Beate Zschäpe: Verteidiger fordern maximal zehn Jahre Haft

Beate Zschäpe: Verteidiger fordern maximal zehn Jahre Haft
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Das Bundesamt für Verfassungsschutz hat die V-Mann-Tätigkeit des ehemaligen "Blood and Honour"-Chefs bestätigt. Foto: Oliver Berg

Chef von "Blood and Honour"

Verfassungsschützer bestätigt V-Mann-Tätigkeit von Neonazi

Der unter dem Spitznamen "Pinocchio" bekannte Stephan L. soll von 2002 bis spätestens 2010 mit dem Bundesverfassungsgericht zusammen gearbeitet haben. Er gehört der Neonazi-Szene an.

Berlin - Der ehemalige Deutschland-Chef der Neonazi-Gruppierung "Blood and Honour" war nach Informationen der "Berliner Zeitung" V-Mann des Verfassungsschutzes.

Ein Vertreter des Kölner Bundesamts für Verfassungsschutz (BfV) habe die V-Mann-Tätigkeit im geheim tagenden Parlamentarischen Kontrollgremium des Bundestags bestätigt, berichtet das Blatt.

Bereits Anfang der Woche hatten mehrere ARD-Magazine berichtet, der Ex-Chef der Organisation habe in den 90er Jahren für den Verfassungsschutz gespitzelt. Vermittelt worden sei er von der Berliner Polizei. Berlins Innensenator Andreas Geisel (SPD) hatte die Berichte zurückgewiesen. "Nach jetzigem Kenntnisstand spricht für diese Erkenntnis erst mal nichts", sagte Geisel am Donnerstag.

Laut "Berliner Zeitung" arbeitete der in der rechten Szene unter dem Spitznamen "Pinocchio" bekannte Stephan L. von mindestens 2002 bis spätestens 2010 unter dem Decknamen "Nias" mit dem BfV zusammen. Seine Aufgabe sei unter anderem gewesen, den Verfassungsschutz bei der Aufklärung von Nachfolgestrukturen der im Jahr 2000 verbotenen deutschen Division von "Blood and Honour" zu unterstützen.

dpa

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