenprotesten in New York wird auch in der Metropole über eine nächtliche Ausgangssperre nachgedacht. „Wir müssen uns das als Möglichkeit ansehen“, sagte Bürgermeister Bill de Blasio am Montag. Auch  Gouverneur Andrew Cuomo sagte, dass er mit dem Bürgermeister darüber sprechen wolle.

Die Proteste richten sich gegen Polizeigewalt, Brutalität und Ungerechtigkeit gegen Schwarze. Auslöser war der Tod des 46 Jahre alten Floyd bei einem Polizeieinsatz in Minneapolis im Bundesstaat Minnesota am Montag vergangener Woche. Mindestens 40 Städte in den USA haben bereits nächtliche Ausgangssperren verhängt.

In New York war es bereits in der vierten Nacht in Folge zu Massenprotesten gekommen. Bis zu 6000 Menschen nahmen vor allem in den Stadtteilen Manhattan und Brooklyn an den Protesten teil, wie örtliche Medien unter Berufung auf Behörden berichteten. Die meisten Proteste seien friedlich verlaufen. Einige Demonstranten hätten aber Glasflaschen und Müll auf Polizisten geworfen, Fensterscheiben eingeschlagen, Läden geplündert, Autos angezündet und Feuer in Mülleimern gelegt. Die Manhattan Bridge zwischen Brooklyn und Manhattan wurde vorübergehend gesperrt.

In Minneapolis sind die Unruhen hingegen nach offiziellen Angaben abgeflaut. „In der zweiten Nacht in Folge hatten wir Sicherheit und Ordnung auf unseren Straßen“, sagte der Gouverneur von Minnesota, Tim Walz, bei einer Pressekonferenz am Montag. „Es ist eine sehr harte Woche gewesen.“ Walz kündigte an, die Präsenz der Nationalgarde werde reduziert.

George Floyds Tod - Trotz Protesten in den USA: Trump scheut Rede zur Nation

Update vom 1. Juni, 18.40 Uhr: Über Twitter hat sich Donald Trump bereits mehrfach zum gewaltsamen Tod des schwarzen US-Bürgers George Floyd geäußert - und das nicht immer gerade deeskalierend, wie die Opposition rügt. Vor einer Rede an die Nation schreckt der US-Präsident aber offenbar zurück. Obwohl das Land teils heftige Unruhen erlebt (siehe unten).

„Eine nationale Ansprache aus dem Oval Office wird die Antifa nicht stoppen“, sagte Sprecherin Kayleigh McEnany am Montag dem Trumps Haussender Fox News. „Was die Antifa stoppen wird, sind Taten.“ Trump habe sich außerdem bereits vielfach öffentlich zu den Vorfällen geäußert.

Trump macht linksradikale Gruppen für Ausschreitungen bei diesen Protesten verantwortlich und hat angekündigt, die Antifa als Terrororganisation einstufen zu lassen. Details ließ er offen. Auch Belege für seine Schuldzuweisung lieferte er nicht. Zugleich rief er demokratische Bürgermeister und Gouverneure mehrfach zu einem schärferen Durchgreifen auf.

McEnany sagte, Trump wolle Recht und Ordnung wiederherstellen. Daher unterstütze er den Einsatz der Nationalgarde in den betroffenen Bundesstaaten und gehe gegen die Antifa vor. Sie betonte, es gebe auch viele friedliche Demonstranten, die das Recht hätten zu protestieren. „Wir müssen diese gewalttätige Antifa von jenen Demonstranten unterscheiden, die berechtigte Klagen haben.“

Polizeigewalt: Tod von George Floyd sorgt für Protest-Demos auch in Deutschland

Update vom 1. Juni, 13.46 Uhr: Auch in Deutschland hat der gewaltsame Tod des Afroamerikaners George Floyd bei einem brutalen Polizeieinsatz in den USA Proteste ausgelöst. Am Sonntag zogen in Berlin laut Polizeiangaben in der Spitze rund 1500 Teilnehmer durch Kreuzberg, um gegen Polizeigewalt zu demonstrieren. Schon am Samstag hatten rund 2000 Menschen vor der US-Botschaft in Berlin protestiert. 

