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Will die Lage nach der Eroberung von Kundus genau analysieren: Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen

Nach der Eroberung durch die Taliban

Von der Leyen: Lage in Kundus ist "besorgniserregend"

Berlin - Die von den Taliban eroberte afghanische Provinzhauptstadt Kundus soll wieder befreit werden. Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen ist über die Lage dort besorgt.

Nach der überraschenden Eroberung der afghanischen Provinzhauptstadt Kundus durch islamische Taliban bewertet Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen die Sicherheitslage dort als "besorgniserregend". Die Ereignisse müssten nun genau analysiert werden, sagte die CDU-Politikerin am Dienstag in Berlin. Die Prüfung müsse Grundlage sein für die anstehende Nato-Entscheidung im Herbst über die weitere Stationierung von Truppen im Jahr 2016 und danach. Die Beschlüsse sollten nicht nach "starren Zeitlinien" gefällt werden, sondern nach der aktuellen Situation.

Um sich vor Ort ein Bild zu machen ist ein kleines Team der Bundeswehr in die afghanische Stadt geflogen. Die deutschen Soldaten hätten sich am Dienstag vorübergehend "zu Abstimmungsgesprächen" am Flughafen von Kundus aufgehalten, sagte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums. Dabei sei es darum gegangen, "zu verstehen, wie die afghanische Armee gedenkt, die Hoheit über die Stadt zurückzugewinnen".

Die Taliban hatten Kundus am Montag erobert, zwei Jahre nach dem Bundeswehr-Abzug aus der Stadt im Norden. Am Dienstagmorgen startete das afghanische Militär eine Gegenoffensive. Auch die US-Luftwaffe flog einen Angriff auf Kundus.

Tausende Soldaten werden zusammengezogen

Leyen sagte, inzwischen würden tausende Soldaten zusammengezogen, um die Stadt wieder frei zu kämpfen, auch weil Kundus eine hohe Bedeutung für die Regierung in Kabul habe. Auch für die Soldaten Bundeswehr habe die Stadt eine besondere Bedeutung.

Die Bundeswehr hatte sich vor zwei Jahren aus der Unruheprovinz Kundus zurückgezogen, ist aber noch im 150 Kilometer entfernten Masar-i-Scharif stationiert - allerdings nur zur Ausbildung und Beratung der afghanischen Armee. Der Kampfeinsatz der Nato war Ende Ende 2014 nach 13 Jahren ausgelaufen.

Bisher ist geplant, im Laufe des Jahres 2016 alle Nato Truppen aus der Fläche nach Kabul zurückzuziehen. Von der Leyen hatte bereits am Wochenende vor einem zu frühen Truppenabzug aus Afghanistan gewarnt.

dpa

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