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Verkürzter Zivildienst: Wohlfahrtsverbände laufen Sturm

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Frankfurt/Main -  Im Wohlfahrtsverband geht die Angst um. Wie soll es mit dem Zivildienst weitergehen? Die Bundesregierung soll nach dem Schnellschuss von Verteidigungsminister Guttenberg ein Konzept vorlegen.

Ansonsten sei ein Rückzug von größeren Teilen der Mitgliedsverbände aus dem Zivildienst zu befürchten, sagte Hauptgeschäftsführer Ulrich Schneider der in Halle erscheinenden “Mitteldeutschen Zeitung“. Die Bundesregierung müsse jetzt “ganz schnell mit den Trägern des Zivildienstes Kontakt aufnehmen“ und Vorschläge unterbreiten, wie Zivildienstleistende nach der ab Oktober geplanten sechsmonatigen Dienstzeit freiwillig verlängern könnten.

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“Nur mit solchen Optionen werden die Träger den Zivildienst weiter gewährleisten können. Sollte das in der verbleibenden Zeit nicht zu schaffen sein, gehe ich davon aus, dass viele unserer Träger aus dem Zivildienst ausscheiden werden.“ Nach den Worten des Bundesbeauftragten für den Zivildienst, Jens Kreuter, bereitet die Anpassung des Zivildienstes an die Pläne, die Wehrpflichtzeit auf sechs Monate zu verkürzen, auch der Regierung Sorgen: “Ich nehme es ausgesprochen ernst, dass die Einsatzstellen solche Probleme mit der Neuregelung haben. Wenn es keine Lösung gibt, kann es zu einer Ausstiegswelle kommen“, sagte Kreuter der “Hannoverschen Allgemeinen Zeitung“.

Uneinigkeit über Anschlusslösung

In der Koalition sei man sich nicht einig über eine Anschlusslösung für den Zivildienst, erklärte der dem Bundesfamilienministerium zugeordnete Bundesbeauftragte. Bundesfamilienministerin Kristina Schröder (CDU) hatte Sympathien für den Wunsch der Sozialverbände erkennen lassen, einen anschließenden freiwilligen Dienst finanziell vom Bund fördern zu lassen. Die FDP hatte jedoch Einspruch erhoben. Kreuter erklärte: “Ohne Zustimmung der FDP wird es nicht dazu kommen.“ Im Zweifel gebe es aber genug gemeinnützige Arbeiten zu erledigen, “vom Krankenhausdienst über das Straßenkehren bis zum Schneeschippen. Aber wir wollen alle nicht, dass es zu so einem Zivildienst kommt“, wird Kreuter zitiert.

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