Prozess in Hamburg

Zwölf angeklagte Salafisten: Verteidiger fordern Freispruch

Im Prozess gegen zwölf mutmaßliche Islamisten vor dem Hamburger Landgericht hat die Verteidigung Freispruch für alle Angeklagten gefordert.

Hamburg - Sein Mandant habe nur Korane verteilt und an Veranstaltungen teilgenommen, das sei vom Grundrecht auf Religionsfreiheit gedeckt, sagte einer der Anwälte am Mittwoch. Den Männern im Alter von 25 bis 37 Jahren wurde vorgeworfen, Unterstützer der seit 2012 verbotenen salafistischen Vereinigung „Millatu Ibrahim“ zu sein und sich regelmäßig in einer Moschee in Hamburg-Harburg getroffen zu haben.

In der vorherigen Sitzung hatte auch die Staatsanwaltschaft auf Freispruch plädiert. Zwar gebe es „gewichtige Indizien“, und sie persönlich sei von der Schuld der Angeklagten überzeugt, sagte die Staatsanwältin, „doch es ist nicht gelungen, mit objektiven Mitteln einen Tatnachweis zu führen“. Die Männer hätten somit von genau den rechtsstaatlichen Grundlagen profitiert, die sie bekämpfen wollten.

Ein anderer Verteidiger tadelte die Anklagevertreterin für diese Äußerung. Die Staatsanwaltschaft sei verpflichtet, sich in ihrem Schlussvortrag objektiv zu verhalten. „Sie haben sich nicht daran gehalten“, sagte der Rechtsanwalt. Nach mehr als 20 Verhandlungstagen will das Gericht sein Urteil am kommenden Mittwoch verkünden.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

CDU in Hessen unter 30 Prozent
Wiesbaden (dpa) - Rund fünf Wochen vor der Landtagswahl in Hessen ist die CDU in einer Umfrage des Hessischen Rundfunks unter 30 Prozent gerutscht.
CDU in Hessen unter 30 Prozent
Özdemir kommt zu Bankett für Erdogan
Berlin (dpa) - Anders als andere Oppositionspolitiker nimmt der frühere Grünen-Chef Cem Özdemir seine Einladung zum Bankett anlässlich des Staatsbesuchs des türkischen …
Özdemir kommt zu Bankett für Erdogan
Peinlicher Fehler im ARD-„Morgenmagazin“: Satire-Tweet für echt gehalten
Das ARD-“Morgenmagazin” ist auf einen offensichtlichen Satire-Tweet einer falschen Andrea Nahles hereingefallen. Inzwischen hat sich die ARD entschuldigt. 
Peinlicher Fehler im ARD-„Morgenmagazin“: Satire-Tweet für echt gehalten
Sind Diesel-Autos noch zu retten? Das sind die möglichen Lösungen 
Schmutzige Luft in den Städten sind ein Problem. Millionen Diesel-Autos in Deutschland drohen Fahrverbote. Gibt es eine Lösung? Ein Überblick über die Vorschläge und wo …
Sind Diesel-Autos noch zu retten? Das sind die möglichen Lösungen 

Kommentare