+
Jesidinnen Nadia Murad und Lamija Adschi Baschar bei der Auszeichnung mit dem Sacharow-Preis im EU-Parlament in Straßburg. Foto: Patrick Seeger

Sacharow-Preis für IS-Opfer

Versklavte Jesidinnen fordern Strafverfolgung des IS

Straßburg (dpa) - Für ihren Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) hat das Europaparlament die Jesidinnen Nadia Murad und Lamija Adschi Baschar mit dem Sacharow-Preis ausgezeichnet.

"Ich bitte Sie, uns zu versprechen, dass (...) Sie so etwas nie wieder zulassen werden", sagte Baschar bei der Verleihung in Straßburg.

"Diese Kriminellen müssen strafrechtlich verfolgt werden." EU-Parlamentspräsident Martin Schulz sagte die Unterstützung seines Hauses zu. "Der Internationale Strafgerichtshof muss die Verbrechen durch den sogenannten Islamischen Staat begangenen Verbrechen untersuchen", sagte Schulz.

Murad (23) und Baschar (18) waren im Irak vom IS versklavt worden, konnten jedoch nach Deutschland entkommen. Seitdem erheben die jungen Frauen ihre Stimme gegen die Versklavung ihrer Glaubensschwestern. Der IS trachtet danach, alle Anhänger der religiösen Minderheit im Irak zu töten.

Mit dem Preis, der mit 50 000 Euro dotiert ist, ehrt das EU-Parlament seit 1988 Menschen oder Organisationen, die sich für Menschenrechte und Grundfreiheiten einsetzen. Die Namen der Preisträgerinnen waren bereits im Oktober bekannt gegeben worden. Der Preis ist nach dem Menschenrechtler Andrej Sacharow (1921-1989) benannt.

Preisverleihung

EU-Parlament zum Sacharow-Preis

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Horst Seehofer im Bamf-Skandal: Diese neuen Details belasten den CSU-Chef
Neue Dokumente setzen Horst Seehofer weiter unter Druck. Eine E-Mail seiner Vorzimmer-Mitarbeiterin und eine Aussage dieser gegenüber Josefa Schmid nähren den Verdacht, …
Horst Seehofer im Bamf-Skandal: Diese neuen Details belasten den CSU-Chef
In Wien wird um die Rettung des Atom-Deals gerungen
Gut zwei Wochen nach dem Ausstieg der USA aus dem Atom-Deal mit dem Iran trifft sich ein wichtiges Gremium. Die Gemeinsame Kommission soll die neuen Probleme und die …
In Wien wird um die Rettung des Atom-Deals gerungen
Irland stimmt über Streichung von Abtreibungsverbot ab
Zahlreiche Irinnen lassen ihre Babys im Ausland abtreiben. Denn in ihrer katholischen Heimat ist das kaum möglich. Ein Referendum könnte dies nun ändern - nur drei …
Irland stimmt über Streichung von Abtreibungsverbot ab
Todesflug MH17: Rakete soll doch von russischer Armee stammen
Nach jahrelangen Ermittlungen steht jetzt fest: Die Rakete, mit der ein Passagierflugzeug 2014 über der Ostukraine abgeschossen wurde, stammte von der russischen Armee. …
Todesflug MH17: Rakete soll doch von russischer Armee stammen

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.