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Alexander Weber.

Merkur-Kommentar

Verkorkster Spätstart in den französischen Wahlkampf

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München - Verkorkster könnte der Start der französischen Linken in den Präsidentschaftswahlkampf 2017 nicht sein, findet unser Autor Alexander Weber.

Nicht nur tragen sie die Bürde einer misslungenen Amtsperiode, die François Hollande so miserable Umfragewerte beschert hat, dass er notgedrungen nicht mehr für eine zweite Amtszeit antritt. Gleichzeitig hat Hollande durch sein langes Zögern beim Verzicht den jetzt antretenden Kandidaten im sozialistischen Lager einen solchen Spätstart ins Rennen um den Elyseé-Palast aufgezwungen, dass man sich schon fragt, wie der Sieger der Vorausscheidung im Januar überhaupt noch den Präsenzvorsprung der Herausforderer aus dem konservativen (François Fillon) beziehungsweise rechten Lager (Marine Le Pen) aufholen soll.

Zudem ist die sozialistische Partei so gespalten, dass sich einer der Helden, Emmanuel Macron, sogar lieber als unabhängiger Kandidat mit eigener Bewegung („En marche“) in die Wahlschlacht stürzt. Immerhin ein spannendes Experiment. Auch inhaltlich. Macron ist ein radikaler Liberaler, der den Wandel durch die Globalisierung mit einer Art Revolution, mit neuen Antworten und höherer Veränderungsbereitschaft der Menschen bewältigen will, statt mit Arbeitsplatz-Schutzgesetzen. Ob dieser intellektuelle Ansatz die Sorgen der bürgerlichen Mittelschicht vor sozialem Abstieg oder gar die Existenzängste der Verlierer der Globalisierung bannen kann?

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