Alarmierende Studie der Hanns-Seidel-Stiftung

Vertrauen der Bayern in Demokratie schwindet

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München - 75 Prozent der bayerischen Bevölkerung sind für Referenden auf Bundesebene. Warum die Zufriedenheit mit dem demokratischen System insgesamt gesunken ist. 

Eine deutliche Mehrheit der Bevölkerung in Bayern hält Volksabstimmungen bei wichtigen Fragen auf Bundesebene für wichtig. 75 Prozent erachten sie für „sehr sinnvoll“ oder „sinnvoll“, ergab eine repräsentative Erhebung des Instituts GMS im Auftrag der CSU-nahen Hanns-Seidel-Stiftung.

Die Stiftung legte am Mittwoch eine Studie über die Einstellung zu Demokratie und politischem System in Bayern vor. Im Jahr 2000 war im Auftrag der Stiftung schon einmal nach der Einstellung zu Volksentscheiden gefragt worden, damals waren knapp zwei Drittel dafür. Der Anteil der Befürworter ist also gestiegen. Die Zahl derjenigen, die eine Volksabstimmung komplett ablehnen, ist von 19 auf nur noch drei Prozent gesunken. Allerdings hält die Studie fest, dass „höchstens drei von zehn Wählern bereit sind, grundsätzlich an allen Volksabstimmungen bzw. Volksentscheiden teilzunehmen“ – der Rest wolle nur hingehen, wenn ihn das Thema stark interessiere.

Die Studie stellt auch fest, dass sich die Flüchtlingskrise negativ auf die Zufriedenheit der Bayern mit dem demokratischen System ausgewirkt hat. Das politische Interesse sei zwar „einigermaßen stabil“ geblieben, die Demokratiezufriedenheit habe sich jedoch negativ entwickelt. Mit jeweils 42 Prozent sind mittlerweile ebenso viele Bayern mit der Demokratie „unzufrieden“ wie „einigermaßen zufrieden“. Der Anteil der Unzufriedenen ist im Vergleich zu 2010 um neun Prozent gestiegen, der der einigermaßen Zufriedenen um 14 Prozent zurückgegangen. Alarmierend ist auch eine Zahl zur Wahlbeteiligung: Nur 42 Prozent der Bayern stufen sich als regelmäßiger Wähler ein. 2010 waren es noch 67 Prozent. Für die Studie waren von Mitte Januar bis Mitte Februar 1600 Bürger befragt worden.  

dw

Rubriklistenbild: © dpa

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