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Die Warnstreiks im öffentlichen Dienst gehen offenbar weiter.

Tarifkonflikt

Verdi kündigt weitere für Kitas, Müllabfuhr, Zoll und Nahverkehr Warnstreiks an

Viele Bürger bekommen die Warnstreiks im öffentlichen Dienst inzwischen hautnah zu spüren. Die Gewerkschaft Verdi will in dem Tarifstreit weiter Druck machen.

Im Tarifkonflikt für den öffentlichen Dienst soll es in den nächsten Tagen weitere Warnstreiks geben. Flächendeckende Arbeitsniederlegungen sind nach Angaben der Gewerkschaft Verdi aber nicht geplant. An diesem Mittwoch liegt ein Schwerpunkt erneut in Nordrhein-Westfalen. Bestreikt werden soll unter anderem der öffentliche Nahverkehr in Köln und Düsseldorf. In Hamburg sind Mitarbeiter von Kindertagesstätten, Stadtreinigung und Zoll zu Arbeitsniederlegungen aufgerufen.

In dieser Woche seien noch „Warnstreiks größeren Ausmaßes“ angesetzt, sagte Verdi-Vorstandsmitglied Wolfgang Pieper der Online-Ausgabe der „Passauer Neuen Presse“ (Mittwoch). „Die Auseinandersetzungen sind allerdings regional sehr begrenzt. Das findet ganz gezielt in einzelnen Städten und Kommunen statt.“ So wurde in manchen deutschen Großstädten der öffentliche Nahverkehr lahmgelegt.

Signal an Arbeitgeber senden

Damit wolle man ein Signal an die Arbeitgeber senden, sich in den Tarifverhandlungen endlich zu bewegen. „In der Wirtschaft herrscht Festtagsstimmung, die Aktionäre reiben sich die Hände und die Steuereinnahmen sprudeln“, betonte Pieper. „Jetzt ist die Zeit, die Beschäftigten an der guten konjunkturellen Entwicklung zu beteiligen und so den öffentlichen Dienst langfristig wieder attraktiver zu machen.“ Münchner Kitas waren am Donnerstag komplett geschlossen.

Die Gewerkschaften fordern für die 2,3 Millionen Beschäftigten des öffentlichen Dienstes in Bund und Kommunen sechs Prozent mehr Lohn, mindestens aber 200 Euro pro Monat. Zudem sollen die Ausbildungsvergütungen und Praktikantenentgelte um 100 Euro pro Monat erhöht werden. Die Arbeitgeber lehnen den geforderten Mindestbetrag ab. Eine abschließende Verhandlungsrunde soll am 15. und 16. April stattfinden.

35 000 Menschen wohl bundesweit beteiligt

Am Dienstag hatten sich laut Verdi bundesweit rund 35 000 Menschen an den Arbeitskampfmaßnahmen beteiligt. In Dortmund, Bochum, Essen, Wuppertal, Recklinghausen und Duisburg kam der öffentliche Personennahverkehr demnach zum Erliegen. Neben Nordrhein-Westfalen waren Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern, Baden-Württemberg und Bayern Schwerpunkte.

Inzwischen haben auch andere Gewerkschaften ihre Mitglieder zu Warnstreiks aufgerufen. Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) etwa forderte Erzieher und andere sozialpädagogische Fachkräfte zur Arbeitsniederlegung am Donnerstag auf. Die IG Bauen-Agrar-Umwelt kündigte Warnstreiks für den selben Tag an.

dpa

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