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Wenn Pjöngjang sich nicht entschuldigt, wird die südkoranische Beschallung über die Granze fortgesetzt.

Krisengespräche

Süd- und Nordkorea wenden Eskalation ab

Seoul - Erst nach der Verschärfung ihrer Spannungen redeten Süd- und Nordkorea zum ersten Mal seit fast einem Jahr auf hochrangiger Ebene wieder miteinander. Das Ergebnis weckt Hoffnungen für eine Verbesserung der Beziehungen.

In zähen Verhandlungen haben Spitzenvertreter Süd- und Nordkoreas eine drohende Eskalation der Spannungen auf der koreanischen Halbinsel verhindert.

Nordkorea werde den "Quasi-Kriegszustand" aufheben und Südkorea seine Lautsprecher-Propaganda stoppen, sagte Südkoreas Nationaler Sicherheitsberater Kim Kwan Jin in der Nacht zum Dienstag (Ortszeit) bei der Verlesung eines Sechs-Punkte-Abkommens in Seoul. Nordkorea habe sich für eine Landminenexplosion entschuldigt, bei der zwei südkoreanische Soldaten verletzt wurden. Die Entschuldigung war eine Kernforderung Seouls bei den dreitägigen Verhandlungen im Grenzort Panmunjom.

In dem Abkommen hieß es, dass Nordkorea sein Bedauern wegen der Verletzung der beiden Soldaten zum Ausdruck bringe. Das kommunistische Regime in Pjöngjang hatte zunächst den Vorwurf bestritten, dass nordkoreanische Soldaten auf der südlichen Seite der entmilitarisierten Zone Minen vergraben hätten. Nordkorea habe außerdem versprochen, dass sich solche Provokationen nicht wiederholten, sagte Kim.

Der Zwischenfall stand am Anfang von Ereignissen, durch die sich die Spannungen zwischen beiden Staaten binnen weniger Tage drastisch verschärft hatten. Als Vergeltung für den Minenvorfall hatte Südkoreas Militär nach elfjähriger Unterbrechung an der Grenze wieder die anti-kommunistische Propaganda-Sendungen aufgenommen, durch die sich Nordkorea massiv gestört fühlte.

Am vergangenen Donnerstag war es zwischen Artillerieeinheiten beider Länder zu einem Feuerwechsel an der Grenze gekommen. Auch dafür gab Seoul dem Nachbarland die Schuld. Nordkorea warf dem Süden seinerseits eine Provokation vor.

Die Gespräche in Panmunjom begannen kurz nach Ablauf eines Ultimatums von Nordkorea. Pjöngjang hatte Seoul aufgefordert, die Beschallungsaktion binnen 48 Stunden zu beenden. Es drohte dabei mit Militärschlägen. Am Freitag setzte Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un die Grenztruppen in Gefechtsbereitschaft. Nordkorea schlug aber zugleich auch die Gespräche vor.

Nun einigten sich beide Seiten darauf, wieder Begegnungen zwischen getrennten koreanischen Familien zuzulassen. Anfang September sollen dazu Arbeitsgespräche stattfinden. Auch versprachen beide Seiten, bald wieder bilaterale Regierungsgespräche in Seoul oder Pjöngjang abzuhalten.

Der Konflikt zwischen beiden Staaten schwelt seit Jahrzehnten. Seit dem Ende des Koreakriegs (1950-53) kam es immer wieder zu militärischen Zwischenfällen an der Landes- und Seegrenze.

Zu den Gesprächen schickte Nordkorea den höchsten politischen Offizier der Volksarmee und die inoffizielle Nummer zwei hinter Machthaber Kim Jong Un, Hwang Pyong So, sowie den für Südkorea-Fragen zuständigen Parteisekretär Kim Yang Gon. Auf südkoreanischer Seite nahm neben Kim noch Vereinigungsminister Hong Yong Pyo am Treffen teil.

dpa

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