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Die Gewaltwelle in Ägypten bereitet dem Westen Sorgen.

USA, UN und EU verurteilen Terror in Ägypten

Kairo - Drei Jahre nach dem Sturz von Mubarak erschüttert eine Bombenserie Kairo. Der Jahrestag der Revolte von 2011 droht in Gewalt zu versinken. Der Westen ist besorgt.

Die USA, die Vereinten Nationen, die EU und die Bundesregierung haben die Bombenanschläge in Kairo mit mindestens sechs Toten verurteilt. Die Täter müssten zur Verantwortung gezogen werden, forderte das Außenministerium in Washington am Freitag. Zum dritten Jahrestag des Ausbruchs der Revolution gegen Ex-Präsident Husni Mubarak riefen die USA alle Ägypter zur Zurückhaltung auf. Die Gewalt habe das Ziel, einen friedlichen politischen Wandel in Kairo zu verhindern, sagte eine Sprecherin.

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon erklärte in einer am Freitag von den Vereinten Nationen in New York verbreiteten Mitteilung: „Es gibt nichts, was diese terroristischen Akte rechtfertigen könnte.“ Die Verantwortlichen müssten zur Rechenschaft gezogen werden, forderte Ban.

Die EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton und das Auswärtige Amt verurteilten die Bombenanschläge in Kairo. „Der Weg zur Demokratie wird ohne Zweifel schwierig bleiben, aber Gewalt wird Ägypten dem Wunsch des Volkes nach einem demokratischen Land (...) kein Stück näher bringen“, erklärte Ashton. Das Auswärtige Amt teilte mit, Ägypten komme nur voran, wenn es gelinge, die Polarisierung in der Gesellschaft zu überwinden und alle gesellschaftlichen Gruppen an einem politischen Prozess teilhaben zu lassen.

Bei den Anschlägen in der ägyptischen Hauptstadt waren fast 100 Menschen verletzt worden. Ein dritter Anschlag galt einer Polizeistation in Giseh bei Kairo, der ohne Folgen blieb.

Die Regierung in Kairo beschuldigt die Muslimbruderschaft, hinter den Terroranschlägen in Ägypten zu stecken. Diese bestreitet das entschieden.

Bei Zusammenstößen zwischen Islamisten und Sicherheitskräften wurden mindestens weitere zwölf Menschen getötet. Der Beginn der Revolution gegen Mubarak jährt sich am Samstag zum dritten Mal.

Der schwerste Terrorakt richtete sich gegen das Sicherheitsdirektorat der Kairoer Polizei in der historischen Altstadt. Vier Menschen starben, 73 weitere wurden nach Angaben eines Polizeisprechers verletzt, als ein Selbstmordattentäter die Sperre zu dem stark gesicherten Gebäude durchbrach und sich mit seinem Fahrzeug in die Luft sprengte. Bei weiteren Anschlägen gab es insgesamt zwei Tote und 22 Verletzte.

Zu dem Anschlag auf die Sicherheitsdirektion bekannte sich die Al-Kaida-nahe Terrororganisation Ansar Beit al-Makdis. Vor dem Polizeigebäude war ein tiefer Krater zu sehen. Die Fassaden der Polizeizentrale und des gegenüberliegenden Museums für Islamische Kunst wurden durch die Detonation schwer beschädigt. Beim Auftauchen von Fernsehteams bildeten sich Menschenmengen, die Militärchef Abdel Fattah al-Sisi hochleben ließen und in Sprechchören die „Liquidierung“ der Muslimbruderschaft verlangten.

Aus Furcht vor Anschlägen hatte die Übergangsregierung die Sicherheitsvorkehrungen bereits erhöht. So stellten etwa die staatlichen Eisenbahnen am Donnerstag den Betrieb zwischen Oberägypten und Kairo ein. Am Freitagnachmittag kreisten über der Innenstadt von Kairo Kampfhubschrauber.

dpa

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