Eine Frau joggt vor dem Capitol in Salt Lake City.
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Das Capitol in Salt Lake City, Regierungszentrale des Staates Utah.

Der Mormonenstaat der USA

US-Bundesstaat Utah: Geschichte, Politik, Bevölkerung und Geografie

Der US-Bundesstaat Utah wurde auf kreative Art von den Mormonen besiedelt. Jetzt bahnt sich bei den Wahlen eine Überraschung an. Alle Hintergründe zu Geschichte, Gründung und Wirtschaft der Region im Überblick.

  • Utah wurde von der christlichen Anhängerschaft der Mormonen aufgebaut.
  • Der US-Bundesstaat verfügt über eine Vielzahl beeindruckender Naturlandschaften.
  • Als Hochburg der Republikaner scheinen die Wahlen hier eine klare Tendenz zu haben, doch 2020 könnte sich das Blatt überraschend wenden.

Salt Lake City – Der US-Bundesstaat Utah hat seinen Namen von dem Indianerstamm der Ute, die bis heute in diesem Gebiet leben. Ein populärer Beiname dieses Staates ist „Beehive State“ (= Bienenkorb Staat). Er bezieht sich auf den bienenhaften Fleiß der Mormonen, der diese christliche Glaubensgemeinschaft auszeichnet.

Utah – die Geschichte der Gründung des 45. US-Bundesstaates

Die Geschichte der Besiedelung Utahs beginnt im 18. Jahrhundert, als Forscher und Pelzjäger die Region erkundeten. Siedler kamen im 19. Jahrhundert in größerer Zahl an. Hier die Eckdaten dieser Epoche auf einen Blick:

  • 1847 kamen die ersten Anhänger der „Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage“, auch Mormonen genannt, nach Utah mit dem Ziel, einen eigenen Staat aufzubauen.
  • 1850 entstand der Perpetual Emigrating Fund oder PEF (= Ständiger Einwanderungsfond), mit dessen Mitteln Neubekehrte von der Ostküste der USA und aus Europa nach Utah gebracht werden sollten.
  • Mitte der 1850er Jahre wurde das Geld im PEF knapp, sodass die Pioniere von nun an in Handkarren von Iowa City nach Salt Lake City in Utah befördert wurden.
  • Von 1857 bis 1858 herrschte der Utah-Krieg zwischen den Mormonen und der US-Regierung, da der damalige US-Präsident James Buchanan die Polygamie abschaffen und die Gründung eines unabhängigen Mormonenstaates verhindern wollte.
  • Ab 1861 verkleinerte die US-Regierung das Utah-Territorium, teilte es in mehreren Schritten auf und vergab einige Regionen davon an Nevada, Nebraska, Colorado und Wyoming.
  • Am 4. Januar 1896 schloss sich Utah in seiner heutigen Größe als 45. Bundesstaat den USA an.

Utah – Wissenswertes zu Geografie und Lage

Utah liegt im Südwesten der USA. Seine Nachbarstaaten sind Idaho und Wyoming im Norden, Colorado im Osten, Arizona im Süden und Nevada im Westen. Es hat eine Fläche von rund 219.887 Quadratkilometern.

Der Bundesstaat verfügt über ausgedehnte Wüstenlandschaften, einen großen Salzsee und die Wasatch Mountains. Utah beheimatet zudem mit den „Mighty 5“ fünf der imposantesten Nationalparks der USA. Dazu gehören:

  • Arches
  • Bryce Canyon
  • Canyonlands
  • Capitol Reef
  • Zion

Utah: Bedeutende Städte im Mormonenstaat

Die Hauptstadt Salt Lake City ist mit ca. 186.440 Einwohnern zugleich die bevölkerungsreichste Metropole Utahs. Daneben gibt es in diesem US-Bundesstaat noch weitere große Städte wie:

  • West Valley City mit 129.480 Einwohnern
  • Provo mit 112.488 Einwohnern
  • West Jordan mit 103.712 Einwohnern

Utah und seine Bevölkerung

Utah hat ungefähr 3.101.833 Einwohner, was 13 Menschen pro Quadratkilometer entspricht. Die Bevölkerung setzt sich aus folgenden Gruppen zusammen:

  • 89,1 Prozent Weiße
  • 0,9 Prozent Schwarze und Afroamerikaner
  • 1,9 Prozent Asiaten
  • 1,1 Prozent Indianer
  • 0,7 Prozent Hawaiianer
  • 4,5 Prozent anderer Abstammung
  • 1,8 Prozent Zugehörige zweier und mehr Gruppen

Utah – Daten und Fakten zur Wirtschaft

Wichtige Sektoren der Wirtschaft Utahs sind vor allem der Bergbau, die Luftfahrtindustrie sowie der Tourismus. In der Nähe der Gebirge sind zudem Landwirtschaft und Viehzucht vertreten.

Utah: So wählt die Bevölkerung

Utah ist aufgrund seiner ländlichen Strukturen sowie dem hohen Ansehen traditioneller Werte wie Familie und Kirche ein „roter Staat“. Die Republikaner haben hier seit 1960 sämtliche Präsidentschaftswahlen gewonnen. Die Ausnahme bildet das Jahr 1964, als der US-Bundesstaat mehrheitlich für den Demokraten Lyndon B. Johnson stimmte.

Bei den Wahlen 2020 könnte sich das Blatt erneut wenden, da die Mormonen in Utah Donald Trump größtenteils ablehnen. Als Favorit gilt in diesem Jahr der unabhängige Kandidat Evan McMullin.

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