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Sebastian Horsch. 

Kommentar

Renten-Kampagnen: Ein gefährliches Spiel

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Der Verdi-Chef will die Renten-Beiträge Stück für Stück anheben um das Rentenniveau zu stabilisieren. Die Lösung? Nein, ein gefährlicher Vorschlag. 

Die Idee von Verdi-Chef Frank Bsirske klingt natürlich verlockend. Um das – übrigens gesetztlich verankerte – Absinken des Rentenniveaus nun doch zu umgehen, könnte man einfach die Beiträge schrittweise erhöhen. 0,2 Prozent jährlich, das merkt ja eh kaum jemand. Oder? Gut, der Beitragssatz stiege langfristig auf 26 Prozent an. Aber doch erst in 20 Jahren. So einfach, so gut? 

Auf keinen Fall. Nicht nur Kanzlerin Angela Merkel langt sich an den Kopf, angesichts dessen, was die Gewerkschaften in ihren Renten-Wahlkampf-Kampagnen an Forderungen formulieren. Sogar SPD-Fraktionschef Thomas Oppermann – dessen Parteichef Sigmar Gabriel schon so manche Steilvorlage gerne aufgenommen hat – warnt davor, mit populistischen Vorschlägen um die Gunst der großen Wählergruppe zu buhlen, die das Rentenalter in den kommenden Jahren erreicht. 

Tatsächlich droht Schaden. Nicht nur Bayerns Wirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) hat ein gewichtiges Argument, wenn sie darauf hinweist, welche fatalen Folgen eine Explosion der Sozialbeiträge für den Produktionsstandort Deutschland hätte. Dazu kommt, dass die einseitige Belastung von Beitragszahlern einen Konflikt zwischen den Generationen auslösen könnte. Und an dessen Ende stünden sicherlich mehr Verlierer als Gewinner. In jedem Alter.

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