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Sturm auf US-Kapitol: Zeugin belastet Trump schwer - Er beleidigt sie als „Verrückte“

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Von: Michelle Brey

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Eine ehemalige Mitarbeiterin des Weißen Hauses traf belastende Aussagen gegen Donald Trump. Der ehemalige US-Präsident attackierte sie prompt.

Washington / München - Im Untersuchungsausschuss zur Attacke auf das US-Kapitol am 6. Januar 2021 liefern Zeugen immer neue Details zu jenem Tag. Am Dienstag (28. Juni) hatte eine ehemalige Mitarbeiterin des Weißen Hauses mit einer eindrücklichen Aussage vor dem Gremium für Aufsehen gesorgt. Der einstige US-Präsident Donald Trump ließ das nicht auf sich sitzen. Er attackierte die 26-jährige Cassidy Hutchinson mit Beleidigungen.

Hintergrund: Sturm auf das US-Kapitol am 6. Januar 2021

Anhänger Trumps hatten gewaltsam den Parlamentssitz in der Hauptstadt Washington gestürmt. Dort war der Kongress zusammengekommen, um den Wahlsieg von Trumps demokratischem Herausforderer Joe Biden bei der vorausgehenden Präsidentschaftswahl zu zertifizieren. Durch die Krawalle kamen fünf Menschen ums Leben, darunter ein Polizist. 

Trump hatte seine Anhänger kurz zuvor bei einer Kundgebung damit aufgewiegelt, dass ihm der Wahlsieg gestohlen worden sei. Der Ausschuss arbeitet die Attacke auf. Entscheidend ist dabei unter anderem die Frage nach einer möglichen Verantwortung Trumps.

Sturm auf US-Kapitol: Zeugin belastet Trump schwer

Hutchinson zufolge soll Trump sich vorab über mögliche Gewalt am 6. Januar 2021 im Klaren gewesen sein. Er habe gewusst, dass die Demonstranten bewaffnet waren. Sie beschrieb diverse Szenen, die sie nach eigenen Angaben selbst im Weißen Hausen erlebt hatte, und gab Gespräche wieder, die sie ihren Angaben nach selbst gehört hatte.

Sie erwähnte auch den früheren Rechtsberater des Weißen Hauses, Pat Cipollone: Er solle schon am 3. Januar vor rechtlichen Konsequenzen gewarnt haben, wenn der Protest am Kapitol in Washington nicht verhindert werde. Auch andere Zeugen hatten angegeben, dass Cipollone im Zusammenhang mit Trumps Vorgehen nach der Wahl mehrfach Bedenken angemeldet habe.

Nach Aussage vor Untersuchungsausschuss zu Kapitol-Sturm: Trump beleidigt Zeugin

Republikaner und Trump werfen der 26-Jährigen vor, ihre Informationen nur aus zweiter Hand zu haben. Trump betonte immer wieder, dass er Hutchinson kaum kenne. Sie arbeitete als Assistentin im Weißen Haus für seinen Stabschef, Mark Meadows. Der ehemalige US-Präsident griff Hutchinson mit scharfen Worten an. Die Frau sei eine „Verrückte“ und lebe in einer „Fantasiewelt“, sagte er in einem am Donnerstag (Ortszeit) bei dem rechtspopulistischen TV-Sender Newsmax ausgestrahlten Interview. „Sie hat ernsthafte Probleme, ich will es mal so ausdrücken, psychische Probleme“, fuhr er fort.

Sturm auf US-Kapitol am 6. Januar 2021: Trump bestreitet Aussage von Zeugin

Trump hat sich besonders auf einen Teil der Aussage eingeschossen, den Hutchinson tatsächlich nur unter Berufung auf ein Gespräch mit einem Kollegen und dem zuständigen Secret-Service-Beamten schilderte. Der ehemalige Präsident wollte offenbar bei den Aktionen am Kapitol dabei sein. Nach einer Rede vor seinen Anhängern sei er laut Hutchinson in seinen Wagen gestiegen. Daraufhin sei ihm gesagt worden, dass er sich nun nicht seinen Anhängern anschließen könne, die zum Kapitol strömten, berichtete Hutchinson weiter.

Trump habe zu seinem Fahrer gesagt: „Ich bin der verdammte Präsident - fahren Sie mich sofort zum Kapitol.“ Er soll versucht haben, dem Fahrer ins Lenkrad zu greifen. Trump streitet das jedoch ab. Mehrere Medien berichteten auf nicht namentlich genannte Quellen, dass die beiden zuständigen Secret-Service-Beamten den Vorwurf ebenfalls zurückweisen würden. Öffentlich hat sich allerdings zunächst keiner der beiden dazu geäußert. (mbr mit dpa)

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