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Sarah Sanders sprach sich für die sofortige Freilassungen der Demonstranten im Iran aus.

US-Regierung sei "tief besorgt"

USA verlangen sofortige Freilassung von Demonstranten im Iran

Die USA haben die "unverzügliche Freilassung" von im Iran festgenommenen Demonstranten sowie anderer politischer Gefangener verlangt.

Washington - Die US-Regierung sei "tief besorgt" über Berichte, wonach tausende Demonstranten festgenommen wurden, erklärte am Mittwoch in Washington die Sprecherin des Weißen Hauses, Sarah Sanders. 

Noch beunruhigender seien Berichte, dass manche Demonstranten in der Haft "gefoltert oder getötet" worden seien, fügte die Sprecherin von US-Präsident Donald Trump hinzu. Die US-Regierung werde nicht schweigen, "wenn die iranische Diktatur die grundlegenden Rechte ihrer Bürger unterdrückt". 

Am Vortag hatte sich das US-Repräsentantenhaus solidarisch mit den Demonstranten im Iran erklärt und weitere Sanktionen gegen die Führung in Teheran gefordert. Die entsprechende Resolution wurde nahezu einstimmig verabschiedet. Die Kongresskammer stehe "an der Seite des Volkes des Iran, das sich in legitimen und friedlichen Protesten gegen ein unterdrückerisches, korruptes Regime engagiert", hieß es darin. 

Lesen Sie dazu auch: „Mobilisierung gegen Feinde des Landes“: Chamenei nimmt iranisches Volk in die Pflicht

Bei den teils gewaltsamen Protesten im Iran, die sich Ende Dezember im ganzen Land ausgebreitet hatten, waren 21 Menschen getötet worden. Seit einer Woche ist es weitgehend ruhig, auch wenn im Internet noch vereinzelt über nächtliche Proteste berichtet wird. 

3700 Menschen festgenommen

Die Angaben zur Zahl der Festnahmen bei den Demonstrationen gehen weit auseinander. Der reformorientierte iranische Parlamentarier Mahmud Sadeghi bezifferte sie mit insgesamt 3700. Nach offiziellen Angaben sollen die meisten Festgenommenen inzwischen wieder auf freien Fuß gesetzt worden sein. 

Lesen Sie dazu auch: Parlamentarier im Iran fordern Zugang zu Festgenommenen

Für Trump steht am Freitag eine erneute Entscheidung darüber an, ob er die im Zuge des Atom-Abkommens mit dem Iran ausgesetzten US-Sanktionen wieder in Kraft setzt oder nicht. In dem Abkommen von 2015 hatte Teheran verschärfte internationale Kontrollen seiner Atomanlagen zugelassen und eine Reduktion seiner Urananreicherung zugesagt. 

Trump steht der Vereinbarung extrem kritisch gegenüber. Er bewertet sie als nicht ausreichend, um den Iran am Bau einer Atombombe zu hindern. Der US-Präsident hat bislang jedoch darauf verzichtet, das Abkommen aufzukündigen.

afp

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