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Der umstrittene Richter Brett Kavanaugh wird von US-Präsident Donald Trump unterstützt.

Nach Vorwürfen gegen Verfassungsrichter

Trump schießt erneut gegen New York Times: „Sie ist krank und verzweifelt“

Trotz der Vorwürfe wegen sexueller Übergriffe ist der von Donald Trump unterstützte Brett Kavanaugh weiter Richter am Supreme Court. Jetzt wütet der US-Präsident via Twitter wegen eines neuen Artikels gegen die "New York Times".

Update vom 18. September: Am Dienstagabend (Ortszeit) hat sich Donald Trump mit neuerlichen Anschuldigungen gegen die New York Times auf Twitter zu Wort gemeldet. Er schrieb: „Die New York Times macht jetzt einen Redakteur für den schrecklichen Fehler verantwortlich, den sie beging, als sie versuchte, Richter Brett Kavanaugh zu zerstören oder zu beeinflussen. Es war nicht der Redakteur, die Times wusste alles. Sie ist krank und verzweifelt und verliert in vielerlei Hinsicht!“

Vertreter der Oppositionspartei hatten nach dem jüngsten Artikel der "New York Times" neue Untersuchungen zu den Übergriffsvorwürfen gegen den vergangenes Jahr von Trump nominierten Verfassungsrichter Kavanaugh gefordert. Die Präsidentschaftsbewerber Julian Castro und Kamala Harris verlangten sogar ein Amtsenthebungsverfahren gegen den Richter.

Der Artikel der "New York Times" vom Wochenende drehte sich unter anderem um den Vorwurf, Kavanaugh habe sich vor Jahrzehnten während einer Erstsemester-Party entblößt, dann hätten andere Studenten seine Genitalien in die Hand einer Studentin gedrückt.

Die Zeitung stellte allerdings klar, dass sie mit einem angeblichen Kavanaugh-Opfer, über welches sie berichtet hatte, nicht selber gesprochen hatte. Zudem hätten Freunde der Frau gesagt, dass diese sich nicht an den angeblichen Übergriff erinnern könne.

Trump beschimpft Journalisten - und schlägt drastische Maßnahme vor

Erstmeldung vom 17. September: Washington - US-Präsident Donald Trump ist wieder in Twitter-Rage und hat die "New York Times" wegen ihrer jüngsten Berichterstattung zu Vorwürfen sexueller Übergriffe gegen den Verfassungsrichter Brett Kavanaugh erneut heftigst attackiert. "Kann man glauben, was diese fürchterlichen Leute tun und sagen", schrieb Trump am Montag auf Twitter. Er schlug vor, dass die Zeitung "verklagt" werden sollte.

Schon am Sonntag hatte Trump erbost auf die Berichterstattung der New York Times über den von ihm im vergangenen Jahr nominierten Kavanaugh reagiert und dem Richter empfohlen, juristisch gegen das Blatt vorzugehen.

Trump legte nun nach, weil die „New York Times“ inzwischen ihren Bericht in einem wichtigen Punkt ergänzte. Sie stellte klar, dass sie mit einem angeblichen Kavanaugh-Opfer, über welches sie berichtet hatte, nicht selber gesprochen hatte. Zudem hätten Freunde der Frau gesagt, dass diese sich nicht an den angeblichen Übergriff erinnern könne.

Donald Trump: Berichterstattung soll Kavanaugh "zerstören"

Der angeblich von Kavanaugh begangene Übergriff vor Jahrzehnten während einer Studentenparty war der Zeitung von einem Ex-Kommilitonen des heutigen Verfassungsrichters geschildert worden.

Trump twitterte dazu, die Berichterstattung solle Kavanaugh "zerstören" und "seine Meinungen beeinflussen". Der Richter am Supreme Court werde mit "Lügen und Falschnachrichten" angegriffen. Einmal mehr bezichtigte der Präsident "die Medien", mit den Demokraten unter einer Decke zu stecken.

Vertreter der Oppositionspartei hatten nach dem jüngsten Artikel der "New York Times" neue Untersuchungen zu den Übergriffsvorwürfen gegen Kavanaugh gefordert. Die Präsidentschaftsbewerber Julian Castro und Kamala Harris verlangten sogar ein Amtsenthebungsverfahren gegen den Richter.

Der Artikel der "New York Times" vom Wochenende drehte sich unter anderem um den Vorwurf, Kavanaugh habe sich vor Jahrzehnten während einer Erstsemester-Party entblößt, dann hätten andere Studenten seine Genitalien in die Hand einer Studentin gedrückt.

Bundespolizei ging Anschuldigungen nicht nach

Laut "New York Times" hatte der mit dieser Schilderung zitierte Ex-Kommilitone den Vorwurf bereits während des Verfahrens zur Nominierung von Kavanaugh für das Oberste Gericht der USA gegenüber dem FBI vorgebracht. Die Bundespolizei war dieser Anschuldigung jedoch nicht nachgegangen.

Gegen Kavanaugh waren im vergangenen Jahr während seines Nominierungsverfahrens eine Reihe gravierender Übergriffs- und Missbrauchsvorwürfen laut geworden. Der ohnehin wegen seiner erzkonservativen Ansichten hochumstrittene Richter erhielt deshalb erst nach einem äußerst erbitterten Streit zwischen Demokraten und Republikanern das erforderliche grüne Licht des US-Senats für seine Beförderung an den Supreme Court.

Lesen Sie auch: In einem Interview warnt Grünen-Chef Robert Habeck mit drastischen Worten vor US-Präsident Donald Trump. Zudem schlägt er Gegenmaßnahmen vor, falls es zu neuen Strafzöllen auf deutsche Autos kommen sollte.

Und: Donald Trump geht in die Offensive: Nach den Angriffen auf die Ölraffinerie in Saudi-Arabien erklärt er, die USA seien für einen Vergeltungsschlag bereit.

AFP/mb

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