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Katrin Woitsch

Zum Tode Max Mannheimers

Vermächtnis der Zeitzeugen

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München - Zum Tod des KZ-Überlebenden Max Mannheimer kommentiert Merkur-Redakteurin Katrin Woitsch.

Für  viele junge Menschen ist die NS-Zeit sehr weit weg. Sie ist eines von vielen Kapiteln in ihren Geschichtsbüchern mit geringem Bezug zur Gegenwart. Nur wenige haben Großeltern, die von der Judenverfolgung berichten können oder wollen. Die Chance, mit Hilfe von Zeitzeugen den Holocaust begreifen zu können, werden die kommenden Generationen von Schülern nicht mehr haben.

Die Stimmen der Überlebenden sind wichtig – heute vielleicht noch wichtiger als in den Jahren nach 1945. Es waren Bilder aus den aktuellen Nachrichten, die Max Mannheimer bis zuletzt angetrieben haben zu erinnern: brennende Flüchtlingsheime, Pegida-Demonstrationen, die NSU-Morde. Die Angst, dass sich die Geschichte wiederholen könnte, teilte er mit vielen Zeitzeugen.

Ihre Botschaft ist fast immer dieselbe: Ihr tragt keine Schuld an der Vergangenheit – aber ihr habt die Verantwortung für die Gegenwart. Es ist ein Appell, der aus dem Mund von KZ-Überlebenden schwer zu überhören ist. Doch uns bleiben immer weniger von ihnen. Es ist die schwierige Aufgabe von Schulen und Gedenkstätten, ihre Appelle nicht verstummen zu lassen – und in ein Vermächtnis zu verwandeln.

Sie erreichen die Autorin unter Katrin.Woitsch@merkur.de

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