Und auch in München beteiligten sich am Samstagabend bis zu 350 Menschen an einem spontanen Demonstrationszug. Das teilte die örtliche Polizei am Montag mit. Sowohl in Berlin als auch in München verliefen die Protestzüge friedlich

Proteste in den USA geraten außer Kontrolle - zahlreiche Festnahmen in Metropolen

Update vom 1. Juni, 13.11 Uhr: In einigen US-Metropolen geraten die Proteste nach dem gewalttätigen Tod des Afroamerikaners George Floyd immer mehr außer Kontrolle. In Boston wurden laut Polizeiangaben sieben Einsatzkräfte verletzt und in ein Krankenhaus gebracht. Dort habe es etwa 40 Festnahmen gegeben. 

Auch in New York kam es nach einer Demonstration gegen Rassismus und Polizeigewalt zu Plünderungen und zahlreichen Festnahmen. Unter den Festgenommenen war auch eine Tochter des New Yorker Bürgermeisters Bill de Blasio. In anderen Städten hätten Polizisten Gespräche mit den Demonstranten gesucht, hieß es beim Sender CNN. In Houston habe Polizeichef Art Acevedo die als eine Art Kniefall bekannt gewordene Geste der Solidarität mit Opfern rassistischer Gewalt ausgeführt. 

Demonstranten flüchten bei einer Protestaktion gegen Polizeigewalt und Rassismus in Manhattan. 

Nach Georg Floyds Tod: Frau von Ex-Polizist reicht Scheidung ein

Floyd war am Montagabend vor einer Woche nach einem Polizeieinsatz gestorben. Einer der vier Polizeibeamten hatte ihm minutenlang sein Knie in den Nacken gedrückt. Bitten des dunkelhäutigen Mannes, ihn atmen zu lassen, ignorierte der Polizist, der mittlerweile seinen Job verloren hat und wegen Mordes angeklagt ist. Seine Ehefrau hat unterdessen die Scheidung eingereicht.  

Update vom 1. Juni 2020, 11.07 Uhr: Die zahlreichen Demonstrationen nach dem Tod von George Floyd bei einem brutalen Polizeieinsatz schlagen in einigen US-Metropolen teils in Gewalt um. Nun hat ein Sohn des getöteten Afroamerikaners dazu aufgerufen, bei den anhaltenden Protesten in den USA Gewalt zu vermeiden. Quincy Mason Floyd appellierte in einem TV-Interview mit dem CNN-Tochtersender KBTX an die Demonstranten, friedlich zu bleiben. Zugleich äußerte sich der Mann, der in Bryan (Texas) lebt, bewegt über die enorme Anteilnahme am Tod seines Vaters. „Jeder kommt und zeigt ihm Liebe. Mein Herz ist sehr berührt von all dem“, sagte er im Gespräch mit dem Sender.

Proteste nach Tod von George Floyd geraten außer Kontrolle

Erstmeldung vom 1. Juni 2020: Minneapolis/Washington - Nach dem Tod des Afroamerikaners George Floyd nach einem brutalen Polizeieinsatz in Minneapolis eskalieren die Proteste in den USA zunehmend. In der Nacht zum Montag (Ortszeit) gingen Demonstranten zum sechsten Mal in Folge in mehreren US-Metropolen auf die Straße. Teils arteten die Proteste in Gewalt aus. 

Proteste nach Tod von George Floyd in den USA: Lkw rast in Menschenmenge - Fahrer wurde verhaftet

In der Metropole Minneapolis im US-Bundesstaat Minnesota ist am Sonntagabend ein Lkw in eine demonstrierende Menschenmenge gerast, berichtet die Deutsche Presse-Agentur. Das Fahrzeug fuhr gegen 18 Uhr (Ortszeit) über einen Highway, der offiziell aufgrund der Proteste gesperrt war. Die Menschen konnten dem Lkw, der hupend durch die Menge fuhr, aber offenbar ausweichen. Bei dem Vorfall wurde daher laut Polizeiangaben niemand verletzt.

Videoaufnahmen zeigen außerdem, wie Menschen versuchten, den Fahrer aus dem Lkw zu ziehen, berichtet Bild.de. Er wurde von der Polizei verhaftet und danach in ein Krankenhaus gebracht. Bislang ist unklar, warum der Mann in die Menschenmenge fuhr und wie er überhaupt auf den abgesperrten Highway kam. 

