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Merkur-Chefredakteur Georg Anastasiadis

Verbrechen erschrecken die Öffentlichkeit

Kommentar: Deutschland brutal

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Eine Reihe aufsehenerregender Gewalttaten beunruhigt die Bürger. Am Freitag gab die Polizei bekannt, dass sie den brutalen Vergewaltiger von Rosenheim und dem Münchner Englischen Garten gefasst hat. Ein Kommentar von Georg Anastasiadis. 

Der Tritt in den Rücken einer ahnungslosen Passantin auf einer Treppe in der Berliner U-Bahn; der Terroranschlag auf einen Weihnachtsmarkt; der von einer polnischen Bande begangene Doppel-Raubmord von Königsdorf; der tödliche Überfall serbischstämmiger Halbwüchsiger auf einen jungen Koch in Dornach; die brutale Vergewaltigung zweier Frauen in Rosenheim und München durch einen Asylbewerber türkischer Herkunft: Man muss als Bürger schon hart gesotten sein, um nicht zu erschrecken angesichts einer Reihe spektakulärer Gewalttaten, die seit einiger Zeit Polizei und Öffentlichkeit beschäftigen.

Nun hat es Mord und Totschlag, ob durch Deutsche oder Ausländer, schon immer gegeben. Was, bei aller Unterschiedlichkeit der Fälle, aber betroffen macht, ist die Rohheit, mit der sich die Opfer neuerdings konfrontiert sehen, weil die Täter vielfach aus Kulturkreisen mit anderer Gewalterfahrung stammen. Auch wenn die Statistik belegt, dass das Risiko, eines Tages selbst angegriffen zu werden, zum Glück immer noch gering ist, hinterlässt das Geschehen Spuren in der Psyche der Gesellschaft: Das Sicherheitsgefühl schwindet ebenso wie das Vertrauen in den Staat und dessen Schutzversprechen. Auch wenn man es nicht gerne ausspricht: Deutschland hat ein Problem mit importierter Kriminalität.

Integration und Förderung sozial Schwächerer bleibt Herausforderung

Deren Ursachen sind vielfältig. Sie lassen sich keineswegs auf die liberale Migrationspolitik der Regierung reduzieren, auch wenn durch Asylbewerber begangene Straftaten stets für besonderes Aufsehen sorgen. Vielfach handelt sich bei den Tätern um kriminelle Banden aus Osteuropa. Oder aber um bei uns aufgewachsene junge Leute – so wie die beiden 16-Jährigen, die in Dornach einen 25-Jährigen totschlugen. Mit missglückter Migration und deren Folgen hat dieser Fall dennoch zu tun, wenn auch nur im weiteren Sinne: Es ist offenbar nicht gelungen, sie ausreichend zu sozialisieren. Integration und Förderung sozial Schwächerer bleibt eine zentrale Herausforderung für jedes Regierungshandeln – aber auch die Rückgewinnung der Kontrolle darüber, wer neu in unser Land kommen (und hierbleiben) darf. Bis dahin ist es die Aufgabe der Polizei, das staatliche Gewaltmonopol durchzusetzen. Die Bilanz lässt sich durchaus sehen. Auch wenn sie die Verbrechen nicht verhindern konnte, so ist es ihr doch in allen fünf eingangs genannten Fällen gelungen, die Täter aus dem Verkehr zu ziehen.

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