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Afghanistans Vizepräsident Dostum hat mit einer Aussage für Aufregung gesorgt. 

Aussage sorgt für Wirbel

Vergewaltigung? Afghanischer Vizepräsident reagiert unfassbar

Gegen den afghanischen Vizepräsidenten werden Vergewaltigungs-, Entführungs- und Prügelvorwürfe laut. Der reagiert auf seine ganz eigene Art. 

Kabul - Afghanistans Vizepräsident Abdul Raschid Dostum nennt eine Klage gegen ihn wegen Vergewaltigungs-, Entführungs- und Prügelvorwürfen eine Nebensächlichkeit. Am Mittwoch hatte Generalstaatsanwalt Farid Hamidi durch seinen Sprecher bestätigen lassen, dass er vor einem Monat gegen den Vizepräsidenten und einige seiner Männer Anklage erhoben habe und der Oberste Gerichtshof sich mit dem Fall befassen werde.

Die Klage hat in Kabul viele überrascht. Das Land, das bekannt ist für die massive Korruption auch in der Regierung und für die Menschenrechtsverletzungen vieler Regierungsangehörigen, zieht seine Mächtigen nur selten zur Rechenschaft. Erste Versuche gibt es jetzt auch mit einem speziellen Korruptionsgerichtshof.

Vize-Präsident: Man solle sich nicht mit Randfragen beschäftigen

In einer am späten Mittwochabend veröffentlichten Stellungnahme sagte Dostum, man solle sich angesichts der schlechten Lage im Land nicht mit solchen Randfragen befassen. Er behauptete außerdem, das Verfahren richte sich gar nicht gegen ihn.

Dostum, dem schon viele Menschenrechtsverletzungen vorgeworfen werden, soll einen Politiker seiner Partei im November zuerst selbst geschlagen, dann von seinen Wächtern verprügeln lassen und dann entführt haben. Er soll außerdem befohlen haben, das Opfer zu vergewaltigen. Dostums Sprecher wiesen das zurück.

Lesen Sie auch: Steinmeier mit Geheim-Besuch in Afghanistan - Was dahinter steckt

Die Entscheidung wird vermutlich die ethnischen und politischen Spannungen in der Einheitsregierung von Präsident Aschraf Ghani verschärfen. Sowohl Regierungsgeschäftsführer Abdullah Abdullah als auch Dostum werfen Ghani vor, sie und ihre Ethnien - Tadschiken und Usbeken - politisch kaltzustellen. Ghani ist Paschtune.

dpa

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