Der Sender CNN berichtete zudem, dass in New York Tausende Menschen auf die Straße gegangen seien. Auch in Boston und Philadelphia kam es zu Ausschreitungen. So zeigten Fernsehbilder brennende Fahrzeuge in Boston und Plünderungen in Philadelphia. In der Westküsten-Metropole Los Angeles wurde ebenfalls von Plünderungen berichtet.

In Philadelphia kam es zu Plünderungen. 

Auch in Washington Proteste - Trump wird vorübergehend in Bunker gebracht

Und auch in der US-Hauptstadt Washington zogen am Sonntagabend (Ortszeit) Demonstranten vor das Weiße Haus. Dabei kam es zu Zusammenstößen mit der Polizei. Demonstranten wiederholten immer wieder den Satz „Kein Frieden ohne Gerechtigkeit“, berichtete ein dpa-Reporter. Laut CNN-Informationen sei US-Präsident Donald Trump* angesichts der Proteste vor dem Weißen Haus bereits am Freitag für knapp eine Stunde in einen Bunker gebracht worden. 

Mindestens 40 US-Städte verhängten dem Sender zufolge nächtliche Ausgangssperren, darunter auch Washington. Demnach waren insgesamt zehn Millionen Menschen von den Maßnahmen betroffen. Besonders hart griff der Gouverneur des Bundesstaats Arizona, Doug Ducey, durch: Er erließ für die gesamte Woche bis zum 8. Juni eine nächtliche Ausgangssperre. Außerdem 15 der 50 Bundesstaaten sowie der Hauptstadtbezirk Washington mobilisierten die Nationalgarde, berichtete CNN weiter. Sie gehört zur Reserve der US-Streitkräfte und kann in Bundesstaaten in Ausnahmesituationen zu Hilfe gerufen werden. 

Demonstranten halten Plakate in der Nähe des Weißen Hauses in Washington. 

Trump macht Antifa für die Proteste nach George Floyds Tod verantwortlich

Präsident Trump* machte unterdessen am Sonntag erneut linksradikale Gruppen und die Antifa für die Ausschreitungen verantwortlich*. Weiter kündigte er an, die Antifa solle als Terrororganisation eingestuft werden. Demokratische Bürgermeister und Gouverneure rief Trump nach den Ausschreitungen zum Durchgreifen auf. „Legen Sie eine härtere Gangart ein“, forderte er in einem Twitter-Post vom Sonntag. „Diese Menschen sind Anarchisten. Rufen Sie jetzt unsere Nationalgarde.“

Medaria Arradondo, der Polizeichef von Minneapolis, entschuldigte sich am Sonntagabend bei den Angehörigen des verstorbenen Floyds. „Wenn ich irgendetwas tun könnte, um Herrn Floyd zurückzubringen, würde ich Himmel und Erde bewegen, um es zu tun“, sagte Arradondo bei einem Auftritt an dem Ort, an dem Floyd getötet worden war. 

George Floyd starb nach einem brutalen Polizeieinsatz in Minneapolis

Der Afroamerikaner war am Montagabend nach einem brutalen Polizeieinsatz in Minneapolis gestorben. Einer der vier beteiligten Polizisten drückte dem 46-Jährigen minutenlang sein Knie in den Nacken und ignorierte dabei Bitten des Afroamerikaners, ihn atmen zu lassen. Der Polizeichef hat die vier beteiligten Beamten mittlerweile entlassen. Der Polizist, der über Minuten hinweg sein Knie auf Floyds Nacken gedrückt hatte, wird wegen Mordes angeklagt

Philonise Floyd, der Bruder des Toten, forderte bei CNN am Sonntagabend, dass auch die anderen drei Ex-Polizisten festgenommen würden. „Ich will Gerechtigkeit - jetzt“, sagte er. Das Weiße Haus kündigte unterdessen an, Trump werde am Montag im Lagezentrum der US-Regierungszentrale eine Videokonferenz mit Gouverneuren und Vertretern von Sicherheitsbehörden abhalten. Dabei soll es darum gehen, wie Gemeinschaften in den USA geschützt werden. 

Alle bisherigen Nachrichten zum Tod von George Floyd und den anschließenden Demonstrationen lesen Sie in unserem vorherigen News-Ticker.

In den USA ist ein Auto ein eine Demonstration gerast. Dabei starb eine Frau, einer weitere wurde verletzt.

cia mit dpa-Material

*Merkur.de und Mannheim24.de sind Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

Rubriklistenbild: © dpa / Patrick Semansky

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