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Rot unterstützt Schwarz

CSU und SPD kämpfen gemeinsam gegen Fracking

München - Die Landes-SPD stellt sich hinter Bayerns Umweltminister Huber (CSU): Sie fordert ein grundsätzliches Verbot der Gasförderung durch Fracking. Kritik übt der umweltpolitische Sprecher Wörner nicht nur an der umstrittenen Bohrmethode.

Es ist ein Thema, zu dem Ludwig Wörner viel sagen könnte. Stattdessen hat sich der umweltpolitische Sprecher der Landes-SPD für eine kurze Vorführung entschieden. Er zündet ein Streichholz an und hält die Flamme in sein Wasserglas. Das Wasser brennt. Er schiebt sein Glas zur Seite. „Wollen wir das wirklich?“ fragt er.

Wörner hat sein Getränk geopfert, um die Gefahren der Gasförderung durch Fracking auf Umwelt und Trinkwasser zu verdeutlichen. Die SPD-Landtagsfraktion bezieht klar Stellung zu der speziellen Bohrmethode, die vorwiegend dazu eingesetzt wird, Öle und Gase aus Gesteinsschichten in großer Tiefe zu fördern. Sie verlangt ein grundsätzliches Verbot, solange Gefahren für die Umwelt nicht ausgeschlossen werden können. Am Freitag hat die Fraktion dafür einen Antrag im Landtag eingereicht.

Beim Fracking wird ein chemikalienhaltiges Sand-Wassergemischin die Tiefe gepresst. Dadurch sollen Energieträger aus dem Gestein gelöst werden. Mit dem Tiefenwassergemisch werden Öle und Gase an die Oberfläche geholt – aber unter Umständen auch andere Materien wie Uran. Das Chemikalien-Wasser, das als Transportmittel benutzt wird, ist giftig und muss als Sondermüll entsorgt werden. In den USA, wo die Fracking-Technologie im großen Stil durchgeführt wird, habe es bereits Fälle gegeben, bei denen das Giftwasser nicht entsorgt wurde, sondern ins Trinkwasser gelangte, argumentiert die SPD. „Wir setzen unser lebenswichtigstes Gut aufs Spiel“, sagt Wörner. „Das Fracking gehört so lange verboten, bis sichergestellt ist, dass keine Schadstoffe in den Boden oder ins Wasser gelangen.“

Laut dem Verordnungsentwurf der Bundesregierung soll die umstrittene Gasförder-Methode nur in Trinkwasserschutzgebieten verboten sein. Doch die bayerische Landesregierung stellt sich quer. Umweltminister Marcel Huber (CSU) forderte, die Fracking-Methode überhaupt nicht zuzulassen, solange die Risiken für Mensch und Natur nicht abschätzbar sind. Die SPD-Landtagsfraktion stellt sich nun mit ihrem Antrag hinter den Umweltminister, sie fordert, dem Gesetzentwurf auf Bundesebene nicht zuzustimmen – weil der Schutz von Grundwasser und Boden darin an zweite Stelle gerückt ist. „Es reicht nicht, in Bayern etwas anzukündigen“, sagt Wörner. „Wir müssen im Bund dafür kämpfen.“

Öffentlichkeit nicht ausreichend informiert

Derzeit gibt es im Freistaat keine Standorte, an denen die neue Technologie angewendet wird. In Mauerkirchen im Chiemgau ist ein Erdgasbohrungs-Projekt vor wenigen Wochen gescheitert – es hatte zahlreiche Proteste gegeben. Sogar eine Bürgerinitiative war gegründet worden, um die Gasbohr-Pläne zu verhindern. Erfolgreich.

Ludwig Wörner sorgt sich, dass es nicht immer so ausgehen könnte. „Die Bürger kriegen von den Versuchsbohrungen gar nichts mit“, sagt er und übt scharfe Kritik an den staatlichen Aufsichtsbehörden, den Bergämtern. Sie würden die Öffentlichkeit weder ausreichend informieren noch beteiligen. „Die Arbeit der Bergämter muss transparenter werden“, fordert er. „Genehmigungen dürfen nicht hinter verschlossenen Türen erteilt werden.“ Auch dafür will die SPD binnen der nächsten zwei Wochen einen Antrag im Landtag einreichen. Sie fordert, dass die Aufsichtsbehörden künftig dem Umweltministerium zugeordnet werden, nicht wie bisher dem Finanzministerium. Die Bürger müssten besser informiert werden. Denn: „Was sie vom Fracking halten, haben wir im Chiemgau erlebt.“

Lesen Sie auch: Fracking-Gesetz laut Opposition "Mogelpackung"

Von Katrin Woitsch

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